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München - Kaum läuft es auf Schalke sportlich mal wieder rund, kommen Spekulationen um Horst Heldts Zukunft auf. Die Verantwortlichen sind um Deeskalation bemüht.

Platz drei in der Bundesliga, Weiße Weste in der UEFA Europa League und keine peinliche Pokalpleite wie im Vorjahr: Zumindest sportlich geht es dem FC Schalke 04 derzeit rundum gut.

Doch ausgerechnet in die Vorbereitung auf die bisher anspruchsvollste Saisonphase mit richtungsweisenden Duellen gegen Borussia Dortmund und den FC Bayern, sowie den ersten Härtetests in Europa und DFB-Pokal, mischen sich Gerüchte um eine Ablösung von Horst Heldt.

Christian Heidel statt Horst Heldt?

Der auslaufende Vertrag des Managers und Sportvorstands lässt die Bild über ein baldiges Aus des 45-Jährigen bei den Königsblauen spekulieren. Der Verein sehe darin die Möglichkeit, sich auf der Führungsebene neu aufzustellen und beide Ämter womöglich wieder voneinander zu trennen.

Schalkes Sportvorstand Horst Heldt am Sonntag ab 11 Uhr im Volkswagen Doppelpass LIVE im TV auf SPORT1

Erster Nachfolgekandidat als Verantwortlicher für den sportlichen Bereich soll demnach der Mainzer Christian Heidel sein. Dessen Vertrag bei den 05ern läuft allerdings noch bis 2017.

Im SPORT1-Interview (ab 18.30 Uhr bei Bundesliga Aktuell im TV auf SPORT1) wollte Heidel das Gerücht nicht direkt kommentieren, sagte aber: "Ein anderer Verein wäre nur dann ein Thema, wenn irgendetwas kommt, dass mich total reizt und eine Herausforderung ist."

Horst Heldt reagierte derweil betont gelassen.

"Ich habe über dieser Thema mit unseren Verantwortlichen noch nicht gesprochen. Ich kann mir das auch nicht wirklich vorstellen", sagte der Manager auf der Pressekonferenz am Donnerstag zu den Spekulationen.

"Ich arbeite seit mehr als fünf Jahren eng und loyal mit dem Aufsichtsrat zusammen. Auch mit Clemens Tönnies (Schalkes Aufsichtsratsvorsitzender, Anm. d. Red.), und das werde ich auch weiterhin tun", fügte der Manager an. 

Clemens Tönnies wähnt Unruhestifter

Tönnies selbst erklärte, die Gerüchte nicht kommentieren zu wollen - scheiterte mit diesem Vorhaben aber zumindest teilweise. "Anscheinend gefällt einigen die Ruhe auf Schalke nicht und sie versuchen nun, Unruhe hineinzutragen", sagte er dann doch zu den Störfeuern.

In eine ähnliche Kerbe schlug auch Andre Breitenreiter.

"Ich glaube, die Ruhe auf Schalke sind viele nicht gewohnt, die vielleicht seit Saisonbeginn hier eingekehrt ist. Da versuchen vielleicht die einen oder anderen, irgendetwas reinzudrücken, damit es ein bisschen knistert", mutmaßte der Schalker Cheftrainer.

Tatsächlich ist es nicht das erste Mal, dass bei Schalke Interna durchsickern, die Heldts Autorität schwächen: Erst im Juli hieß es, dass Gladbachs Max Eberl Heldts Job angeboten worden sei. Bayerns Technischer Direktor Michael Reschke soll ebenfalls umworben worden sein.

Unüblich ist das Spiel auf Schalke nicht, zahlreiche Trainer mussten auch schon nachlesen, wer ihren Job bald übernehmen könnte, sollte, müsste.

Thon: Heldt macht es "sehr, sehr gut"

Für SPORT1-Experte und Ex-Schalke-Profi Olaf Thon gibt es angesichts der aktuellen sportlichen Situation jedoch keinerlei Gründe, über einen Personalwechsel bei den Verantwortlichen nachzudenken.

"Horst Heldt ist ja schon fünf Jahre hier und hat jetzt einen wirklich sympathischen Trainer geholt, der die Power und die Glaubwürdigkeit mitbringt, auf Schalke zu funktionieren", sagte Thon bei SPORT1: "Er macht seinen Job, und er macht ihn sehr, sehr gut - vor allem jetzt in dieser Saison."

Acht Siege bei nur zwei Niederlagen in elf Pflichtspielen geben ihm und Heldt recht - auch wenn es vor der Länderspielpause mit dem 0:3 gegen den 1. FC Köln den ersten härteren Dämpfer gab.

Breitenreiter will Ruhe bewahren

Einen sportlichen Rückfall fürchtet auf Schalke vor dem Bundesliga-Duell mit Hertha BSC (Samstag, ab 15 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) deshalb aber niemand.

"Ich glaube, der positive Trend, der wird anhalten auf Schalke", sagt Thon.

Es wäre Heldts bestes Argument für eine Zukunft in Königsblau.

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