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Paderborn - Nach dem Verlust seines Führerscheins muss Paderborn-Trainer Stefan Effenberg am Sonntag im Ostwestfalen-Derby bei Arminia Bielefeld auch mehr denn je um seinen Job zittern.

Seinen Führerscheinverlust nach einer Trunkenheitsfahrt hat Stefan Effenberg kommentarlos hingenommen. Doch um seinen Job kämpft der Ex-Nationalspieler "wie ein Tiger" - wie Vereinspräsident Wilfried Finke dem angeschlagenen Trainer des abstiegsbedrohten Fußball-Zweitligisten SC Paderborn voller Anerkennung attestiert.

Dennoch steht Effenberg im Punktspiel am Sonntag (13.30 Uhr im LIVETICKER) bei Arminia Bielefeld unter gewaltigem Druck - das Ostwestfalen-Derby könnte für den 47-Jährigen nur rund vier Monate nach Amtsantritt schon wieder der letzte Auftritt werden.

"Uns fehlt das Quäntchen Glück"

"Natürlich ist es auch für mich ein besonderes Spiel, ein Spiel von hoher Brisanz. Aber die Mannschaft steht hinter mir. Das ist ein tolles Gefühl", sagte Effenberg bei der Pressekonferenz am Freitag und versprach ein anderes Auftreten als in der Vorwoche beim blutleeren 0:4-Heimdebakel gegen den 1. FC Kaiserslautern: "Die Jungs drängen sich auf im Training, das ist die richtige Einstellung! Das Quäntchen Glück fehlt uns im Moment. Wir müssen es uns zurückholen." (SERVICE: Die Pressekonferenz zum Nachlesen)

Effenberg weiß: SCP-Patron Finke fordert nach neun Spielen ohne Sieg und dem Sturz auf den Relegationsplatz wenigstens eine kämpferisch überzeugende Vorstellung. Nur dann könnte er ein weiteres Mal auch ohne das dringend benötigte Erfolgserlebnis davonkommen.

Kein zweites Kaiserslautern

Immerhin hält der eigenwillige Vereins-Chef weiter an seiner vor drei Wochen ausgesprochenen "Jobgarantie auf Zeit" fest. "Ich habe gesagt, dass der Februar in seiner Gesamtaussage die Weichen für die Zukunft stellen wird", sagte Finke dem Westfalen-Blatt und machte einmal mehr deutlich: "Wenn die Ergebnisse nicht passen, werden wir über einen Wechsel nachdenken müssen."

Hält Finke Wort, bliebe Effenberg auch bei einer Niederlage in Bielefeld noch das Heimspiel am kommenden Freitag gegen Tabellenführer RB Leipzig. In Stein gemeißelt scheint das aber nicht. Er könne dem Trainer "nur empfehlen, die Zügel dramatisch anzuziehen und eine ganz andere Härte und Disziplin einzufordern", erklärte Finke seine Erwartungshaltung.

Spieler unterstützen Effenberg

Ein zweites Kaiserslautern kann sich Effenberg allerdings auch kaum noch einmal leisten. In der Vorwoche hatte er seinen Job schon nur dadurch retten können, dass er Finke einschneidende Veränderungen in der Mannschaft versprach.

Aus dem viel gescholtenen Spielerkreis, dem Effenberg nach den jüngsten Tiefschlägen in Teilen absprach, "mit der Situation des Abstiegskampfes" umgehen zu können, erhält der Ex-Nationalspieler ungeachtet der Krise weiter öffentliche Unterstützung.

"Er ist der richtige Trainer für uns, und wir wollen am Sonntag auch für ihn gewinnen", sagte SCP-Kapitän Marvin Bakalorz beim OWL-Sportstudio. Dazu müsste allerdings auch einmal wieder die Mannschaft wie ein Tiger kämpfen.

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