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Markus Eisenbichler liegt in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee auf dem 2. Platz
Markus Eisenbichler liegt in der Gesamtwertung der Vierschanzentournee auf dem 2. Platz © Getty Images
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Markus Eisenbichler schwächelt in der Vierschanzentournee-Quali zum 3. Springen in Innsbruck. Kobayashi trumpft auf. Aber Werner Schuster sieht Eisenbichler bereit.

Markus Eisenbichler zuckte kurz mit den Schultern, dann war der kleine Rückschlag im großen Vierschanzentournee-Duell mit dem Japaner Ryoyu Kobayashi schon zu den Akten gelegt. "Den Sprung habe ich ein bisschen verhauen, zum Glück war es nur die Quali. Abhaken und morgen besser machen", sagte der 27-Jährige, nachdem er in der Vorausscheidung zum Bergiselspringen in Innsbruck nur den 32. Rang belegt hatte - weit hinter Sieger Kobayashi.

"Ich weiß, was ich falsch gemacht habe", sagte Eisenbichler, der nach einem Patzer am Schanzentisch nur auf 116,0 m flog: "Platz 32 ist zwar nicht schön, es gibt mir aber die Sicherheit, dass ich auch mit einem wirklich schlechten Sprung die Qualifikation schaffe."

Wetterbedingungen können ausschlaggebend sein

Das Ergebnis könnte dennoch entscheidenden Einfluss auf das Springen am Freitag (Vierschanzentournee, 3. Springen in Innsbruck: ab 14.00 Uhr im SPORT1-LIVETICKER) und den Kampf um die Tournee-Krone haben. Eisenbichler, Zweiter der Gesamtwertung, steigt früh in den Wettkampf ein, tritt im siebten von 25 K.o.-Duellen gegen den Österreicher Philipp Aschenwald an.

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Kobayashi, der nach Siegen in Oberstdorf und Garmisch-Partenkirchen mit umgerechnet nicht einmal anderthalb Metern Vorsprung auf Eisenbichler die Tournee-Wertung anführt, sprang 126,5 m und wird den ersten Durchgang am Freitag als letzter Starter bestreiten. Gut möglich, dass der zeitliche Abstand einen der beiden Kontrahenten am launischen Bergisel mit besseren Wetterbedingungen begünstigt.

Schuster sieht Eisenbichler gut aufgestellt

Während sich Kobayashi äußerst selbstbewusst gab ("Die Chance ist jetzt groß, ich will sie nutzen"), zeigte sich Bundestrainer Werner Schuster von Eisenbichlers schwachem Sprung unbeeindruckt: "So etwas passiert ab und zu. Markus hat insgesamt die Schanze ganz gut im Griff, hat seine sieben Sachen zusammen, er hat es heute nur noch nicht gezeigt."

Mäßiges Abschneiden der deutschen Springer

Bester der sieben deutschen Starter, die allesamt die Qualifikation schafften, war Karl Geiger als Sechster mit 124,0 m vor Stephan Leyhe, der mit 123,5 m Achter wurde. Richard Freitag, im Vorjahr in Innsbruck folgenschwer gestürzt, kam mit 119,0 m auf Platz zwölf. "Es geht voran, auch wenn es keine Riesenschritte sind. Das ist in Ordnung, gerade auch für die Springen nach der Tournee", sagte der Sachse.

Andreas Wellinger, der in Oberstdorf und Garmisch jeweils den zweiten Wettkampf-Durchgang verpasst hatte, schaffte es als 47. (110,5 m) mit Ach und Krach in den Wettkampf. "Weitermachen und die richtigen Dinge stabilisieren. Irgendwann kommt der Tag, dass es wieder läuft", sagte der Olympiasieger. Constantin Schmid als 30. und David Siegel als 32. punktgleich mit Eisenbichler lagen noch vor Wellinger.

Zweikampf zwischen Eisenbichler und Kobayashi

Nach seinem erneuten zweiten Platz beim Neujahrsspringen der Vierschanzentournee in Garmisch-Partenkirchen lebt der Traum vom Tournee-Sieg für Eisenbichler weiter, am Freitag steht der 3. Wettkampf an (Vierschanzentournee: Springen in Innsbruck Freitag ab 14 Uhr im LIVETICKER).

Nach nur zwei von vier Tournee-Stationen deutet alles auf einen Zweikampf zwischen Ryoyu Kobayashi und Eisenbichler hin. Der Japaner führt nach seinen Siegen in Oberstdorf und Garmisch in der Gesamtwertung mit 548,9 Punkten vor dem Deutschen (546,6).

Für Eisenbichler war die Chance auf den ersten Tournee-Gesamtsieg noch nie so gut wie diesmal. Das weiß der 27-Jährige selbst auch: "Natürlich ist viel drin. Aber ich schaue nicht auf die Gesamtwertung, ich konzentriere mich auf Innsbruck. Ich will entspannt und locker bleiben. Am Ende rechnet das eh der Computer aus." Sein größter Konkurrent Kobayashi stellte sich bislang als Überflieger heraus.

In den 25 K.o.-Duellen des ersten Durchgangs, in denen sich die Sieger und die fünf besten Verlierer für den zweiten Durchgang qualifizieren, kommt es zu folgenden Paarungen mit deutscher Beteiligung (in Klammern die Position in der Qualifikation):  

Karl Geiger (Oberstdorf/6.) - Viktor Polasek (Tschechien/45.)

Stephan Leyhe (Willingen/8.) - Sergej Tkastschenko (Kasachstan/43.)

Richard Freitag (Aue/12.) - Kevin Bickner (USA/39.)

Constantin Schmid (Oberaudorf/30.) - Robert Johansson (Norwegen/21.)

Markus Eisenbichler (Siegsdorf/32.) - Philipp Aschenwald (Österreich/19.)

David Siegel (Baiersbronn/33.) - Junshiro Kobayashi (Japan/18.)

Andreas Wellinger (Ruhpolding/47.) - Daniel Huber (Österreich/4.)  

Weitere Duelle u.a.:

Ryoyu Kobayashi (Japan/1.) - Clemens Leitner (Russland/50.)

Dawid Kubacki (Polen/7.) - Rok Justin (Slowenien/44.)

Kamil Stoch (Polen/TV/24.) - Clemens Aigner (Österreich/27.)

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