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Origen erlebte 2015 und 2016 eine Achterbahnfahrt der Gefühle © Riot Games

Origen erlebte ein grandioses erstes Jahr, konnte aber in den letzten Monaten nur noch selten überzeugen. Der Fast-Abstieg aus der LCS sollte ein Weckruf sein.

Als xPeke Ende 2014 Fnatic nach dreieinhalb Jahren verließ, um gemeinsam mit sOAZ Origen aufzubauen und damit ein eigenes Projekt zu starten, war der Hype groß. Denn die beiden holten sich mit Amazing und Mithy zwei gestandene Profis in Team. Der damals unerfahrene AD-Carry Niels (heute Zven) komplettierte das Lineup und avancierte seitdem zum besten Spieler der Region auf seiner Position.

Im Spring Split 2015 gewann Origen die Challenger Series in Europa ohne Probleme und qualifizierte sich mit dem 3:0-Erfolg im Finale gegen die Copenhagen Wolves Academy direkt für die EU LCS. Das Team wurde dem anfänglichen Hype sofort gerecht und schaffte das, was jeder Fan erwartet hatte.

Auch in der höchsten Spielklasse machte der Origen-Express kaum halt, denn lediglich Fnatic mit dem legendären 18:0-Run befand sich nach der regulären Saison vor xPeke und seinem Team in der Tabelle. Origen war auf Anhieb ein Kandidat für eines der besten Teams in Europa.

Im Finale waren es ausgerechnet die beiden früheren Fnatic-Spieler, die ihrem Ex-Team die ersten beiden Games überhaupt im Summer Split abnahmen. Erstmals war Fnatic in dieser Spielzeit gezwungen, an die eigenen Grenzen zu gehen. Origen verlor das Endspiel zwar mit 2:3, etablierte sich aber endgültig als ein Top 2-Team in Europa.

Starker Worlds-Run

Zum vierten Mal nahmen xPeke und sOAZ am wichtigsten Turnier des Kalenderjahres teil – und sie enttäuschten nicht. Origen beendete die "Todesgruppe" D, in der das Team gegen LGD Gaming, KT Rolster sowie Team SoloMid kämpfen musste, mit einer Statistik von 4:2 auf dem zweiten Platz und zog damit ins Viertelfinale ein.

Mit den Flash Wolves aus Taiwan erhielt Origen wohl das bestmögliche Los und setzte sich in einer hart umkämpften Serie mit 3:1 durch.

Im Halbfinale war nach einem deutlichen 0:3 gegen den späteren SK Telecom T1 und Superstar Faker zwar Schluss, doch mit einer Platzierung in den Top 4 hatten nur die Wenigsten zuvor gerechnet. Origen übertraf die Erwartungen und das direkt im allerersten Jahr. Mit der Verpflichtung von PowerOfEvil, dem besten Spieler der Unicorns of Love, sollte die Erfolgsgeschichte der Organisation weitergehen.

Erste Anzeichen

Nachdem Fnatic Huni und Reignover verlor, schien der Weg für Origen frei zu sein. Die Erwartungen wuchsen und viele Experten sowie Analysten sahen das Team von xPeke an der Spitze Europas.

Anfang 2016 wurde aber deutlich, dass dies kein Selbstläufer werden würde. Origen startete schlecht in den Split und Kritik am erfahrenen Trio xPeke, Amazing und sOAZ wurde laut. Gerade die beiden früheren Fnatic-Akteure waren bekannt dafür, die reguläre Saison der LCS nicht ganz so ernsthaft anzugehen.

Origen schaffte es nach einem Endspurt noch als Vierter in die Playoffs, überraschte dort alle Zuschauer und zog ins Finale ein. Das Endspiel ging zwar mit 3:1 an den Aufsteiger G2 Esports, doch die heruntergeschraubten Erwartungen konnten in letzter Minute übertroffen werden.

Verlust und Beinahe-Super-GAU

Die Hiobsbotschaft, die das Team fast in die Challenger Series bringen sollte, konnte aber trotzdem nicht vermieden werden. Mit Zven und Mithy verließ die Bot-Lane, der stärkste Teil des Teams, Origen, vermeintlich aufgrund der angeblich zu laschen Trainingseinstellung der eigenen Mitspieler. FORG1VEN und Hybrid wurden als Ersatz geholt, doch der Grieche spielte nur in der ersten Woche und wurde dann "aus Motivationsgründen" aus dem Start-Lineup entfernt. Für die meiste Zeit sprang xPeke auf der Position des ADCs ein, konnte aber nur selten, genauso wie das ganze Team, überzeugen.

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Als Vize-Champion erreichte Origen nur den neunten Platz, musste in die Relegation gehen und setzte sich dort mit Ach und Krach 3:2 gegen den Challenger-Sieger Misfits EU durch. Der Klassenerhalt war damit geschafft, doch nachdem das Desaster gerade so noch abgewunden werden konnte, muss xPeke eine Lösung finden. Der Spanier hat nun mehrere Monate Zeit, sich die nächsten Schritte zu überlegen, bevor es für Origen im Januar wieder ins aktive Spielgeschehen zurückgeht.

Der Fast-Abstieg kann sicherlich als Warnschuss gesehen werden, die aktuelle Situation ernst zu nehmen. Denn genauso schnell, wie Origen zum Top-Team aufgestiegen ist, hätten sich die Veteranen fast wieder in die Unterklasse der europäischen League of Legends-Szene verabschiedet.

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