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Der norwegische Skispringer Daniel Andre Tande stürzte am 25. März schwer im slowenischen Planica
Daniel Andre Tande wird nach seinem Horror-Sturz medizinisch betreut © AFP/SID/JURE MAKOVEC
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Nach dem Horror-Sturz von Daniel Tande in Planica gibt der Verband ein Statement zum Gesundheitszustand des Skispringers. Das künstliche Koma soll beendet werden.

Gute Nachrichten vom norwegischen Skiverband.

Laut Skisprungdirektor Clas Brede Brathen wird Daniel Andre Tande in wenigen Minuten aus dem künstlichen Koma geholt. Im ZDF-Interview erklärte er, dass er sich in 30 Minuten in Richtung Krankenhaus aufmacht, um dabei zu sein, wenn der Skispringer langsam aus dem Koma geholt wird.

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Zudem äußerte er sich zu den Verletzungen, die Tande erlitten hat. Demnach gebe es zwar aller Voraussicht nach keine ernsthaften Hirn- oder Kopfverletzungen, aber einen Schlüsselbeinbruch und Probleme mit der Lunge.

Der Norweger Daniel Andre Tande hatte nach seinem Horror-Sturz beim Skiflug-Weltcup in Planica zwei Tage im künstlichen Koma im Krankenhaus von Ljubljana verbracht. (NEWS: Alles zum Skispringen)

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"Daniel ist im Krankenhaus gut aufgehoben. Er ist gut durch die Nacht gekommen. Die Situation ist stabil, und wie geplant werden heute weitere Untersuchungen durchgeführt", hatte Guri Ekaas, die norwegische Mannschaftsärztin der Skispringer, zunächst am Freitag vor dem zweiten Skifliegen in Planica erklärt.

Tande sollte nach ersten Angaben zufolge nur bis Freitagnachmittag im Koma bleiben, um den Stress fürs Gehirn zu reduzieren. Doch auch am Abend war der 27 Jahre alte Wintersportler noch immer nicht bei Bewusstsein. (Skisprung-Weltcup: Kalender der Saison 2020/21)

Dem norwegischen Rundfunk sagte Braathen dann in einem späteren Statement, Tande soll voraussichtlich nun am frühen Samstagmorgen aus dem künstlichen Koma erweckt werden: "Dann werde ich bei ihm sein."

Tande: So erklärt Nationaltrainer Sturz

Alexander Stöckl hatte zuvor Hoffnung gemacht, dass Tande gar ohne bleibende gesundheitliche Schäden davon kommen könnte. "Die ersten Untersuchungen haben nichts Negatives ergeben. Sie haben einen Hirnscan gemacht und den Nacken gecheckt. Da gibt es nichts zu melden, das ist sehr positiv", sagte der Nationaltrainer der Skandinavier der dpa

Tande hatte am Donnerstag im Probedurchgang vor dem ersten Einzel-Wettkampf am Donnerstag kurz nach dem Absprung die Kontrolle über seinen linken Ski verloren, war mit voller Wucht auf den Hang geprallt und daraufhin bewusstlos ins Universitätsklinikum der Hauptstadt Ljubljana geflogen worden.

Der Team-Olympiasieger, im Dezember noch Skiflug-Weltmeister mit der Mannschaft, erlitt einen Schlüsselbeinbruch und hatte per Intubation mechanisch beatmet werden müssen. Lebensgefahr soll aber nach wie vor nicht bestehen, hieß es. (Skispringen: Weltcup-Stände)

Stöckl nahm auch zur Sturz-Ursache Stellung: "Wir haben das Video analysiert. Es war sein eigener Fehler. Er war zu offensiv in der ersten Flugphase."

Tande sei schnell breit geworden mit den Skiern und hat sich "dann ein bisschen draufgelehnt auf die Luft. Dann hat er den Kontakt zu den Ski verloren. Man kann da eigentlich nichts finden, außer eigenes Verschulden." Eigentlich habe Tande "ganz gute Bedingungen gehabt."

Schlimme Szene: Daniel Andre Tande stürzte in Planica schwer
Schlimme Szene: Daniel Andre Tande stürzte in Planica schwer © Imago

Auch Karl Geiger geschockt wegen Tande

Die Skispringer-Community zeigte sich jedenfalls nach wie vor geschockt: "Es gibt wichtigere Sachen als ein Podest, manchmal kann man froh sein, wenn man auf beiden Füßen landet", sagte Karl Geiger am Rande des zweiten Wettkampfs auf der Riesenschanze.

Irritierend: Der deutsche Sieger hatte bei seinem Coup selbst einen Schreckmoment zu überstehen, weil bei einem Schuh die Plastikschnalle gerissen war. "Ich war echt ein bisschen nervös, weil mir oben ein Material-Missgeschick passiert ist", erzählte Geiger im ZDF: "Aber ich konnte es gut improvisieren."

Ausgestattet mit einem Metallring eines Autoschlüssels von einem Kontrolleur war der Improvisator nicht zu schlagen.

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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)

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