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Equanimeous St. Brown im Trainingscamp der Green Bay Packers im Sommer 2020
Equanimeous St. Brown im Trainingscamp der Green Bay Packers im Sommer 2020 © Getty Images
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München - Nachdem er die letzte NFL-Saison verpasste, möchte Equanimeous St. Brown nun richtig durchstarten. Bei SPORT1 spricht er über seine Ziele, Rodgers und Rassismus.

Für die deutschen NFL-Fans befinden sich aktuell für die Saison 2020 nur drei Eisen im Feuer. Neben Linebacker Mark Nzeocha und Fullback Jakob Johnson ruhen die Hoffnungen aber vor allem auf Equanimeous St. Brown.

Der hochtalentierte Receiver verpasste die gesamte Saison 2019 wegen einer hartnäckigen Knöchelverletzung, nun greift er bei den Green Bay Packers wieder an und will sich einen Stammplatz im Team um Star-Quarterback Aaron Rodgers erkämpfen. (Spielplan der NFL)

Bei SPORT1 verrät die deutsche NFL-Hoffnung St. Brown, wie er sich trotz Corona und ungebetener "Trainingsgäste" wieder fitgemacht hat, außerdem spricht der 23-Jährige über seine Rassismus-Erfahrung, Aaron Rodgers, das Super-Bowl-Ziel der Packers und kündigt seinen ersten Touchdown an.

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SPORT1: Equanimeous, 2020 ist für alle Menschen ein verrücktes, schwieriges und herausforderndes Jahr wegen Covid-19. Wie gehen Sie in der NFL-Vorbereitung damit um?

Equanimeous St. Brown: Ich gehe damit relativ normal um. Es ist ja fast alles geschlossen, also ist man viel zu Hause oder trifft sich maximal mit ein paar Freunden. Wir konnten ja erst Ende Juli zurück nach Green Bay. Ich habe also den ganzen Sommer in Kalifornien verbracht.

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SPORT1: Wie läuft es im Training Camp? Welche Sicherheitsvorkehrungen treffen die Packers?

St. Brown: Während der Meetings und im Gebäude müssen wir eine Maske tragen, auf dem Feld beim Training nicht. Wir werden alle jeden Tag getestet. Wir haben auch als Auflage, uns nicht mit mehr als maximal zehn Personen zu treffen. Wir dürfen auch zum Beispiel nicht in das Casino, das es hier in Green Bay gibt. Für mich ist das kein Problem, ich gehe nach dem Training nach Hause und bleibe da. Ab und an gehe ich zu meinem Nachbarn Dexter Williams (College-Teamkollege und in der Vorbereitung bei den Packers, Anm. der Red.), um dort zu essen. Seine Mutter kocht immer sehr gut. (lacht)

St. Brown sieht gute Chancen auf Einsatzzeit

SPORT1: Einige große Namen haben den Opt-Out in Anspruch genommen - kam das für Sie auch in Frage oder fühlen Sie sich sicher?

St. Brown: Nein, das war für mich nie eine Option! Ich möchte unbedingt spielen.

SPORT1: Sie haben die Saison 2019 verletzt verpasst. Wie geht es Ihnen aktuell? Wie haben Sie sich während Corona wieder fit gemacht?

St. Brown: Ich habe da in einem Haus am Strand mit meinen Brüdern und DeShaun Kizer (St. Browns College-Quarterback und aktuell ohne NFL-Team, Anm. der Red.) gewohnt. Für mich war das ganz gut, weil ich so länger Zeit hatte, mich von meiner Verletzung zu erholen. Ich habe jeden Tag Reha gemacht und fünf Mal die Woche trainiert - abwechselnd Kraft und Receivertraining. Mein Vater kennt jemanden mit einem Homegym, wo wir hingehen konnten und für das Receivertraining mussten wir immer eine Rasenfläche finden, wo wir in Ruhe trainieren konnten. Das war in der Hochzeit von Corona gar nicht so einfach. Da wurde solches Training auch schon mal von der Polizei aufgelöst. Mir geht es aktuell gut, ich bin endlich wieder fit.

SPORT1: Etwas überraschend haben die Packers im Draft 2020 keinen Receiver geholt. Wie sehen Sie Ihre Chancen im Team hinter Davante Adams?

St. Brown: Ich glaube, ich habe gute Chancen, viel auf dem Feld zu stehen. Die Vorbereitung lief sehr gut. Ich will endlich zeigen, was ich draufhabe.

SPORT1: Ist es für Sie ein besonderer Nachteil, keine Preseason-Spiele zu haben?

St. Brown: Es ist glaube ich für das gesamte Team eher ein Nachteil, keine Preseason zu haben, um eventuell gewisse Dinge zu testen, aber das trifft ja für alle Teams zu. Von daher gehen wir alle mit den gleichen Voraussetzungen in die Saison.

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St. Brown will "alles besser machen"

SPORT1: Sehen wir 2020 Ihren ersten NFL-Touchdown?

St. Brown: Das will ich doch schwer hoffen! Grundsätzlich will ich alles besser machen als in meiner Rookie-Saison 2018.

SPORT1: Neben Corona ist Black Lives Matter das bestimmende Thema in den USA. Ihre Mutter ist weiß, Ihr Vater schwarz. Wie sind Ihre Erfahrungen mit Rassismus? Was werden Sie bei der Hymne machen?

St. Brown: Was wir bei der Hymne machen, haben wir als Team noch nicht besprochen. Das machen wir vor dem Spiel gemeinsam. Das Rassismus-Thema ist natürlich nicht einfach und du kommst nicht daran vorbei. Eine Geschichte ist mir an der Highschool passiert: Ich bin mit einem Freund, der auch halb schwarz und halb weiß ist, auf eine Party von Schulfreunden gegangen. An der Tür wurde uns dann aber gesagt "Blacks not allowed". Wir sind dann wieder gegangen und haben damals kein großes Ding daraus gemacht. Es ist aber natürlich kein sonderlich angenehmes Gefühl. Gegen so etwas müssen wir alle als Gesellschaft kämpfen.

SPORT1: Aaron Rodgers war nicht gerade erfreut, dass mit Jordan Love ein neuer Quarterback gedraftet wurde. Wie geht er in der Vorbereitung damit um?

St. Brown: Aaron ist ein so erfahrener Spieler, er ist ein absoluter Vollprofi. Ich denke, er geht ganz normal damit um und zieht Motivation daraus.

SPORT1: Die Packers standen im vergangenen Jahr ein Spiel vor dem Super Bowl. Geht es 2020 einen Schritt weiter?

St. Brown: Ja!

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