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Amy Palcic war die einzige PR-Chefin in der NFL
Amy Palcic war die einzige PR-Chefin in der NFL © twitter.com/amypalcic
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München - Die undurchsichtige Entlassung der profilierten PR-Frau Amy Palcic durch die Houston Texans erhitzt die Gemüter. War ihre Sympathie für Joe Biden der Grund?

Diese unerwartete Entlassung hat in der NFL mächtig Staub aufgewirbelt.

Die Houston Texans haben sich in dieser Woche von Amy Palcic getrennt, ihrer für Kommunikation zuständigen Vize-Präsidenten - aus rätselhaften bis fragwürdigen Gründen.

Palcic ist unter NFL-Insidern und -Reportern hoch anerkannt, zahlreiche Journalisten äußerten sich in sozialen Medien verwundert und geschockt über den unvermittelten Schritt.

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Für Aufsehen sorgte dabei auch die interne Begründung, die NFL-Insider Adam Schefter von ESPN nach außen trug.

Sympathie für Joe Biden und Kamala Harris als Knackpunkt?

Als Grund für die Entlassung wurde demnach genannt, dass Palcic nicht mehr als "cultural fit" gesehen wurde, dass sie also nicht in die Unternehmenskultur der Franchise passen würde.

Spekuliert wird, dass damit die politischen Ansichten der PR-Chefin gemeint sind: Vor der Präsidentschaftswahl hatte Palcic ihre Sympathie für Joe Biden und die designierte Vizepräsidentin Kamala Harris mehr als deutlich gemacht und auch sonst liberale Ansichten vertreten.

Die Familie McNair, die Besitzerdynastie der Texans, ist dagegen politisch klar konservativ verortet. Der 2018 verstorbene Bob McNair spendete immer wieder für die Republikaner, auch der abgewählte Donald Trump erhielt Millionenbeträge für seinen Wahlkampf.

Bob McNair galt als konservativ bis reaktionär, 2015 zog er etwa viel Ärger auf sich, als er in Houston für eine Kampagne gegen ein lokales Gesetz zum Diskriminierungsschutz für die schwul-lesbische Community spendete - was er dann unter dem Eindruck eines heftigen Negativ-Echos revidierte.

Inzwischen ist Witwe Janice Eigentümerin.

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Amy Palcic spricht von Demütigung

Ob Palcics Entlassung tatsächlich politisch motiviert war, ist nicht gewiss, im Guten verlief sie jedenfalls nicht, wie aus ihrer Reaktion herauszulesen ist.

In einem Twitter-Statement sprach sie vom "vielleicht demütigendsten Tag in meinem Leben" - und dankte nur denjenigen, die sie darüber hinweggetröstet haben: "Die Leute waren für mich da - meine Freunde, Kollegen, Fremde. PR kann oft ein undankbarer Beruf sein. Wir leben hinter den Kulissen und heben andere hoch. Eine tolle Erinnerung, dass es sich auf Dauer auszahlt, eine gute Person zu sein."

Die Texans - die aktuell ohne Trainer und ohne General Manager dastehen - werden bei dieser unrühmlichen Trennung dagegen weithin als die Bösen wahrgenommen, gerade auch weil Palcic so respektiert und profiliert ist. 2017 erhielt sie den Rozelle Award für den besten PR-Stab der Liga. Zudem war sie die einzige Frau, die die PR-Geschicke eines NFL-Teams leitete.

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Sie nun aus undurchsichtigen Gründen abzuservieren, ist definitiv keine gute Publicity.

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