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Verlässt Aaron Rodgers schon bald die Packers?
Verlässt Aaron Rodgers schon bald die Packers? © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Imago
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München - Die Nachricht über Aaron Rodgers Trade-Wunsch erschüttert die NFL. Zum Teil sind die Green Bay Packers selbst Schuld. Im Prinzip kommt nur noch ein Team für ihn in Frage.

Die vergangene Nacht stand in den USA ganz unter dem Stern des NFL-Drafts 2021.

Doch bevor fleißig gepicked wurde, überschattete eine Nachricht das Geschehen in Cleveland komplett:

Star-Quarterback und aktueller Liga-MVP Aaron Rodgers will den Green Bay Packers nach 16 Jahren offenbar den Rücken kehren. ESPN-Berichten zufolge soll er bereits "einigen in der Organisation mitgeteilt haben, dass er nicht zum Team zurückkehren will".

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Es gibt wohl mehrere Gründe, warum Legende und Publikumsliebling Rodgers Green Bay nach so vielen Jahren verlassen will.

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Packers draften Rodgers-Nachfolger

Einen davon haben sich die Packers selbst zuzuschreiben. Völlig überraschend wählten sie in der ersten Runde des letztjährigen Drafts mit Jordan Love einen neuen Quarterback aus.

Das stieß Spielmacher Rodgers gleich doppelt sauer auf. Zum einen, weil dem damals 36-Jährigen sein designierter Nachfolger präsentiert wurde. Zum anderen, weil auf Rodgers Wunschliste ganz andere Spieler oben standen.

Nach dem verlorenen Spiel um den Super-Bowl-Einzug im Januar 2020 gegen die San Francisco 49ers hatte Rodgers sich vor allem neue Passabnehmer als Unterstützung für die neue Saison vorgestellt. Statt eines Konkurrenten hätte er lieber ein paar Wide Receiver als Verstärkung gehabt.

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Keine Rückendeckung für Rodgers

Die Entscheidung der Packers sorgte vor einem Jahr nicht nur bei Rodgers für Entsetzen, auch Fans und Experten zeigten sich fassungslos. So twitterte etwa ESPN-Kommentator Stephen A. Smith: "Was zur Hölle, Packers? Ich weiß, dass der Draft erst anfängt und Jordan Love Talent hat – aber wie wäre es, meinem Mann Aaron Rodgers etwas Unterstützung zu geben? Verdammt!"

Statt ihrem Superstar eine Receiver-Waffe zur Seite zu stellen, sandten die Packers das klare Zeichen, bereits auf die Zeit nach Rodgers hinzuarbeiten. Rückendeckung und schnelle Hilfe für ihren wichtigsten Spieler, um in dessen zu Ende gehender Ära noch einmal den Super Bowl zu gewinnen, sieht anders aus.

Raiders eine Option für Rodgers

Rodgers' Vertrag bei den Packers läuft offiziell noch bis nach der Saison 2023, ein Angebot zur Verlängerung soll nicht bombig gewesen sein, weswegen Rodgers ablehnte – und stattdessen nun seinen Trade-Wunsch äußerte.

Seine bevorzugten Teams sollen die San Francisco 49ers und die Las Vegas Raiders sein. Laut ESPN hätten sich auch die Los Angeles Rams um Rodgers bemüht, seien bei den Packers aber abgeblitzt. Ein offizielles Trade-Angebot für den Routinier gebe es Stand jetzt nicht.

Auch die 49ers hätten sich bereits bei den Packers erkundigt, doch nach der ersten Draft-Runde der vergangenen Nacht sind sie als potentielles neues Team aus dem Rennen, da sie sich bei ihrem ersten Pick mit Trey Lance von North Dakota State für einen Quarterback entschieden haben.

Rodgers' Verlobte lebt in Kalifornien

Bei seinen Überlegungen, wohin die Reise geht, soll auch Rodgers' private Situation eine Rolle spielen. Rodgers verlobte sich erst vor kurzem mit der US-Schauspielerin Shailene Woodley (spielte in "The Descendants" an der Seite von George Clooney und ist unter anderem bekannt aus den US-Serien O.C. California sowie Big Little Lies).

Die 29-Jährige lebt allerdings fernab der Packers-Heimat Wisconsin in Kalifornien an der US-Westküste. Diese Tatsache spielt in Rodgers' Vorauswahl, zu welchem Team es für ihn gehen könnte, wohl eine nicht unwesentliche Rolle.

Die 49ers sind zwar nun keine Option mehr, aber wären mit Sitz in San Francisco schon einmal im selben Bundesstaat wie Woodley ansässig gewesen. Rodgers' zweite Anlaufstelle, die Raiders, sitzen in Las Vegas und damit in Kaliforniens Nachbarstaat Nevada - gerade einmal vier Autostunden von Hollywood entfernt.

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Jeopardy wird in Los Angeles aufgezeichnet

Neben dem privaten Glück treibt Rodgers zudem seit der vergangenen NFL-Sommerpause seine "Karriere nach der Karriere" voran und träumt von einer Laufbahn als Moderator der weltberühmten US-Fernseh-Quizshow "JEOPARDY!", in der zu vorgegebenen Antworten passende Fragen formuliert werden müssen.

2015 trat Rodgers in der Show in einem Prominenten-Special als Gast auf, im Sommer 2020 führte er mehrfach als Gastmoderator durch die seit 1964 bestehende Sendung, nachdem im vergangenen Jahr der langjährige Showmaster Alex Trebek (moderierte von 1984 bis 2020) verstorben war.

Verfolgt Rodgers seinen großen Traum weiter, müsste er auch hierfür nach Kalifornien ziehen, denn die Sendungen werden täglich in den Sony Pictures Studios am Washington Boulevard in Los Angeles aufgezeichnet.

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Kalifornien ist Rodgers' Heimatstaat

Für Rodgers, der in Kalifornien geboren, aufgewachsen und sowohl zur High School als auch auf das College gegangen ist, wäre es außerdem eine Rückkehr in seinen Heimat-Staat.

Rodgers war 2005 im Alter von 21 Jahren von den Packers in der 1. Runde an Pick 24 gedraftet worden und hatte drei Jahre später als Starting Quarterback das Erbe von Legende Brett Favre angetreten.

Im Februar 2011 führte "A-Rod" die Packers zum Gewinn des 45. Super Bowls gegen die Pittsburgh Steelers, in der abgelaufenen Saison 2020 wurde er zum dritten Mal nach 2011 und 2014 zum wertvollsten Spieler der Liga gekürt.

Rodgers wäre erst der dritte Spieler NFL-Geschichte, der sein Team als aktueller MVP verlässt - nach Norm Van Brocklin (1960) und Jim Brown (1965), die aber beide jeweils ihre Karriere beendeten.

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