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Marcel Hirscher hat wie erwartet sein Karriereende verkündet. Die österreichische Legende erklärt am Abend auf einer Pressekonferenz das Ende seiner Laufbahn.

Die acht großen Kristallkugeln funkelten im Scheinwerferlicht, Marcel Hirscher saß lächelnd vor seiner Trophäensammlung - und Österreichs Jahrhundertskifahrer wirkte aufgeräumt, als er das Ende seiner großen Karriere verkündete.

"Es ist keine große Überraschung mehr, aber jetzt ist es raus", sagte der 30-Jährige: "Ich bin sehr stolz auf das, was ich geschafft habe, ich würde alles noch einmal so machen."

Nach Hirschers zwölf Jahren im Weltcup war zuletzt bereits über einen Rücktritt des Doppel-Olympiasiegers spekuliert worden, am Mittwochabend machte er es im Rahmen einer Pressekonferenz in Salzburg dann offiziell: In gut sieben Wochen wird der alpine Ski-Zirkus ohne sein Aushängeschild Fahrt aufnehmen.

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Das plant Hirscher für die Zukunft

Auf Hirscher warte nun eine sehr spannende Zeit, "ich wechsle ja nicht einfach den Job, ich ändere mein Leben beinahe über Nacht." Er freue sich nun auf "faszinierende Projekte, aber Genaues kann ich noch nicht sagen. Ich möchte vielen Menschen auf die eine oder andere Weise gerne etwas zurückgeben."

Für seine Entscheidung gebe es "sehr viele" Gründe, so habe die körperliche Belastbarkeit über die Jahre nachgelassen. "Ich habe gemerkt, dass der Sommer mir zu kurz wurde, um mich wieder in die Verfassung für die neue Saison zu bringen. Es ist wie bei einem alten Handy, bei dem sich der Akku nicht mehr so schnell auflädt."

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Im Sommer nach seinen Olympiasiegen von Pyeongchang hatte der Salzburger seine langjährige Freundin Laura geheiratet, im Oktober 2018 kam dann der erste Sohn des Paares zur Welt. Schon damals deutete Hirscher an, dass seine Perspektiven sich verschoben haben, weg vom Skisport. "Ich will in Zukunft mit meinem Sohn Fußball spielen, in die Berge gehen, ohne Verletzungen auskurieren zu müssen", sagte Hirscher nun.

Alaba bedankt sich bei Hirscher

Österreich verliert damit seinen größten Sportstar der Gegenwart. Und das ließ auch das Staatsoberhaupt nicht kalt. "Mehr als Sie erreicht haben, kann man nicht erreichen. Sie werden immer als Jahrhundert-Skisportler in Erinnerung bleiben", teilte Bundespräsident Alexander Van der Bellen in einer Videobotschaft mit.

Auch Österreichs Fußball-Nationalmannschaft sendete Grüße, in Person von Bayern Münchens David Alaba. "Danke für die Erfolge, die Du für dieses Land eingefahren hast. Wir alle sind stolz auf Dich", sagte er: "Wenn Dir langweilig wird, dann komm bei uns vorbei, dann kicken wir ein bisschen."

Seinen Sport hatte Hirscher über Jahre dominiert. Er holte in seiner Karriere insgesamt 67 Weltcup-Siege und feierte in der vergangenen Saison zum achten Mal in Folge den Triumph in der Gesamtwertung. Bei den Weltmeisterschaften in Are/Schweden im Februar holte Hirscher sein siebtes WM-Gold.

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