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Bei ROG MASTERS 2016 gewann KheZu sein erstes Event © GameSports

Der deutsche Dota 2-Spieler KheZu spricht über sein Jahr 2016, seine Highlights und den Wechsel zu Team Secret.

Von Mike Koch

Das Jahr 2016 war für den deutschen Dota 2-Spieler Maurice "KheZu" Gutmann sein erstes Profi-Jahr. SPORT1 reflektiert mit dem 21-jährigen Spieler über seine Erfolge und ersten Schritte in Dota 2.

SPORT1: Wie war für dich der Wechsel von Heroes of Newerth zu Dota 2?

KheZu: Ich habe erst versucht, mich auf das Spiel zu konzentrieren und reinzukommen, weil halt doch viele Sachen anders sind. Heroes of Newerth und Dota 2 sind zwar ähnlich, aber es gibt viele Kleinigkeiten und Verfeinerungen, die man sich abgewöhnen muss. Da ich weit hinter den aktiven Spielern war, habe ich sehr, sehr viel gespielt, um Zeit rauszuholen.

Es war auch keine leichte Entscheidung. Vor allem zum Ende von HoN war ich sehr glücklich mit dem Spiel. Aber leider wurde die Szene immer kleiner und viele sind zu Dota 2 gewechselt. Zum Ende gab es einfach kaum noch gute Spieler – es hat sich nicht mehr wirklich gelohnt.

SPORT1: Wie gut kanntest du dich zu diesem Zeitpunkt mit Dota 2 aus? Kanntest du die großen Namen wie syndereN und Co. schon vorher?

KheZu: Ich habe mich vor allem auf die großen Events konzentriert, besonders das The International natürlich, aber auch andere Turniere. Immerhin sind ja auch viele Helden ähnlich oder fast gleich zu HoN, also konnte man sich kleine Tricks und Kniffe auch von den Profis aus Dota 2 abschauen.

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SPORT1: In Dota 2 sind die Preisgelder deutlich höher: Bereust du, so lange gewartet zu haben?

KheZu: Bereuen ist ein sehr starkes Wort. Generell habe ich das letzte Jahr, in dem ich schon eher hätte wechseln können, sehr genossen. Ich habe viele gute Erinnerungen daran. Wenn wir über das Thema Geld reden: Vielleicht ja, vielleicht nein – aber das ist auch nicht das Ende der Welt.

SPORT1: Wieso sind viele HoN-Spieler, so wie du, nach Dota 2 gewechselt und nicht zu League of Legends?

KheZu: Das liegt wahrscheinlich daran, dass HoN und Dota 2 sich viel näher sind und der Umstieg damit leichter fällt. Bei mir persönlich war es so, dass ich LoL einmal kurz angespielt habe und es mich überhaupt nicht angesprochen hat, weder von der Grafik noch von der Spielweise her.

SPORT1: Wie bist du zu Escape Gaming gekommen?

KheZu: Für mich selbst kam das sehr plötzlich. Ich kannte nur Era, da er auch in HoN aktiv war. Mir wurde gesagt, dass Era mein Potential erkannt hat und auch andere Spieler mich in Matchmaking-Spielen beobachtet hatten.

Per Facebook hat er mich dann angeschrieben und zu einem Game mit seinen Kameraden eingeladen. So kam eines zum anderen und ich landete bei Escape Gaming.

SPORT1: Dort hast du ja unter syndereN, einem der bekanntesten Captains der Szene gespielt. Inwiefern hat dich sein Spiel geprägt?

KheZu: syndereN hat eine sehr positive Art, Captain zu sein. Er hat mir vor allem sehr in Dota 2 geholfen, da ich erst frisch und unerfahren im Spiel war. syndereN erklärte mir, zu welchem Zeitpunkt ich wo sein muss und wann gewisse Items, Fähigkeiten oder Bewegungen auf der Karte wichtig sind.

Auch die Post-Match-Analyse war unter syndereN sehr ausgeprägt, sodass man schnell einen Eindruck seiner eigenen Leistung bekommen konnte.

SPORT1: Jetzt spielst du bei Team Secret. Hat dich das Drama um Puppey und die Organisation irgendwie beeinflusst?

KheZu: Ich habe auf jeden Fall länger nachdenken müssen, ob ich den Wechsel machen möchte, da es schon eine große Story war. Das Thema habe ich auch recht früh mit Puppey selbst besprochen. Er erläuterte seine Sicht, damit ich mir einen differenzierten Überblick verschaffen konnte.

SPORT1: Wie bist du zu Team Secret gekommen? Hat Puppey dich angeschrieben und ausgesucht?

KheZu: Der erste Kontakt fand über Puppey statt. Es lief eigentlich ähnlich wie bei Escape Gaming. Durch meine positive, ruhige Einstellung sind sie auf mich aufmerksam geworden und soweit ich weiß, hat pieliedie auch meine Streams angeschaut, um zu erkennen, ob ich ein guter Spieler bin.

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SPORT1: Wie bewertest du die ersten Monate bei Team Secret? War es die richtige Entscheidung?

KheZu: Ich habe mich für Secret entschieden, da ich eine andere Art und Weise des Spiels kennenlernen und mich weiterentwickeln wollte. Natürlich spielt jedes Team anders und auch die Captains der Teams haben andere Denkweisen und Ansätze. Da bietet mir Team Secret mit vier Top-Spielern einfach die Möglichkeit, neue Sichtweisen kennenzulernen und mein Dota 2-Game zu verbessern. Ich sehe es als kleines Upgrade.

SPORT1: Wie siehst du das Jahr 2016? War dein erstes Dota 2-Jahr ein Erfolg?

KheZu: Ich bin sehr zufrieden. Wenn man an den Anfang zurückdenkt: Allein die Überraschung, dass ich mit Escape Gaming in meinem ersten Profi-Team spielen durfte. Aber auch meine Entwicklung als Spieler selbst stimmt mich zufrieden, da ich mich gut weiterentwickelt habe. Es kommt dabei nicht nur auf Sieg oder Niederlage an: Mir geht es eher darum, dass ich mich auf lange Sicht weiter verbessern kann – das ist das Wichtige.

SPORT1: Was wäre dein Highlight 2016?

KheZu: Das war auf jeden Fall ein Moment bei Escape Gaming, als wir durch das Wildcard-Turnier gekommen sind und es zum The International 2016 geschafft haben. Es war echt atemberaubend. Ich weiß noch, als wir in Dortmund waren und den Qualifier gespielt haben. Mit dem zweiten Platz haben wir es auf das Wildcard-Turnier einen Tag vor dem Hauptevent geschafft. Das alleine hat mich und YapzOr, die noch nie auf einem TI waren, so glücklich gemacht – das ist unbeschreiblich.

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