vergrößernverkleinern
Skispringen: Stephan Leyhe mit Sturz bei Chaos-Springen in Oslo
Skispringen: Stephan Leyhe mit Sturz bei Chaos-Springen in Oslo © Getty Images
Lesedauer: 3 Minuten
teilenE-MailKommentare

Bei einem chaotischen Springen in Oslo stürzt Stephan Leyhe. Danach wird das Springen abgebrochen. Die DSV-Adler verpassen das Podest klar.

Stephan Leyhe humpelte durch den Auslauf, Markus Eisenbichler stand der Schreck ins Gesicht geschrieben, und Bundestrainer Werner Schuster war die Laune sichtlich verhagelt: Bei einem Teamwettkampf unter fast schon gemeingefährlichen Bedingungen sind die deutschen Skispringer zum Auftakt der Raw-Air-Tour in Oslo nur Fünfte geworden.

"Das ist echt bitter", sagte Schuster in der ARD, nachdem die Jury die Konkurrenz wegen unberechenbarer Winde nach dem ersten Durchgang abgebrochen und Gastgeber Norweger damit zum Sieger gemacht hatte. Die deutschen Teamweltmeister hatten nach dem üblen Crash von Leyhe, der bei der Landung mit dem Gesicht im Schnee landete, keine Chance mehr.

Leyhe noch mit Glück

"Stephan hätte im zweiten Durchgang nicht mehr springen können, er hat etwas am Sprunggelenk", sagte Schuster: "Ich hoffe, dass wir ihn nicht verlieren, das wäre bitter." Leyhes Start im Einzel am Sonntag (ab 14.30 Uhr im SPORT1-Liveticker) ist zumindest offen. "Stephan hat wohl noch Glück gehabt", meinte Weltmeister Eisenbichler: "Der Abbruch war aber die richtige Entscheidung."

Anzeige

Der Gestürzte selbst äußerte sich mittlerweile über Instagram und gab Entwarnung. "Es ist so weich hier, lasst mich ein kurzes Nickerchen machen", betitelte Leyhe ein Bild von seinem Sturz. Seinen Humor hat er also trotz des Schocks nicht verloren. Einen Hinweis darauf, ob er morgen an den Start gehen kann, gab allerdings auch er nicht.

Der Ärger über eine verpasste Siegchance rückte da in den Hintergrund, auch wenn Schuster festhalten wollte: "Wir hätten heute gewinnen können." Der Sieg ging an Norwegen mit 469,8 Punkten vor Japan (456,8) und Österreich (454,4). Deutschland kam auf 437,9 Punkte.

Weltverband mit Kritik

"Wir haben schon für die erste Runde so lange gebraucht, das sollten wir den Springern nicht mehr zumuten", sagte Weltverbands-Renndirektor Walter Hofer: "Man muss wissen, wann Schluss ist." Dass die Jury dies wusste, konnte sie im ersten Durchgang nicht immer vermitteln.

Norwegens Schlussspringer Robert Johansson sprang auf 144,0 m, verbesserte den Schanzenrekord um drei Meter, sprang aber dabei in einen eigentlich nicht mehr zu kontrollierenden Bereich. Schon zuvor hatte es einige heikle Szenen gegeben.

Meistgelesene Artikel

Geiger verhindert Sturz nur knapp

Den deutschen Startspringer Karl Geiger erwischte bei der Landung nach 130,0 m eine Böe, der Oberstdorfer konnte nur knapp einen Sturz vermeiden. Johanssons Landsmann Marius Lindvik konnte seinen Sprung nicht stehen, stürzte wie Leyhe, blieb aber unverletzt.

Eisenbichler hielt das deutsche Team als Schlussspringer mit 135,0 m im Rennen, nachdem Youngster Constantin Schmid in Runde zwei nur 119,5 m gesprungen war.

Schmid bekam Vorzug vor Wellinger

Richard Freitag (Aue), der bei der WM in Seefeld mit Eisenbichler, Geiger und Leyhe Team-Gold vor Österreich und Japan geholt hatte, fehlte in Oslo wegen der Folgen eines Infekts und soll am Montag bei der zweiten Raw-Air-Station in Lillehammer wieder eingreifen. Schmid bekam am Samstag dem Vorzug vor dem weiterhin formschwachen Olympiasieger Andreas Wellinger.

Die Führung in der Raw-Air-Wertung übernahm Johansson mit 285,0 Punkten vor dem Japaner Ryoyu Kobayashi (268,8) und Eisenbichler (260,3). Der Sieger der nun auf insgesamt 15 Sprünge verkürzten Serie erhält 60.000 der insgesamt 100.000 Euro Prämie.  

Nächste Artikel
previous article imagenext article image