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Rosi Mittermaier holte bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck zwei Goldmedaillen
Rosi Mittermaier holte bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck zwei Goldmedaillen © Imago
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Felix Neureuthers Mutter Rosi Mittermaier war Deutschlands größtes Ski-Idol. "Gold-Rosi" trat früh zurück - In ihrem Leben waren ihr andere Dinge wichtiger.

Eine Feier? Ach du liebe Zeit, bloß nicht!

Rosi Mittermaier, seit den unvergesslichen Tagen bei den Olympischen Winterspielen 1976 in Innsbruck auf ewig die "Gold-Rosi", sitzt kurz vor ihrem 70. Geburtstag auf ihrer Terrasse mit dem herrlichen Blick hinüber zur Zugspitze und schüttelt verständnislos den Kopf. "Ich weiß nicht", sagt sie dann, "warum jeden Menschen dieser Geburtstag interessiert, das ist ja furchtbar." 

Für Rosa Katharina Mittermaier, seit 1980 verheiratete Neureuther, wäre ihr runder Ehrentag ein Tag wie jeder andere gewesen, wären da nicht ihre Freunde gewesen. Oder ihr Sohn.

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"Der Felix" sei ja auch so einer. "Da müssen wir was feiern", habe der betont, "aber da habe ich gesagt: wieso? Wir sehen uns doch eh jeden Tag." Stimmt: Felix Neureuther wohnt nebenan, und hinten beim Küchenausgang der Mutter stehen seine Müslischalen.

Rosi Mittermaier will keine Aufmerksamkeit

Es hatte sich ja sogar ein Bus angesagt aus Reit im Winkl, ihrer Heimatstadt, in der sie am 5. August 1950 geboren wurde, "mit 50 Leuten und dem Bürgermeister" hätte ein Abordnung in ihren Wohnort am Rande von Garmisch kommen wollen. Auch da hat Rosi Mittermaier abgesagt - allerdings aus naheliegenden Gründen: "In Zeiten von Corona muss man jetzt ja auch nichts herausfordern."

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Rosi Mittermaier findet, Aufmerksamkeit habe sie schon genug erfahren, seit sie 1976 in Abfahrt und Slalom zu Gold und im Riesenslalom zu Silber fuhr.

Deutschland drehte danach durch, auch wegen des immensen Trubels trat die "Gold-Rosi" damals am Saisonende zurück, als 25-Jährige: "Wenn ich heute daran denke, dass ich das alles ausgehalten habe, kann ich mir das nicht mehr vorstellen. Ich steh ja viel durch, aber das war krass."

Rosi Mittermaier holte bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck drei Medaillen
Rosi Mittermaier holte bei den Olympischen Spielen 1976 in Innsbruck drei Medaillen © Imago

Das neue Leben fand Rosi Mittermaier "spannend", schließlich hatte sie als Sportlerin "schon alles gesehen". Vermisst hat sie das alte Leben trotzdem, es habe sie "gejuckt", wieder Rennen zu fahren, weil ihr "die Freunde aus dem Sport" und ihr gewohntes Umfeld fehlten.

"Gold-Rosi" weiterhin populär

An ein Comeback, beteuert sie, habe sie dennoch nie gedacht, auch weil sie das Glück, sich nie schwer verletzt zu haben, nicht herausfordern wollte. 

Dass Rosi Mittermaier über die Jahrzehnte populär geblieben ist, auch als Werbeträgerin und für andere repräsentative Rollen gefragt, hat wohl viel damit zu tun, dass sie noch immer so ist, wie sie ist: stets freundlich und bescheiden, immer hilfsbereit, für jede gute Sache zu haben. Der Sport hat ihr Werte wie Freundschaft und Fairness vermittelt, und diese Werte hält sie hoch.

Soll aber nur keiner glauben, dass die liebenswerte Rosi nicht auch mal grantig werden kann.

"Ungerechtigkeit", sagt sie mit energischem Ton, könne sie überhaupt nicht leiden. Daher hält sie auch Doping im Sport schlichtweg für "Betrug", gegen den sie "ganz strikt vorgehen würde". Und weil das in ihren Augen nicht geschieht, ist sie auch "wirklich sehr enttäuscht" vom Internationalen Olympischen Komitee (IOC).

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Ansonsten ruht Rosi Mittermaier freilich in sich. Sie nimmt das Leben, wie es kommt. Auch wenn es mal kleine Zwischenfälle gibt wie Ende Januar, als sie sich bei einem Sturz auf einer Eisplatte das linke Handgelenk brach.

Danach hat sie einfach alles nur mit rechts gemacht, die mittlerweile drei Enkel auf dem Arm getragen, "sogar noch Fenster geputzt", so lange, bis die Bizepssehne riss. Sie lacht über solche Missgeschicke.

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Ihr Leben kann Rosi Mittermaier genießen, sie sieht es schon jetzt als erfüllt an. Da ist das Familienleben mit Ehemann Christian Neureuther, selbst ehemaliger Skierennläufer und Vater ihrer Kinder Felix und Ameli. Felix Neureuthers Schwester ist eine erfolgreiche Modedesignerin und Illustratorin, entwarf unter anderem auch die Maskottchen für die Ski-WM 2011 in Garmisch.

Und auch sonst hat Mittermaier nach eigenen Angaben "schon alles gemacht, alles ausprobiert": Gleitschirmfliegen, Fallschirmspringen, Tauchen, Surfen auf Hawaii; Autorennen ist sie gefahren und Motorrad.

"Ich plane nichts", sagt sie, "ich kann das auch nicht, ich habe es aber auch nie gebraucht, ich hatte immer das Glück, dass ich Leute hatte, die das für mich tun."

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