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Benedikt Doll landete mit der Staffel in Ruhpolding auf Platz zwei
Benedikt Doll landete mit der Staffel in Ruhpolding auf Platz zwei © Getty Images
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Die deutschen Biathleten um Benedikt Doll melden sich nach der Enttäuschung von Oberhof in Ruhpolding stark zurück. Nur Norwegen ist noch stärker.

Benedikt Doll gab alles - doch als Überflieger Johannes Thingnes Bö 1,4 Kilometer vor dem Ziel den Turbo zündete, hatte der Sprint-Weltmeister keine Chance mehr. Dennoch sicherte Doll der ersatzgeschwächten deutschen Staffel in einem spannenden Rennen über 4x7,5 km unter dem Jubel von 16.000 Fans in der Chiemgau Arena von Ruhpolding einen überzeugenden zweiten Platz und die beste Platzierung des Winters.

"Mein Plan war, dass ich es auf den Zielsprint ankommen lasse. Aber er hat auf der Strecke angegriffen, da ist er einfach ein paar Prozent schneller. Nur ein ganz schnelles Schießen hätte vielleicht gereicht", sagte Doll, der mit 1,2 Sekunden Vorsprung auf die Schlussrunde gegangen war.

Wiedergutmachung für Oberhof

Die Rehabilitation für den enttäuschenden achten Platz in Oberhof gelang dem deutschen Team um Doll (Breitnau), Roman Rees (Schauinsland), Johannes Kühn (Reit im Winkl) und Arnd Peiffer (Clausthal-Zellerfeld) aber allemal eindrucksvoll. "Da haben wir uns sehr geärgert. Es war deshalb sehr wichtig, dass wir geschlossen eine richtig gute Leistung gezeigt haben. Ich bin sehr zufrieden", betonte Doll. Peiffer war "sehr froh, dass es so gut funktioniert hat".

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13,5 Sekunden lag die DSV-Staffel nach sechs Nachladern hinter den Norwegern (0 Strafrunden + 8 Nachlader) um Saison-Dominator Johannes Thingnes Bö, der bereits acht Einzelsiege in diesem Winter auf dem Konto hat. Rang drei ging an Frankreich (0+9/26,2 Sekunden zurück)

Auch Bundestrainer Mark Kirchner war entsprechend zufrieden, zumal die etablierten Simon Schempp (Uhingen) wegen Formschwäche und Erik Lesser (Frankenhain), der Vater geworden war, in Ruhpolding fehlen. "Wir haben das Podium erreicht mit einer sehr guten Vorstellung", sagte er in der ARD.

Ansteigende Form Richtung WM

Für das Quartett des Deutschen Skiverbandes (DSV) war es im vorletzten Staffelrennen vor der WM in Östersund/Schweden (7. bis 17. März) das beste Saisonresultat. Noch am Sonntag hatte die deutsche Staffel in Oberhof das schlechteste Ergebnis seit über zehn Jahren eingefahren, in Hochfilzen Anfang Dezember reichte es für Platz drei.

In Ruhpolding überzeugte Rees als Startläufer mit einem Nachlader. "Oberste Devise als Startläufer ist dranzubleiben - und das habe ich geschafft", sagte er. Kühn wackelte zwar etwas, vermied aber die Strafrunde. Peiffer gelang ein fehlerfreier Lauf. Die WM-Generalprobe in der Staffel findet beim Weltcup in Canmore im Februar statt.

Rösch tritt emotional ab

Mit einem 19. Platz mit Belgien beendete indes Michael Rösch (Altenberg/0 Nachlader), der 2006 in Turin mit der deutschen Staffel Olympia-Gold gewonnen hatte und im März erstmals Vater wird, seine Profikarriere.

Sollte die belgische Staffel, für die der 35-Jährige seit 2014 an den Start ging, im Laufe der restlichen Saison jedoch noch einmal Unterstützung benötigen, schloss der Sachse einen weiteren Einsatz nicht aus.

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