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FIS Nordic World Cup - Four Hills Tournament
David Siegel überraschte mit dem fünften Rang © Getty Images
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Beim Weltcup in Val di Fiemme sorgt David Siegel für eine Überraschung. Dawid Kubacki triumphiert, doch Ryoyu Kobayashi verpasst einen Rekord.

David Siegel stand nach seiner Flugshow im Fleimstal völlig durchnässt im Schnee und lachte laut.

Nicht Markus Eisenbichler oder Stephan Leyhe sorgten am ersten Wochenende nach der Vierschanzentournee für die größten Skisprung-Schlagzeilen aus deutscher Sicht, sondern der eher schüchterne 22-Jährige aus Baiersbronn als starker Fünfter. 

"Unglaublich, wirklich unfassbar. Ich hätte nie gedacht, dass es so schnell geht", sagte Siegel nach dem besten Wettkampf seiner Karriere.

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Siegel: "Komplett nassgeschwitzt"

Während der Pole Dawid Kubacki in Val di Fiemme den ersten Weltcupsieg seiner Laufbahn feierte und Überflieger Ryoyu Kobayashi somit einen Rekord verpasste, kam Siegel wie Phönix aus der Asche.

Der Junioren-Weltmeister von 2016 lag nach dem ersten Durchgang sogar auf dem vierten Rang, am Ende fehlten umgerechnet nur drei Meter zum Treppchen. Siegels zuvor beste Platzierung war ein 13. Rang gewesen.

"Nach dem ersten Durchgang war ich schon etwas nervös, klar. Ich bin von oben bis unten komplett nassgeschwitzt. Aber ich habe mein Ziel erreicht, geil", sagte Siegel, der die Nerven behielt.

Ein Sonderlob gab es von Bundestrainer Werner Schuster, der vor dem zweiten Durchgang noch befürchtet hatte, der DSV-Adler könne mit dem Druck nicht umgehen. "Respekt an David. Nur vier vor ihm, das ist schon was. Das lag auch ein bisschen in der Luft. Er hat einen harten Weg hinter sich mit einigen Verletzungen", sagte der DSV-Coach.

Kobayashi verpasst Rekord

Der Japaner Kobayashi verpasste dagegen eine Woche nach seinem Grand Slam bei der Tournee einen weiteren Eintrag in den Geschichtsbüchern. Der 22-Jährige, am Samstag noch klarer Sieger, kam nicht über den siebten Rang hinaus. Kobayashi hätte als erster Skispringer der Geschichte sieben Springen in Folge gewinnen können.

Den Rekord von sechs Siegen in Folge muss er sich nun mit den Finnen Janne Ahonen (2004/05) und Matti Hautamäki (2005) sowie den Österreichern Thomas Morgenstern (2007) und Gregor Schlierenzauer (2009) teilen.

Der Sieg ging an Kubacki, der Doppel-Weltmeister Stefan Kraft aus Österreich auf Rang zwei verwies und erstmals in seiner Karriere ganz oben auf dem Podest stand. Dritter wurde Olympiasieger Kamil Stoch (Polen) vor dem Norweger Robert Johansson.

Eisenbichler: "Zu Tode geärgert"

Zweitbester Deutscher war am Sonntag der Tournee-Zweite Eisenbichler (Siegsdorf), der mit einem starken zweiten Sprung noch vom 17. auf den sechsten Platz kletterte.

"Besser ein guter Sprung als kein guter Sprung. Jetzt kann ich zufrieden heimfahren", sagte Eisenbichler, der am Samstag noch wegen einer Disqualifikation zuschauen musste: "Da habe ich mich zu Tode geärgert, dass ich im Bett liegen musste."

Richard Freitag (Aue) zeigte mit den Rängen 17 und 16 eine ordentliche Leistung. Leyhe, am Samstag als Fünfter noch bester DSV-Adler, kam nach zwei verpatzten Landungen nur auf den 18. Rang. "Schade, da war deutlich mehr möglich", sagte der Willinger.

Der Tournee-Dritte Leyhe lag damit aber noch vor Karl Geiger (Oberstdorf/19.) und Olympiasieger Andreas Wellinger (Ruhpolding/26.), die erneut hinter ihren Möglichkeiten zurückblieben. "Da ist insgesamt etwas schiefgegangen. Ich hoffe, dass wir uns nächstes Wochenende in Zakopane wieder besser präsentieren", sagte Schuster.

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