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Die Atlanta Falcons kassieren Niederlagen, die teilweise nicht zu erklären sind.
Die Atlanta Falcons kassieren Niederlagen, die teilweise nicht zu erklären sind. © Imago
Lesedauer: 5 Minuten
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München - Die Atlanta Falcons sorgen bei den NFL-Fans Woche für Woche für Verwunderung und Entsetzen zugleich. Gleich mehrmals verliert das Team scheinbar gewonnene Spiele.

Touchdown Atlanta Falcons! Diese drei Worte hört wohl jeder Anhänger des Teams aus dem US-Bundesstaat Georgia gerne.

Doch am vergangenen Sonntag, im Duell zwischen den Falcons und den Detroit Lions, hätte wohl der Großteil der Falcons-Anhänger auf einen Touchdown verzichtet, um stattdessen die Chance auf den Sieg zu erhöhen.

Doch der Reihe nach.

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Gurleys kurioser Touchdown leitet Niederlage ein

Falcons und Lions liefern sich einen engen Schlagabtausch, als sich die Hausherren aus Atlanta 64 Sekunden vor Schluss vor der gegnerischen Endzone in Ballbesitz wiederfinden. Beim Stand von 14:16 geht es für Atlanta nur noch darum, die Partie per Field Goal zu beenden.

Bis dahin soll per Laufspiel der Ball gehalten und die Zeit runtergespielt werden. Soweit so simpel. Running Back Todd Gurley sprintet beim ersten Versuch los, kommt durch die Lions-Defense, realisiert dann, dass er kurz vor der Endzone ist und ein Touchdown jetzt fatal wäre - weil die Lions dann nach dem Score direkt den Ball bekommen, mit reichlich Zeit auf der Uhr.

Gurley wirft sich also quer auf den Boden, aber es ist zu spät: der Touchdown ist besiegelt, auch die anschließende Two-Point-Conversion bessert die Lage nicht. Die Lions kommen in Ballbesitz und erzielen mit Ablauf der Zeit den benötigten Touchdown plus Field Goal zum 23:22-Erfolg.

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"Ich bin verdammt wütend. Ich habe versucht, es zu verhindern, konnte aber meinen Schwung nicht mehr abbremsen", schilderte "Übeltäter" Gurley nach der Partie die Szene. So aber stehen diese verrückten Sekunden sinnbildlich für den Zustand der Falcons. Kein anderes NFL-Team schlägt sich in den vergangenen Jahren so oft und auf so unglaubliche Art und Weise selbst, wie die wie der einstige Super-Bowl-Teilnehmer.

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Historischer Einbruch im Super Bowl gegen Patriots

Der "Höhepunkt" und wohl auch der Startschuss für dieses immer wiederkehrende Muster war das Endspiel 2017, welches das Team mit begeisterndem Offensiv-Football und einem Quarterback Matt Ryan in Topform erreichten.

Im dritten Viertel des Finales führten "Matty Ice" und Co. bereits mit 28:3 gegen die New England Patriots und sahen wie der sichere Sieger aus. Aber als die letzte Sekunde in der Verlängerung heruntergelaufen war, jubelten die Pats, die zuvor einen sagenumwobenen 31:0-Lauf aufs Feld gezaubert hatten.

Seither ging es für die Falcons schwer bergab. Im Jahr 2018 verpassten sie erstmals seit 2015 wieder die Playoffs. Im vergangenen Jahr konnten sie in der ersten Saisonhälfte nur ein Spiel gewinnen und verpassten daher erneut die Postseason. In diesem Jahr sollte dann wieder die Wende zum Guten erfolgen, doch es kam anders.

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99 Prozent Siegwahrscheinlichkeit - trotzdem verloren

Die ersten fünf Spiele gingen allesamt verloren, darunter waren auch zwei Niederlagen in Folge, bei denen Atlanta eine Führung von jeweils über 15 Punkten innerhalb des Schlussviertels noch komplett verspielte. Oder anders ausgedrückt: trotz einer von der NFL errechneten Siegwahrscheinlichkeit von 99 Prozent gab es zwei Niederlagen. In Woche zwei, gegen die Dallas Cowboys, sorgten die Falcons auch noch für ein Novum. Als erstes Team in der NFL-Historie verloren sie trotz 39 eigener Punkte und ohne eigene Turnover eine Partie. Zuvor war dies in 440 Spielen nicht passiert.

Nach dem 0:5-Start musste Head Coach Dan Quinn seinen Stuhl räumen. Doch einem Sieg über die Vikings folgte das gleichsam dramatische und skurrile Spiel gegen die Lions.

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Knacks durch Pleite gegen Patriots?

Mit der Pleite gegen die Patriots scheint es wirklich einen Knacks gegeben zu haben, denn nominell ist das Falcons-Team seither nicht wirklich schlechter geworden.

Ryan zählt noch immer zu den besseren Quarterbacks der Liga, mit Julio Jones hat er einen der besten Wide Receiver in der Geschichte der NFL an seiner Seite. Running Back Gurley stieß neu dazu und findet nach seiner schweren Knieverletzung, die schon das Schlimmste befürchten ließ, auch immer mehr zu alter Form zurück – ausgenommen sein Aussetzer gegen Detroit.

Mit Namen wie Calvin Ridley oder Russell Gage ergibt das eine veritable Offense, die auf jeden Fall besser als 1-6 stehen müsste.

Klar, die Defense schwächelt regelmäßig und gehört nicht zu den Stärken der Franchise aus Georgia. So gelangen der Falcons-Verteidigung bislang zehn Sacks, während Ryan von den Gegnern insgesamt bereits 15 Mal zu Boden gebracht wurde.

Falcons hilft wohl nur Reset

Doch dieser Fakt alleine erklärt die Misere bei den Falcons nicht. Es scheint, als helfe nur ein Reset, in welcher Form auch immer, dem bizarren Abwärtsstrudel ein Ende zu setzen.

Die nächste Chance zur Besserung bietet sich im Thursday Night Game gegen die Carolina Panthers. Gewiss kein Überteam, weiß die Mannschaft um Quarterback Teddy Bridgewater aber um ihre Stärken. Zusätzliche Hoffnung für die Panthers könnte das mögliche Comeback von Superstar Christan McCaffrey schüren, der nach seiner Verletzung wieder mittrainiert.

Aus Falcons-Sicht wäre es aber wohl der nächste Nackenschlag, sollte ein noch nicht ganz fitter McCaffrey für die nächste Pleite sorgen.

Aber bei diesen Falcons ist zur Zeit nichts, aber auch gar nichts, auszuschließen. Nicht einmal, dass ein Touchdown eine Pleite einleitet.

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