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Stefan Luitz  auf seiner Fahrt zum Sieg in Beaver Creek
Stefan Luitz auf seiner Fahrt zum Sieg in Beaver Creek © Getty Images
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Die "Sauerstoff-Affäre" verfolgt Stefan Luitz auch nach eineinhalb Wochen noch. Das Anti-Doping-Reglement wirft Fragen auf. Der FIS-Renndirektor hofft auf Milde.

Am Sonntag wird Stefan Luitz beim Riesenslalom in Alta Badia starten, so viel ist wohl sicher.

Er wird dies womöglich mit einem mulmigen Gefühl tun, denn auf der extrem anspruchsvollen Gran Risa erlitt er am 17. Dezember vergangenen Jahres einen Kreuzbandriss - von dem er vor rund eineinhalb Wochen in Beaver Creek mit dem ersten Weltcupsieg seiner Karriere so grandios zurückkehrte.

Ginge es nach dem Renndirektor des Ski-Weltverbandes FIS, sollte Luitz diesen Sieg auch behalten dürfen - trotz der "Sauerstoff-Affäre".

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FIS-Renndirektor über Luitz: Reglement "kristallklar"

Ja, das Reglement der FIS sei "kristallklar", sagte Markus Waldner: Luitz' Vergehen, zwischen den beiden Durchgängen in Beaver Creek Sauerstoff zu inhalieren, könne den Statuten entsprechend deshalb auch nur eine Disqualifikation nach sich ziehen.

Angesprochen auf die mögliche Strafe für Luitz sagte Waldner jedoch auch: "Es kann auch eine Verwarnung sein - was wir alle hoffen." Es ist dieser Nachsatz des Südtirolers, der zeigt: Im Grunde ist die Sache eindeutig, über den Umgang damit gibt es aber zwei Meinungen.

Mindestens. Es wäre "Wahnsinn", sagte etwa der in Beaver Creek zweitplatzierte Marcel Hirscher (Österreich), würde Luitz der Sieg nachträglich aberkannt.

Widerspruch im Reglement

Fakt ist: Luitz und der Deutsche Skiverband haben gegen Punkt 2.12 der FIS-Anti-Dopingbestimmungen verstoßen, dort heißt es: Sauerstoffflaschen dürfen nicht zu einem Veranstaltungsort der FIS mitgebracht werden.

Unter Punkt 4.1 wird ausgeführt, dass eine Liste verbotener Substanzen auf der Website der WADA, der Welt-Anti-Doping-Agentur, zu finden sei. Sauerstoff wird dort nicht als verbotene Substanz aufgeführt.

"Doping ist was anderes"

Wann das FIS-Panel eine Entscheidung trifft und welche, "das kann ich absolut nicht sagen", erklärt Waldner. Auch er würde eine schnelle Entscheidung begrüßen, er hat bereits zahlreiche Anfragen anderer Nationen vorliegen, wie es denn nun mit Luitz weitergehe.

Der Südtiroler vertritt einstweilen die Meinung: "Doping ist was anderes", es gehe nicht "um Hormone oder etwas anderes Leistungssteigerndes. Aber das entscheiden nicht wir." 

Auch FIS-Generalsekretärin Sarah Lewis betont, das im Übrigen vom Weltverband "völlig unabhängige" Anti-Doping-Panel dürfe keine Kommentare zum laufenden Verfahren abgeben. Es werde seine Entscheidung außerdem "auf Grundlage der FIS-Regularien und der Regeln der WADA" treffen.

Dauer bis zur Entscheidung über Luitz verwundert

Das kann nur heißen: Luitz wird der Sieg aberkannt. Deshalb ist es ein wenig verwunderlich, dass die Entscheidung noch aussteht.

Hätte Luitz die Sauerstoffflasche außerhalb eines Wettkampfs genutzt, würde nichts passieren. Die FIS hat jedoch nicht die Absicht, ihr Reglement zu vereinheitlichen und die Aufnahme von Sauerstoff auch an den Wettkampfstätten zu genehmigen.

Es gebe, betonte Lewis, "keine Bestrebungen", Änderungen an den Statuten vorzunehmen.

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