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Die Südkoreaner Blanc (r.) und Pilot müssen sich bei PSG erst noch einleben © GameSports.de

Schalke 04s Sieg gegen Paris Saint-Germain in der Challenger Series glich einer Demonstration: Die Königsblauen machten dem Gegner vor, wie es richtig geht.

Von Maximilian Eichgrün

Bereits in der 28. Minute fällt der Nexus des französischen Fußballclubs Paris Saint-Germain im zweiten Spiel des Duells mit Schalke 04. Das historische erste Aufeinandertreffen zweier Fußballvereine im internationalen League of Legends entscheidet Königsblau damit für sich.

Schalke zeigt sich cleverer

Das Team aus Gelsenkirchen bewies dabei wie schon in der ersten Woche mehr Spielintelligenz als der Gegner. In Spiel 1 sah es zeitweise nicht gut aus für die Knappen, doch sie behielten die Nerven, was man von PSG nicht behaupten konnte.

Mit dem Sieg über Paris Saint-Germain klettert Schalke 04 an die Spitze der EU Challenger Series und ist mit 6 Punkten aus zwei Spielen alleiniger Tabellenführer. Der Aufwand, den der deutsche Fußballclub betreibt, scheint sich auszuzahlen.

Professionalität bringt Erfolg

Schließlich lässt S04 die League of Legends-Profis in der Veltins-Arena trainieren und hat ihnen erfahrene Coaches an die Seite gestellt. Auch auf die Teamzusammenstellung wurde geachtet. Die fünf Europäer sollten sich auf Englisch gut verständigen können.

Schalke 04 kann sich schon jetzt darauf einstellen, dass der Erfolgstrend anhält und das Team am Ende um den Aufstieg mitspielen wird. Zu gut waren die Leistungen gegen Team Kinguin und PSG und zu inkonstant sind die Konkurrenten, als dass Schalke in den verbleibenden drei Wochen noch auf Platz 5 durchgereicht werden könnte.

PSG unter Zugzwang

Paris Saint-Germain wird sich hingegen eine Scheibe von Schalke abschneiden müssen, um die großen Ambitionen noch umsetzen zu können. Gegen Fnatic Academy und S04 waren jeweils gute Ansätze erkennbar, mehr aber auch nicht.

Die vier Spiele, die PSG bisher bestritten hat, brachten für das Team mit dem Fnatic-Veteranen YellOwStaR als Manager auch vier Niederlagen mit sich. Paris ist einsames Schlusslicht und als einziges Team noch ohne Punkte.

Schwierigkeiten in der Kommunikation

Dass die Spiele von Paris Saint-Germain so schlecht verliefen, liegt unter anderem an der Teamzusammenstellung. Mit Blanc und Pilot sind gleich zwei Südkoreaner im Paris-Lineup zu finden, die kaum Englisch sprechen, wie die Verantwortlichen zugegeben haben.

Für die drei Europäer bei PSG und den französischen Coach ist es keine leichte Situation, wenn die Mitspieler nicht problemlos kommunizieren können. Mit Eingespieltheit und persönlichem Englischlehrer könnten diese Probleme auf lange Sicht aber gelöst werden. Es stellt sich hierbei aber die Frage, ob in den drei anstehenden Partien genügend Punkte geholt werden können, damit PSG sich für die Playoffs qualifiziert.

Deutlich erkennbar in den ersten beiden Matches war, dass das Decision-Making bei PSG ein großes Manko ist. Es scheint, als wüssten die Spieler ab dem Mid-Game nicht, wie sie weiter verfahren sollten, um auch den gegnerischen Nexus zu zerstören. Gegen FNA und S04 verspielte das Team jeweils einmal einen größeren Vorsprung, den bessere Teams in einen Erfolg umgemünzt hätten.

Mit dem französischen Coach Duke hat die Organisation außerdem einen ehemaligen Caster in dieser Position, der wohl keine nennenswerten Erfahrungen als leitende Person eines Teams besitzt. Seine Unerfahrenheit ist sicherlich ein weiteres Problem, das das Auftreten der Spieler beeinflusst.

Klare Ziele für die nächsten Wochen

Nach zwei Wochen sieht es ganz danach aus, dass Schalke für die Mission "direkter Wiederaufstieg" die richtigen Entscheidungen getroffen hat. Die kommenden Wochen werden zeigen, wie konstant das Team wirklich ist.

Paris Saint-Germain benötigt derweil unbedingt die ersten Punkte. Noch sieht es nicht danach aus, als würde PSG zu den Aufstiegskandidaten zählen. Vielleicht ist gegen Misfits Academy der erste Sieg drin, sodass die Spieler des Fußballclubs neues Selbstvertrauen tanken können.

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