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München - Nach 20 Jahren bei den Patriots startet Tom Brady bei den Bucs in ein neues Abenteuer. Droht dem Quarterback ein unwürdiges Ende oder macht er sich unsterblich?

Es könnte alles so entspannt sein.

Befragt man das Internet nach der Höhe des Vermögens von Tom Brady und seiner Ehefrau Gisele Bündchen, bekommt man eine beeindruckende Antwort: fast 600 Millionen Dollar. Genug also, um sich im Alter von 43 Jahren zur Ruhe zu setzen und mit dem Supermodel und den gemeinsamen Kindern das Leben zu genießen. Doch TB12 hat sich anders entschieden.

Nach 20 Jahren bei den New England Patriots hat sich der Quarterback eine neue Herausforderung gesucht und bei den Tampa Bay Buccaneers einen Zweijahresvertrag unterschrieben. Und damit geht er durchaus ein Risiko ein. Misslingen ihm die voraussichtlich letzten beiden Jahre seiner Karriere, riskiert er sein Vermächtnis.

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Dann bekäme das glänzende Antlitz des Mega-Stars den Anstrich eines Sportlers, der den richtigen Zeitpunkt für seinen Rücktritt verpasst hat.

Brady erfolgreichster Spieler aller Zeiten

In New England wurde der Spielmacher in den vergangenen zwei Jahrzehnten zum erfolgreichsten NFL-Spieler aller Zeiten. Sechs Mal durfte er nach einem Sieg im Super Bowl die Vince-Lombardi-Trophy in die Höhe recken. So oft wie kein anderer Spieler.

Trotz der Pleite im letzten Spiel für die Patriots, in den Playoffs setzte es eine Niederlage gegen die Titans, wäre es für Brady ein leichtes gewesen, seinen Rücktritt zu erklären.

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Doch der 14-malige Pro Bowler bewies Mut - und das nicht ohne Grund.

Starke Receiver in Tampa Bay

Bei den Bucs, die am Sonntag gegen die New Orleans Saints in die Saison starten (ab 22.25 Uhr LIVESCORES) erwartet Brady eine exzellente Offensive. "Es ist ein faszinierendes Experiment. Tom kommt in eine Offensive mit ganz anderen Stärken auf der Receiver-Position. So große Talente wie Mike Evans und Chris Godwin hatte er seit Jahren nicht – vielleicht noch nie. Dazu mit Gronkowski und Howard zwei hervorragende Tight Ends", schwärmt ein NFL-Scout im Interview mit SPORT1.

Ob der neu verpflichtete Running Back Leonard Fournette die gewünschte Wirkung entfalten kann, muss sich dagegen erst zeigen.

Auch in Sachen Trainerstab darf sich der 43-Jährige freuen. Mit Bruce Arians hat er einen offensiv eingestellten Head Coach an seiner Seite - kein Vergleich zu dem deutlich defensiver agierenden Bill Belichick bei den Pats. Zudem hat Arians Erfahrung in Sachen Quarterback-Superstars. Er coachte bereits Peyton Manning, Ben Roethlisberger, Andrew Luck und Carson Palmer.

Arians hat Erfahrung mit Superstars

Für den NFL-Scout ein entscheidender Vorteil: "Arians wird vieles implementieren, was Tom gerne macht. Er hat die Erfahrung mit Veteranen. Er wird Brady Freiheiten geben, von der Persönlichkeit passen die perfekt zusammen - die leben 24 Stunden nur Football."

Für die leidenschaftlichen Fans im Raymond James Stadium ist die Ankunft des Heilsbringers ebenfalls eine Wohltat - vor allem nach der vergangenen Saison. Da nämlich warf Jameis Winston zwar 33 Touchdowns, jedoch auch unglaubliche 30 Interceptions. Damit soll nun Schluss sein.

Doch für Brady lauern Gefahren.

Eine liegt in dem enorm brutalen Spielplan. Mit jeweils zwei Division-Duellen gegen Saints und Falcons, sowie Partien gegen die Chiefs, Packers und in Denver lauern Hammer-Begegnungen. Kommt Brady nicht in Schwung, könnte in der offensiv bärenstarken NFC South frühzeitig das Playoff-Aus drohen. Ein Duell mit den Patriots in der Regular Season steht ohnehin erst in der Saison 2021 an.

Arm von Brady noch gut genug?

Und auch die Defensive in Tampa hat nicht die Klasse, die die Verteidigung in New England über so viele Jahre hinweg auszeichnete.

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Zudem bleibt die Frage nach der Stärke seines Arms. Wie gut funktioniert dieser im für NFL-Verhältnisse biblischen Alter von 43 Jahren noch?

"Bruce Arians wirft extrem gerne tief, Tom wäre nicht dahin gegangen, wenn er sich das nicht zutrauen würde, aber das ist die große Frage: was hat Tom noch im Arm? Die werden Punkte machen und in der Redzone stark sein, aber für eine großartige Offense muss er konstant den langen Ball anbringen. Die O-Line ist kein Problem. Tom ist nicht beweglich, aber hat ein unfassbares Gespür für Druck in der Pocket und kann das kontrollieren", ist sich der NFL-Scout sicher.

Für Tom Brady geht es nach sechs Super-Bowl-Siegen und hunderten Millionen Dollar vor allem um eines: das Vermächtnis der Unsterblichkeit.

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Brady will es Montana gleichtun

Immer wieder wurde in den vergangenen Jahren darüber gesprochen, dass Brady bei seinen vielen Erfolgen enorm von den Patriots profitiert hat. Ein ausgefuchster Trainer, ein exzellentes Team sowie die eine oder andere mehr als nur großzügige Regelauslegung.

Der Quarterback-Superstar will zeigen, dass er auch mit einem anderen Team erfolgreich sein kann. So wie Joe Montana, der nach seiner unvergesslichen Zeit bei den 49ers die Chiefs fast noch in den Super Bowl führte und allen zeigte, dass er auch ohne Trainerlegende Bill Walsh erfolgreich sein kann.

Dies will TB12 nun in Tampa wiederholen. Mit den New Orleans Saints wartet dabei am Sonntag gleich die erste riesen Herausforderung.

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