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Die DSV-Adler um Richard Freitag sprangen im polnischen Wisla auf Platz zwei
Die DSV-Adler um Richard Freitag sprangen im polnischen Wisla auf Platz zwei © Getty Images
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Die deutschen Skispringer erleben einen guten Saison-Auftakt. Beim Mannschaftswettbewerb in Wisla müssen sich die DSV-Adler nur Gastgeber Polen geschlagen geben.

Richard Freitag verneigte sich vor "König" Kamil Stoch, dann feierte er mit seinen Teamkollegen den starken zweiten Rang: Die deutschen Skispringer sind in Wisla mit dem erhofften Podestplatz in den WM-Winter gestartet. Nach sieben von acht Durchgängen lagen die DSV-Adler sogar in Führung, dann packte Olympiasieger Stoch jedoch einen Traumsprung aus und ließ die 15.000 polnischen Fans jubeln.

"Das war ein guter Wettkampf, ein ordentlicher Auftakt. Wir wollten hier aufs Podium, das haben wir letztes Jahr noch verfehlt", sagte Bundestrainer Werner Schuster in der ARD. Mit 1015,5 Punkten fehlten seiner Mannschaft umgerechnet nur gut sechs Meter auf den Gastgeber und Weltmeister Polen (1026,6). Rang drei ging mit deutlichem Rückstand an Österreich (972,0).

Für die Entscheidung auf der Adam-Malysz-Schanze sorgte Superstar Stoch, der in der Qualifikation noch geschwächelt hatte. Der Gewinner der Vierschanzentournee segelte bei schwierigen Bedingungen auf 129,0 m und zog noch an Freitag vorbei, der sich mit 123,5 m begnügen musste.

"Kamil Stoch war eine Klasse stärker. Es war cool, dass wir bis zum letzten Duell mit dabei waren", sagte Schuster.

Leyhe sorgt für Überraschung

Bester DSV-Adler war etwas überraschend Leyhe mit 128,5 und 126,0 m, im ersten Durchgang gelang ihm sogar der weiteste Sprung der gesamten Konkurrenz. Der Willinger hatte schon am Freitag in der Qualifikation mit Rang drei überzeugt und Hoffnungen für den Einzelwettkampf am Sonntag (Skispringen: Einzel in Wisla, Sonntag ab 15 Uhr im LIVETICKER) geweckt. "Stephan hat das Zeug dazu, in diesem Winter aufs Podium zu kommen", so Schuster.

Auch ohne Olympiasieger Andreas Wellinger mischte das DSV-Quartett von Beginn an vorne mit, schon nach den ersten Sprüngen von Geiger (121,0 m) und Eisenbichler (125,5) lag das Team hinter Polen auf Rang zwei. Leyhe (128,5) und Freitag (123,5) festigten diesen Rang. "Das waren solide bis gute Sprünge, wir sind in Schlagdistanz", sagte Schuster.

Nach der Pause hielten Geiger (128,0) und Eisenbichler (122,5) die Position, ehe der starke Leyhe (126,0) einen Patzer von Dawid Kubacki nutzte und Deutschland erstmals in Führung brachte. "Das war ein bockstarker Sprung, eine Bombe", sagte Geiger über Leyhe. Somit kam es zum Showdown zwischen Freitag und Stoch, in dem Superstar Stoch die Nerven behielt und seine Teamkollegen Piotr Zyla, Jakub Wolny und Kubacki jubeln ließ.

Wellinger zeigt Verständnis für Nicht-Nominierung

Rang vier ging an Japan (916,5 Punkte). Olympiasieger Norwegen verpasste den zweiten Durchgang, weil der zweimalige Olympiadritte Robert Johansson wegen eines nicht regelkonformen Anzugs disqualifiziert wurde.

Wellinger war nach schwachen Leistungen am Freitag nicht für den Wettkampf nominiert worden, der Bayer hatte in der Qualifikation als 46. nur mit Mühe den Sprung in den Einzelwettkampf der besten 50 am Sonntag geschafft. Die Entscheidung sei "vollkommen nachvollziehbar", sagte der 23-Jährige.

Damit endete auch eine kleine Serie: In den vergangenen beiden Wintern hatte Wellinger in keinem der 14 Teamspringen gefehlt, nun hofft er am Sonntag auf Wiedergutmachung.

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