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Erik Lesser
Erik Lesser © Getty Images
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Erik Lesser fährt beim Weltcup in Canmore auf Rang acht. Der Norweger Johannes Thingnes Boe sorgt für die nächste Show und siegt.

Johannes Thingnes Boe brannte im "Kühlschrank" von Canmore die nächste Biathlon-Gala in die Loipe, da freute sich Erik Lesser mit Eiszapfen am Bart über seinen lange ersehnten Befreiungsschlag.

Während der Norweger Boe beim Weltcup im frostigen Kanada bereits seinen zwölften Saisonsieg feierte, verpasste Lesser als bester Deutscher seinen ersten Podestplatz des Winters nur durch einen Fehler beim letzten Schuss. Als guter Achter erfüllte der 30-Jährige endlich die Norm für die WM in Östersund/Schweden (7. bis 17. März).

Kirchner lobt Lesser

"Erik hat am Schießstand einen sehr ordentlichen Wettkampf gemacht", lobte Bundestrainer Mark Kirchner am ARD-Mikrofon, merkte aber auch an: "Auf der Strecke war er nicht ganz so schnell unterwegs, wie alle anderen auch nicht. Ich muss mal mit den Jungs ergründen, warum das so war."

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Auch Sprint-Olympiasieger Arnd Peiffer (2 Schießfehler) ärgerte sich nach Rang 13, hätte er doch ohne seinen Fehlschuss beim letzten Stehendanschlag um die Podiumsplätze mitreden können. "Es war absolut drin, gut zu schießen. Mit meiner Laufzeit bin ich auch nicht zufrieden. Es war okay, mehr nicht", sagte Peiffer.

Philipp Nawrath (2) wurde 17., die weiteren deutschen Starter verpassten die Top-20 hingegen.

Boe überragend

Das Maß der Dinge bleibt Einzel-Olympiasieger Boe. Der 25-Jährige hat dank einer fehlerfreien Vorstellung bei Temperaturen von minus 14 Grad den Saisonrekord des Franzosen Martin Fourcade (14 Siege in der Saison 16/17) bei noch zehn ausstehenden Rennen fest im Visier. Auf seinen Landsmann Vetle Sjaastad Christiansen (2) auf Rang zwei hatte Bö gigantische 2:10,2 Minuten Vorsprung, Dritter wurde der Russe Alexander Loginow (2/2:41,0).

Die Sportler waren angesichts der frostigen Temperaturen auf der Olympia-Strecke von 1988 dick eingepackt an den Start gegangen und schützten ihr Gesicht mit bunten Pflastern. Dabei war es in den kanadischen Rocky Mountains im Vergleich zu den vorigen Tagen fast schon angenehm warm. "Es ging eigentlich", sagte Peiffer.

Kälte sorgt für Unruhe

Die arktische Kälte von teilweise knapp unter minus 30 Grad an den Vortagen hatte den Zeitplan ordentlich über den Haufen geworfen. Die für Samstag geplanten Staffeln wurden auf Freitag vorverlegt (ab 20.30 Uhr MEZ), statt der Massenstarts am Sonntag sollen schon am Samstag Sprints stattfinden (ab 20.20 Uhr MEZ).

Neben der kürzeren Distanz hatten die Veranstalter beim Einzel auch die Zeitstrafen bei Schießfehlern von einer Minute auf 45 Sekunden verringert.

Auch den Athleten hatte der "Eisschrank" Canmore zuvor Sorgen bereitet. "Ich hoffe, dass ich nicht erfriere", sagte etwa Staffel-Weltmeisterin Vanessa Hinz im Vorfeld des Weltcups, der Schweizer Benjamin Weger gab die Marschroute vor: "Augen zu und durch. Und hoffen, dass die Lunge nicht gefriert."

Laut Regeln des Weltverbandes IBU sind bei Temperaturen unter minus 20 Grad keine Rennen erlaubt. Diese könnten nach den Vorhersagen in den kommenden Tagen in Canmore noch erreicht werden.

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