vergrößernverkleinern
Jens Lehmann stand 65 Mal im VfB-Tor, Christian Gentner (r.) spielt seit 2010 bei den Schwaben © Getty Images / Imago / SPORT1-Grafik Philipp Heinemann

München - Mit dem VfB Stuttgart legt auch der große Favorit los. Bei SPORT1 sprechen Kapitän Christian Gentner und Ex-Keeper Jens Lehmann vor dem Heimspiel gegen St. Pauli über die Situation.

Es ist ein Neustart mit gemischten Gefühlen.

Einerseits herrscht vor dem ersten Spiel des VfB Stuttgart in der Zweiten Liga nach fast vier Jahrzehnten gegen den FC St. Pauli (Mo., ab 19.30 Uhr LIVE im TV auf SPORT1, LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) bei den Fans große Euphorie.

Andererseits wird die aktuelle Situation getrübt durch den Schicksalsschlag bei Tobias Werner, dessen Sohn am vergangenen Donnerstag tot geboren wurde.

Doch auch sportlich gibt es einige Probleme, weshalb sich der frühere Nationaltorwart und ehemalige VfB-Keeper Jens Lehmann einige Sorgen macht.

"Es ist natürlich traurig. Ich bin noch häufig in Stuttgart, und alle, die damit zu tun hatten, sind selber sehr enttäuscht, dass das so danebengegangen ist", sagt der 46-Jährige zu SPORT1.

"Jetzt muss man nach vorne schauen und einen Aufbau schaffen, der die Fehler aus der Vergangenheit vermeidet."

Video

SPORT1 beleuchtet vor dem Auftakt die möglichen Stolpersteine beim VfB:

- Favoritenrolle

Vor 41 Jahren stieg der VfB zuletzt ab, damals wurde der Klub im ersten Zweitligajahr Zwölfter. Dies soll sich nicht wiederholen.

"Wie vor jeder Saison hat man eine gewisse Ungewissheit, weil man nicht weiß, wo man steht", sagt Kapitän Christian Gentner im Gespräch mit SPORT1.

"Bei uns in doppelter Hinsicht, weil wir einen großen Umbruch in der Truppe hatten."

Doch die Favoritenrolle werde man annehmen, meint der Routinier: "Dass wir als Absteiger gegen Pauli zu Hause als Favorit ins Spiel gehen, ist uns bewusst. So wollen wir dann auch auftreten."

- Personalprobleme

Vor dem Auftakt plagen den schwäbischen Traditionsverein große Personalprobleme. Die Lage für den neuen Trainer Jos Luhukay ist prekär.

Neben Werner, Neuzugang Anto Grgic (Rückenprobleme) und dem langzeitverletzten Stürmer Daniel Ginczek wird auch Weltmeister Kevin Großkreutz erstmal bis auf Weiteres wegen anhaltender muskulärer Probleme ausfallen

Zudem wird auch Timo Baumgartl in der Innenverteidigung wegen einer Schambeinentzündung und Problemen mit der Bauchmuskulatur länger fehlen.

"Man muss die Situation einfach annehmen ohne zu lamentieren. So gut muss der Kader sein, um solche Ausfälle adäquat zu ersetzen", sagt Gentner.

- Unvollständiger Kader

Vor allem in der Offensive hat man viel an Qualität verloren. Daniel Didavi (zum VfL Wolfsburg), Filip Kostic (Hamburger SV), Timo Werner (RB Leipzig) und Martin Harnik (Hannover 96) haben den Verein verlassen.

Wie SPORT1 weiß, wird Sportchef Jan Schindelmeiser noch personell nachbessern.

"Die Jungs, die jetzt da sind, müssen einen guten Start hinlegen", fordert Gentner. "Die letzten Jahre haben wir es in negativer Hinsicht gemerkt, wie ein schlechter Start sich auf die Saison auswirken kann."

- Neuer Trainer

Ein neuer Trainer sorgt meistens für einen Umbruch im Team. Die Truppe muss sich finden und neue Hierarchien bilden sich. Dies kann schon mal problematisch werden, doch bei Jos Luhukay sind alle optimistisch.

"Jos Luhukay ist gut angekommen beim VfB. Er machte sofort einen souveränen Eindruck, war in den ersten Wochen sehr stark in der Beobachter-Rolle", so Gentner. "Seine Art kommt sehr gut an."

Auch Lehmann lobt den Niederländer, der offenbar keine Eingewöhnungsschwierigkeiten kennt: "Der Trainer ist schon drei Mal aufgestiegen. Insofern hoffe ich auf das vierte Mal." 

teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel