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Beat Feuz bezeichnet die Strecke in Kitzbühel als "Katastrophe"
Beat Feuz bezeichnet die Strecke in Kitzbühel als "Katastrophe" © Getty Images
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Das erste Training vor dem Abfahrts-Klassiker lässt die Fahrer toben. Ein Weltmeister plädiert für eine Absage. Vor allem die Sprünge bereiten Kopfzerbrechen.

Schon nach dem ersten Training auf der berühmt-berüchtigten Streif in Kitzbühel ist massive Kritik an der Strecke aufgekommen.

"Eine Katastrophe. Die Piste ist so für mich in keinem Zustand, wie man ein Rennen fahren darf. Sie müssen jetzt gut arbeiten, dass sich die Piste am Wochenende etwas anders präsentiert. Vor allem die Sprünge", sagte der Schweizer Weltmeister Beat Feuz, der erst am Wochenende die Lauberhorn-Abfahrt in Wengen gewonnen hatte.

Die Strecke war beim ersten Training am Dienstag eisig und unruhig. Dazu kamen schwierige Sichtverhältnisse. "Das erste Training war extrem und hat wieder einmal jedem ein bisserl den Atem genommen. Ob das sein muss, weiß ich nicht, aber man muss es hinnehmen. Es ist eine schwierige Abfahrt, das weiß jeder", sagte Olympiasieger Matthias Mayer aus Österreich bei laola1.at. "Die Streif hat ihre Zähne gezeigt", ergänzte Vincent Kriechmayr vor dem Klassiker am Samstag.

Sprünge sorgen für Kopfzerbrechen

Für Hannes Reichelt waren vor allem die Sprünge in der Mausefalle und der Alten Schneise mehr als grenzwertig. "Diese beiden Sprünge gehen sehr weit - da hätte ich fast Skispringer werden können". ÖSV-Kollege Matthias Mayer pflichtete ihm bei: "Der Luftstand ist eher das Problem, der ist brutal. Man knallt richtig von oben runter."

Bereits im Vorfeld hatten Reichelt und der Norweger Aksel Lund Svindal Befürchtungen geäußert, dass die Klassikerpiste ein zu großes Sicherheitsrisiko bereithalte.

"Es darf nicht wieder so brandgefährlich werden wie vor zwei Jahren", sagte Reichelt, der 2016 bei schlechter Sicht in Kitzbühel schwer gestürzt war, der Kronen Zeitung: "Kitzbühel hat einen derartigen Stellenwert für unseren Sport. Da schauen so viele Menschen zu. Trotzdem muss man aus den Fehlern von 2016 lernen, darf nicht auf Biegen und Brechen ein Rennen durchpeitschen."

Svindal hebt mahnend den Finger

Auch Svindal, der sich 2016 auf der Streif einen Riss des Kreuzbandes und des Meniskus im rechten Knie zugezogen hatte, erinnerte an die immensen Gefahren der Piste: "Kitzbühel ist das Monte Carlo des Skisports. Die Formel-1-Fahrer picken dort beim kleinsten Fehler in der Betonmauer, da gibt es keine Knautschzone. Und auch für uns gilt in Kitz: Fehler absolut verboten!"

In 1:55,46 Minuten legte der Italiener Christoph Innerhofer auf der 3312 m langen Strecke beim Trainingsauftakt die beste Zeit hin vor Steven Nyman (USA/0,28 Sekunden zurück) und seinem Landsmann Matteo Marsaglia (0,46). Sepp Ferstl (Hammer/1,30) als Zwölfter und Thomas Dreßen (Mittenwald/1,33) auf Rang 13 passierten die Streif nicht korrekt. Andreas Sander (Ennepetal/2,27) kam auf Rang 28 ins Ziel.

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