vergrößernverkleinern
Eric Frenzel (2.v.l.) durfte sich mit der DSV-Staffel über die Silbermedaille freuen
Eric Frenzel (2.v.l.) durfte sich mit der DSV-Staffel über die Silbermedaille freuen © Getty Images
Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

Die DSV-Kombinierer erkämpfen sich bei der WM-Staffel Silber - obwohl Startläufer Rydzek einbricht. Ein bärenstarker Eric Frenzel bringt das Team zurück auf Kurs.

Eric Frenzel und Fabian Rießle stürmten überglücklich auf Schlussläufer Vinzenz Geiger zu, selbst der eben noch untröstliche Johannes Rydzek konnte wieder lachen: In einer über alle Maßen dramatischen WM-Staffel in Seefeld haben die deutschen Kombinierer eine nicht mehr für möglich gehaltene Silbermedaille gewonnen.

Dass Geiger im Zielsprint gegen Norwegens Topstar Jarl Magnus Riiber hauchdünn an Gold vorbei spurtete, war Bundestrainer Hermann Weinbuch völlig egal. 

"Wir waren zweimal schon tot und haben doch noch um Gold gekämpft. Ich bin sehr stolz auf die Jungs. Das ist eine Werbung für unsere Sportart gewesen" sagte der Meistermacher: "Wir waren heute ein Team, es ist immer jemand in die Bresche gesprungen. Wenn einer mir vor der WM gesagt hätte, wir holen zwei Gold und ein Silber, dann wäre ich aus allen Wolken gefallen."

Anzeige

Startläufer Rydzek bricht ein

Nach dem Springen hatte die deutsche Auswahl nur auf Platz vier gelegen. Als dann auch noch Startläufer Rydzek einbrach, schien eine Medaille schon verloren, doch vor allem dank des wie entfesselt laufenden Seefeld-Doppelchampions Frenzel gelang noch ein irres Comeback.

"Es war eine Achterbahnfahrt der Gefühle, ein geiles Rennen", sagte Frenzel, der nach den Titeln im Großschanzen-Einzel und im Teamsprint seine dritte Medaille in Seefeld gewann.

Meistgelesene Artikel

Rydzek, der schon auf der Schanze gepatzt hatte, meinte: "Ich muss meinen drei Jungs ein Riesenkompliment machen, wie sie das rausgeholt haben. Ich hatte gute Tage in meiner Karriere, das war heute definitiv keiner."

Norwegen knapp vor Deutschland

Norwegen sicherte sich schließlich mit einer Sekunde Vorsprung den Sieg vor dem Erzrivalen, der den Titel-Hattrick nach 2015 und 2017 knapp verpasste. Bronze ging an Österreich (+5,0 Sekunden).

Im Springen am Morgen bei erneut schwierigen, wenngleich nicht wie bei den Spezialisten am Vortag irregulären Bedingungen hatten die deutschen Kombinierer wie schon so oft in dieser Saison einen empfindlichen Rückschlag kassiert.

"Wir haben kein Windglück. Den Österreichern ist immer alles reingelaufen, wir hatten schlechte Verhältnisse", meinte Weinbuch angesichts von 41 Sekunden Rückstand auf den Spitzenreiter.

Weinbuch setzt alles auf eine Karte

Der Bundestrainer musste alles auf eine Karte setzen, bot in Rydzek den vermeintlich schnellsten Läufer zu Staffelbeginn auf, um die Lücke zu schließen, den zuletzt von einer Erkältung geschwächten Geiger als Schlussmann. "Das ist ein bisserl Risiko, weil Vinz noch nicht so in Form ist, er hat aber das beste Finish", sagte Weinbuch.

Rydzek holte zwar schnell die vor ihm gestarteten Norweger und Japaner ein, Österreichs Oldie Bernhard Gruber (36) vergrößerte aber sogar den Vorsprung auf den deutschen Verfolger.

Am letzten Berg brach Rydzek dann kapital ein und kassierte einen Riesenrückstand. "Es hat mir den Saft herausgezogen. Mir wurde schwarz vor Augen, von der letzten Runde weiß ich nichts mehr", sagte der Oberstdorfer

Frenzel liefert sich packendes Duell

Frenzel jedoch stürmte auf Platz zwei vor, Rießle übernahm als dritter deutscher Läufer zeitweise die Führung, hatte aber den ausgebufften Norweger Jörgen Graabak und Österreichs Franz-Josef Rehrl im Schlepptau.

Die drei großen Kombi-Nationen wechselten quasi zeitgleich zum letzten Mal. Die Schlussläufer Geiger, Riiber und Lukas Klapfer zeigten Stehversuche, lieferten sich ein Pokerduell - mit dem besten Ende für Riiber, der wie Frenzel zum Doppel-Weltmeister von Seefeld wurde.

Nächste Artikel
previous article imagenext article image