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Die Berlin Recycling Volleys dominieren das fünfte Finalspiel gegen Friedrichshafen zunächst, ehe der Rekordmeister zurückschlägt. Die Entscheidung fällt im Tiebreak.

Die Berlin Recycling Volleys haben auf dramatische Art und Weise erneut den Titel in der Volleyball-Bundesliga der Männer gewonnen.

Der Titelverteidiger gewann das entscheidende fünfte Finale beim VfB Friedrichshafen mit 3:2 (25:17, 25:21, 19:25, 23:25, 16:14) und die Serie dadurch mit 3:2. Es war das vierte Mal in Folge, dass Berlin in diesem Endspiel-Duell die Oberhand behielt (Spielplan und Ergebnisse der Volleyball-Playoffs).

"Die Mannschaft, die gewinnt, hat es verdient, Meister zu sein", sagte Trainer Vital Heynen bei SPORT1. Auf der Gegenseite freute sich Kapitän Sebastian Kühner nach seinem letzten Spiel der Karriere.

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"Es ist einfach nur unglaublich", meinte Kühner zu SPORT1: "Das war ein Riesenspiel von beiden Mannschaften. Eine Millimeterentscheidung, ein würdiges Ende für diese Saison."

Es war der erste Auswärtssieg in der Finalserie, bislang hatten jeweils die Gastgeber in heimischer Halle gejubelt. Friedrichshafen kassierte die erste Heimpleite der Playoffs zum denkbar ungünstigsten Zeitpunkt.

Die Gäste erwischten vor 3810 Zuschauern am Bodensee den besseren Start und markierten die ersten vier Punkte. Diese Führung konnten sie bis zum Satzende verteidigen, er ging mit 25:17 klar an Berlin. Der zweite Durchgang war etwas umkämpfter, doch auch hier gelangen Berlin die wichtigen Punkte.

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VfB mit starker Aufholjagd

VfB-Trainer Vital Heynen haderte im Verlauf der Partie mit den Schiedsrichtern und der eigenen Chancenverwertung. Doch so schnell gab sich Friedrichshafen nicht geschlagen.

Der VfB steigerte sich aber und entschied den dritten Satz mit 25:19 für sich. Der Satzgewinn brachte dem Rekordmeister das Selbstvertrauen zurück, denn auch im vierten Abschnitt behielt der Gastgeber mit 25:23 die Oberhand.

So musste der finale fünfte Satz entscheiden. Berlin erarbeitete sich früh einen kleinen Vorteil. Der VfB glich zum 12:12 aus, doch Moritz Reichert entschied die Partie mit einem Ass zu Gunsten der Berliner. Mit 16:14 ging der Tiebreak an Berlin.

"Das war eine unglaubliche Leistung, in diesem Moment so ein Ass zu servieren", lobte Manager Kaweh Niroomand, der einen Feierbefehl ausgab: "Von jetzt bis Mittwoch ist durchgehend Party."

Die beiden Topteams der Liga machten bereits zum siebten Mal in Folge den Meister im Finale unter sich aus, das bessere Ende hatten dabei meist die Berliner: Nur in der Saison 2014/15 konnte sich Friedrichshafen durchsetzen.

Trauriger Abschied für Heynen

Für Vital Heynen endet sein Kapitel bei Friedrichshafen damit unvollendet. Heynen, der 2016 von Trainerlegende Stelian Moculescu übernommen hatte, scheiterte damit auch im dritten Anlauf an den Berlinern. In den vergangenen beiden Jahren hatte der Belgier, der auch die polnische Nationalmannschaft betreut, mit seinem Team ebenfalls den Kürzeren gezogen.

Für Berlin war es bereits der vierte Meistertitel in Folge und der zehnte insgesamt. Zuletzt hatte der VfB in der Saison 2014/15 den Meistertitel geholt. Unter Heynen holte Friedrichshafen aber dreimal nacheinander den Pokalsieg.

Heynen, der die polnischen Volleyballer 2018 zum WM-Titel führte, will sich ganz auf die Olympischen Spiele 2020 in Tokio konzentrieren und gibt sein Vereinsengagement daher auf. Sein Nachfolger beim VfB wird Österreichs Nationalcoach Michael Warm.

Bei Berlin gibt es die Hoffnung, dass Starspieler Sergei Grankin bleibt. "Er hat signalisiert zu bleiben, wir möchten, dass er bleibt. Es gibt noch kleine Modalitäten zu klären", meinte Niroomand.

Am Samstag hatten die Volleyballerinnen von Allianz MTV Stuttgart ihren Finalfluch gebrochen und im fünften Anlauf den ersten Meistertitel geholt. Gegen Titelverteidiger und Pokalsieger SSC Palmberg Schwerin gewann der Vizemeister der vergangenen vier Jahre das entscheidende fünfte Spiel der Finalserie 3:2 (25:12, 25:20, 14:25, 24:26, 15:11).

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