vergrößernverkleinern
Anna Weidel war die positive deutsche Überraschung beim Biathlon-Sprint in Pokljuka
Anna Weidel war die positive deutsche Überraschung beim Biathlon-Sprint in Pokljuka © Imago
teilenE-MailKommentare

Junioren-Europameisterin Anna Weidel sorgt für eine positive Überraschung beim Sprint in Pokljuka. Auch Franziska Preuß überzeugt. Den Sieg holt sich eine Finnin.

Franziska Hildebrand stürzte, Denise Herrmann verballerte direkt am Liegendanschlag ihre Siegchancen - dafür sprangen die beiden jüngsten Biathletinnen im deutschen Team in die Bresche. Während bei den Arrivierten im Sprint über 7,5 km im slowenischen Pokljuka der Wurm drin war, feierten Franziska Preuß und Anna Weidel mit Top-10-Ergebnissen Achtungserfolge (Das Sprint-Ergebnis).

Zwar müssen die Athletinnen des Deutschen Skiverbandes weiter auf den ersten Podestplatz des Weltcup-Winters warten. Doch Preuß (24) mit Rang neun und vor allem die 22 Jahre alte Weidel, die in ihrem erst zweiten Weltcup-Rennen nur einen Platz dahinter landete, sorgten dennoch für Freude im deutschen Lager.

"Ich bin auf alle Fälle zufrieden", sagte Preuß, die sich eine Strafrunde leistete und schon am Donnerstag als Zehnte im Einzel beste Deutsche gewesen war, am ARD-Mikrofon: "Ich fühle mich auch am Schießstand sicher. Stehend die Null im Sprint, das passiert mir nicht so oft."

Weidel holte sich Titel bei Junioren

Vor allem Weidel, die sich bei der Junioren-Europameisterschaften 2017 in Nove Mesto den Titel im Einzel gesichert hatte, überzeugte im deutschen Team.

Die Tochter eines deutschen Vaters und einer österreichischen Mutter blieb nicht nur stehend, sondern auch liegend fehlerfrei. Die Newcomerin aus Kiefersfelden war erst durch die Absage von Doppel-Olympiasiegerin Laura Dahlmeier, die sich nach einer krankheitsbedingten Zwangspause noch im Aufbautraining befindet und wohl erst im neuen Jahr in den Weltcup einsteigt, in den Kader gerückt.

Noch im Einzel hatte sie am Donnerstag mit Platz 66 Lehrgeld gezahlt, sich davon aber schnell erholt (Biathlon: Stand im Gesamtweltcup). 

Damit kaschierten Preuß und Weidel die Schwächen ihrer Teamkolleginnen - allen voran Denise Herrmann. Auf der ehemaligen Langläuferin hatten große Hoffnungen geruht, doch sie patzte wie so oft am Schießstand.

Herrmann verpasst Qualifkation für Verfolgung

Gleich dreimal blieben die Scheiben beim Liegendschießen schwarz - da half auch ein fehlerfreier Stehendanschlag nicht mehr viel. Am Ende stand ein enttäuschender 62. Platz zu Buche, die Verfolgung am Sonntag findet ohne sie statt.

Im Vorjahr hatte sie beim Weltcup-Auftakt in Östersund im Sprint noch ihren ersten von zwei Weltcupsiegen gefeiert.

Und auch bei Hildebrand lief es kaum besser. Zwar machte sie ihrem Ruf als sichere Schützin alle Ehre und blieb am Schießstand tadellos, doch ein Sturz in der Loipe ließ die 31 Jahre alte Staffel-Weltmeisterin auf Rang 38 zurückfallen. Vanessa Hinz landete nach zwei Strafrunden auf Rang 24.

Einen Platz vor Hildebrand kam Karolin Horchler (1) ins Ziel, ihrer Schwester Nadine (1) wurde 41. Denise Herrmann (3) vergab eine Top-Platzierung schon mit drei Fehlern am Liegendanschlag, sie landete nur auf Platz 62 und verpasste sogar die Qualifikation für das Jagdrennen.

Mäkäräinen siegt überlegen vor Wierer

Ihren 24. Triumph im Weltcup feierte indes die makellose Gesamtweltcupsiegerin Kaisa Mäkäräinen. Die Finnin verwies die Italienerin Dorothea Wierer (0 Strafrunden/+14,8 Sekunden) und Justine Braisaz (0/+42,1) aus Frankreich auf die Plätze.

Am Sonntag beenden die beiden Verfolgungsrennen (ab 11.45 Uhr im LIVETICKER) den Auftakt in die neue Saison. 

Im Dezember stehen noch Weltcups in Hochfilzen/Österreich (ab 13. Dezember) und in Nove Mesto/Tschechien (ab 20. Dezember) an. Die WM findet im März 2019 in Östersund/Schweden statt.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image