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Christian Stüwe kommentiert Andre Schürrles ersten Auftritt für den VfL Wolfsburg
Christian Stüwe kommentiert Andre Schürrles ersten Auftritt für den VfL Wolfsburg © SPORT1

Der Nationalspieler zeigt gleich bei seinem ersten Einsatz, wie wertvoll er für den VfL Wolfsburg werden kann. Vor allem im internationalen Vergleich relativiert sich Schürrles viel kritisierte Ablösesumme. Kommentar.

32 Millionen Euro hat der VfL Wolfsburg für Andre Schürrle auf den Tisch gelegt. Und wegen der hohen Ablösesumme einiges an Kritik eingesteckt.

"Wir müssen die Kirche im Dorf lassen. 32 Millionen für Schürrle - ja wo sind wir denn gelandet", sagte etwa Heribert Bruchhagen, Vorstandsvorsitzender bei Eintracht Frankfurt.

Bereits bei seinem ersten Einsatz am Samstag zeigte der Nationalspieler allerdings, dass er das Geld wert ist.

Schürrle wirbelte über 90 Minuten, traf die Latte, bereitete zwei Tore vor und leitete das dritte ein. SPORT1-Note: 1,5.

Vielleicht ist Schürrle nicht in der ersten Reihe internationaler Topstars anzusiedeln, vielleicht ist er nicht so gut wie Marco Reus. Dass er aber ein sehr guter Fußballer ist, hat Schürrle bereits mehrfach bewiesen.

In 131 Bundesligaspielen für Mainz und Leverkusen erzielte er 38 Tore und bereitete 21 vor. In der Nationalmannschaft überzeugte er bei der Weltmeisterschaft im Sommer als Joker.

Drei Tore erzielte er in Brasilien nach Einwechslungen. Ohne Schürrles Flanke auf Götze im Finale wäre das DFB-Team jetzt vielleicht nicht Weltmeister.

Bei Chelsea schaffte es Schürrle zwar nicht zur Stammkraft, gescheitert ist er aber nicht. Auch in London glänzte er häufig als Joker und erzielte in 44 Premier-League-Spielen immerhin elf Tore.

Und mit 24 Jahren ist der pfeilschnelle Offensivspieler sicherlich noch nicht am Ende seiner Entwicklung. Mittelfristig wolle sich der VfL Wolfsburg mit Klubs wie dem FC Bayern oder Real Madrid messen, sagte Trainer Dieter Hecking kürzlich.

Bei der Entwicklung einer solchen Mannschaft wird Schürrle ein Eckpfeiler sein und gemeinsam mit Kevin De Bruyne ein extrem gefährliches Mittelfeldduo bilden.

Gemessen an den finanziellen Möglichkeiten des Normalbürgers sind 32 Millionen Euro natürlich eine Wahnsinnssumme. Betrachtet man aber das finanzielle Gebaren im internationalen Fußball, relativiert sich der Betrag.

Chelsea zahlte ebenfalls am letzten Tag des Wintertransferfensters 33,4 Millionen Euro für Juan Cuadrado an den AC Florenz, Manchester City 32,3 Millionen Euro für Wilfried Bony. Valencia waren die Dienste des argentinischen Nationalspielers Enzo Perez 25 Millionen Euro wert.

Und der FC Bayern überwies letzten August 30 Millionen Euro für Medhi Benatia an den AS Rom.

Alle sind super Spieler, keine Frage. Aber Weltmeister ist keiner von ihnen.

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