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Jungler Peanut war der Alleinunterhalter gegen die GIGABYTE Marines © Riot Games

Rio de Janeiro - Schon das Hinspiel zwischen SK Telecom T1 und den GIGABYTE Marines bot einen hohen Unterhaltungsfaktor. Peanut setzte dem im Rückspiel noch einen drauf.

Das Mid-Season Invitational 2017 in Brasilien befindet sich aktuell in der Gruppenphase und konnte liefern. SK Telecom T1s Jungler Peanut stahl in der Nacht zum Samstag aber allen die Show.

League of Legends bewegt sich seit Jahren in die Richtung, dass das Team einen größeren Faktor spielt und einzelne Leistungen der Spieler nicht mehr so wichtig sind. Umso beeindruckender ist es, wenn ein Akteur im Alleingang eine Partie entscheidet. Der 19-Jährige Peanut bot gegen die GIGABYTE Marines eine Show, die noch Jahre ihresgleichen suchen wird.

Levi legt vor, Peanut antwortet

Im Duell zwischen David und Goliath waren es aber die Vietnamesen, die zunächst vorlegten – beziehungsweise Jungler Levi, der ein tolles Turnier spielt und sich einen Namen gemacht hat. Nach einem Invade zu den Raptoren von SKT auf Level 1 überraschte er Superstar Faker mit einem frühen Gank, der zum First Blood führte.

Dies veranlasste den Marines-Jungler aber dazu, etwas unvorsichtig auf der unteren Hälfte des eigenen Jungles zu agieren. Peanut und die SKT-Bot-Lane fanden ihn bei seinen Krugs und dem früheren ROX Tigers-Spieler gelang der erste Streich.

Der Zweite folgte wenige Sekunden später, denn das Trio konnte Top-Laner Stark an seinem eigenen Tower diven. Damit hatte Peanut mit Lee Sin, einem extrem starken Early-Game-Champion, bereits nach dreieinhalb Minuten zwei Kills auf dem Konto.

Dieses Gold nutzte der Starspieler, um einen massiven Snowball zu starten, da ihn keiner im Eins-gegen-Eins bezwingen konnte. Nur 60 Sekunden später war er auf der Top-Lane zu finden, wo die Marines Huni zum zweiten Mal aus dem Spiel nahmen. Peanut schnappte sich innerhalb von 30 Sekunden ohne Hilfe drei weitere Kills und überließ dabei nichts dem Zufall.

Rekordverdächtiger Lauf

Wer zu diesem Zeitpunkt schon dachte, dass er alles gesehen hätte, lag falsch. Nach siebeneinhalb Minuten wollte Marines-Mid-Laner Optimus zur Bot-Lane roamen, doch Peanut fing ihn am Dragon ab und eliminierte den Vietnamesen trotz Level-Nachteil.

Im Anschluss wartete der Jungler auf der gegnerischen Map-Hälfte auf einen Kontrahenten und fand Support-Spieler Archie, der in sein Verderben lief. Optimus, der gerade erst aus seiner Basis zurückgekommen war, fand mehrere SKT-Spieler in seinem eigenen Jungle und wurde erneut Opfer von Peanut. Der 19-Jährige brach mit seinem achten Kill den Rekord für die meisten Kills eines Teams beim MSI in den ersten 15 Minuten und benötigte nur die halbe Zeit.

Die Marines zeigten sich davon aber unbeeindruckt und versuchten, ihren eigenen Stil durchzuziehen. Im Kollektiv entschieden sie sich für eine aggressive Aktion auf der Top-Lane, die zunächst gut aussah. Sie konnten Huni und Bang aus dem Spiel nehmen, doch Peanut eliminierte im Gegenzug drei der Vietnamesen und zeigte dabei erneut seine unglaublichen Lee Sin-Mechanics.

Das SKT-Duo wurde wenige Augenblicke später erneut unfreiwillig in die eigene Basis geschickt, dieses Mal auf der Bot-Lane. Peanut nahm dies zum Anlass, um sich alleine vier Marines-Spielern gegenüberzustellen. Mit einem deutlichen Goldvorteil und Gegnern, die gegen ihn chancenlos wirkten, schnappte sich der Jungler innerhalb von 25 Sekunden erneut drei Kills.

Damit kam Peanut nach etwas unter zwölf Minuten auf eine Statistik von 14/0/0, die ohne Zweifel einen Rekord in der Geschichte des professionellen League of Legends darstellt und höchstwahrscheinlich noch Jahre Bestand haben wird.

In den 15 Minuten bis zum Ende des Spiels gelang dem SKT-Akteur allerdings nur noch ein weiterer Kill. Dies zeigt, dass obwohl er ein historisches Spiel hatte, seine Teamkollegen das Match weiterhin ernst nahmen und nicht versuchten, ihm die Gegner auf einem silbernen Tablett zu servieren.

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