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Maurice „Amazing“ Stückenschneider © Riot Games

Mit xPeke schafft es der Deutsche Amazing ins Halbfinale der WM. Im Interview erklärt er, wieso sein Kollege einem Trend folgen und sich sehr jung neu orientieren könnte.

Von Johannes Gorzel

Maurice Stückenschneider alias Amazing ist Deutschlands Nummer 1 bei League of Legends. Im vierten Teil des Interviews erklärt der 21-Jährige, warum viele ihre eSports-Karrieren bereits mit Mitte Zwanzig beenden und was er von den Rücktrittsgedanken seines Origen-Kollegen xPeke hält.

Zudem spricht er über die lange Sommerpause und räumt mit einem Irrglauben auf.

SPORT1: Auf Twitter hast du offenbart, dass du in der nun startenden Off-Season keinen Grund mehr hast, um zu spielen. Wieso?

Amazing: Die Off-Season in League of Legends ist lang. Diese Zeit muss man als Spieler nutzen, um sich auszuruhen. Außerdem warten wir auf den neuen Patch. Für jede Saison bereitet Riot eine neue Spielversion vor, welche altbewährte Strategien über den Haufen wirft. Folglich müssen wir Profispieler unser Spiel jedes Jahr auf ein Neues lernen. In anderen Sportarten hält man sich abseits der Saison fit - das machen wir natürlich auch. Allerdings nur physisch. Das Wichtigste in League of Legends ist allerdings das Spielverständnis. Demnach hat man in der Off-Season kaum einen Grund, viel Zeit ins Training zu investieren.

Origen zählt in der EU LCS zu den Publikumslieblingen. © Riot Games

SPORT1: Es ging vor einer Weile das Gerücht um, dass dein Teamkollege xPeke - gerade mal 23 Jahre alt - nach der WM seine Spielerkarriere beenden würde. Was denkst du darüber?

Amazing: Sollte er tatsächlich diesen Plan haben, dann erwarte ich als sein Teamkollege, dass ich zeitnah davon erfahren würde. Mittlerweile hängt man an den Leuten. Mit der Off-Season hat er nun Zeit, um darüber nachzudenken. Vielleicht macht er es, vielleicht nicht. Ich selbst hätte kein Problem damit, wenn er weiterspielen würde, um ein weiteres Jahr mitzunehmen. Er ist ein sehr guter Spieler, jedoch hat er gleichzeitig die Verpflichtungen eines Teamchefs. Der organisatorische Aspekt ist dabei nicht zu unterschätzen.

(v.l.n.r.) Amazing, soAZ, xPeke, Niels und Mithy spielten sich von der Challenger Series zurWM © Riot Games

SPORT1: Die Doppelbelastung mag für xPeke ein Grund sein. Im eSport gibt es jedoch auch so viele andere Spieler, die in sehr jungen Jahren bereits die Maus an den Nagel hängen. Wieso das?

Amazing: Als Persönlichkeit in einer Sportart ist man ja auch in gewisser Weise Entertainer. Man baut sich eine Gefolgschaft in sozialen Netzwerken auf. Man weiß jedoch, dass jedes Spiel eine Halbwertszeit hat und irgendwann wird man diese Popularität vielleicht nicht mehr mit League of Legends halten können. Man sucht sich also Wege, um die eigene Zukunft zu sichern.

xPeke nutzte beispielsweise seine Reichweite, um ein Team aufzubauen - das haben viele andere Spieler auch gemacht. Einige Spieler fangen auch an, einen Livestream zu starten, wobei sie dabei meist nicht mehr den strengen Fokus auf ein Spiel beibehalten. Wer nicht in der Szene bleibt, der will vielleicht auch sein Studium anfangen, bevor er ein gewisses Alter erreicht.

Es hängt in League of Legends nicht damit zusammen, dass man körperlich nicht mithalten kann - das halte ich für einen Irrglauben. Studien haben bewiesen, dass wichtige Qualitäten wie schnelle Reaktionen erst ab dem dreißigsten Lebensjahr abfallen.

Dies war der letzte Teil der Serie zu Maurice „Amazing“ Stückenschneider. Teil eins befasste sich mit seinen Leistungen bei der WM, Teil zwei thematisierte den Gragas-Bug und Teil drei beschäftigte sich mit seiner Sicht auf die Rolle von Coaches in der LCS.

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