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München - Laut Karl-Heinz Rummenigge soll die Jahreshauptversammlung des FC Bayern ohne große Überraschungen über die Bühne gehen. Was die Bosse trotzdem verkünden könnten.

Jahreshauptversammlungen gehören zur Folklore des FC Bayern München wie hautenge Trikots zu Arjen Robben.

Ob nun Uli Hoeneß der Kragen platzt oder die Tränen kommen, Karl-Heinz Rummenigge Gedichte und Karl Hopfner endlose Zahlenreihen vorträgt, Vertragsverlängerungen mit Stars verkündet oder Vertragsangebote zurückgezogen werden: Am Ende gibt es immer stehende Ovationen. So ist es auf dem Treffen der Bayern-Familie auch diesmal zu erwarten (die Jahreshauptversammlung ab 19 Uhr im LIVETICKER).

Applaus für die Bosse - und ganz am Schluss auch für den Hammerl Hias, dessen Freibier-Wunsch Jahr für Jahr in den gemütlicheren Teil der Veranstaltung überleitet.

Dauerspekulationen um Guardiola

Vorher wird die Frage nach der Zukunft von Trainer Pep Guardiola den Bayern-Anhang umtreiben. Die erhoffte Verkündigung einer Vertragsverlängerung inmitten des Audi Domes wird es nicht geben. Dabei wäre das für die Münchner wie eine Erlösung angesichts der Dauerspekulationen.

Nun soll auch Real Madrid nach Informationen der katalanischen Zeitung ARA bei Guardiolas Entorurage sondieren, ob man sich einig werden könnte. Der spanische Radiosender Cadena COPE ist indes überzeugt, dass der Trainerguru ab der nächsten Saison Manchester City trainiert.

Das große Thema wabert also im Hintergrund. Offiziell dürfte es dazu im Audi Dome keine Aussagen geben, auch sonst wollen sich die Münchner Entscheider auf großer Bühne zurückhalten.

"Nein, wir wollen da keine Show abziehen", hat Vorstandsboss Karl-Heinz Rummenigge schon erklärt, "wir müssen da nicht irgendwelche Zuckerl verteilen".

Und damit nicht genug: keine Show, keine Überraschungen, keine Vertragsverlängerungen lautete Rummenigges Dreiklang in voller Länge. Und wohl auch: keine Rekorde.

Stimmt schon: Die 528,7 Millionen Euro Umsatz vom letzten Jahr sind schwer zu toppen. Immerhin könnte Ex-Präsident Uli Hoeneß kommen. Selbst wenn Hopfner und Rummenigge keine Zuckerl verteilen möchten am Freitag, ein paar nette Fakten könnten sie natürlich trotzdem verkünden.

Bayern könnte gesamte Weltelf stellen:

Unter den 55 Nominierten für die FIFA FIFPro World XI 2015 finden sich schließlich elf Bayern-Spieler: Manuel Neuer, David Alaba, Jerome Boateng, Philipp Lahm, Thiago, Xabi Alonso, Arturo Vidal, Thomas Müller, Robert Lewandowski, Douglas Costa und Arjen Robben.

Tore, Tore, Tore:

Robert Lewandowski, Thomas Müller und Douglas Costa haben schon 44 Pflichtspieltore auf dem Konto - fünf mehr als Barcas MSN-Dreizack Messi, Suarez und Neymar. Lewandowski (20 Pflichtspieltore diese Saison) liegt im Rennen um den Goldenen Schuh des besten Torjägers außerdem aktuell auf Platz drei.

Einstimmen auf die Herbstmeisterschaft:

Wenn Dortmund mitspielt und am Sonntag in Stuttgart verliert, könnte der FC Bayern schon an diesem Wochenende die Herbstmeisterschaft feiern. Angesichts von acht Punkten Vorsprung in der Liga und der souverän geschafften Achtelfinal-Qualifikation in der Champions League können es die Spieler bis zur ganz heißen Saisonphase ab März ohnehin schon jetzt etwas lockerer angehen.

Noch mehr Geld durch Sponsoring:

In der abgelaufenen Saison kassierten die Bayern 117,6 Millionen Euro von ihren Sponsoren. Mittlerweile dürfte sich die Summe um einiges erhöht haben. Ausrüster Adidas überweist schließlich seit dieser Spielzeit 60 statt 25 Millionen Euro pro Jahr nach München, mit Reifenhersteller Goodyear (zwischen drei und fünf Millionen pro Jahr) hat Bayern erst am Mittwoch einen neuen so genannten Platin-Partner vorgestellt.

Noch viel mehr Geld dank Rettig:

Nach dem Vorpreschen von St. Paulis Boss Andreas Rettig in Sachen Zentralvermarktung und 50+1 hat Rummenigge bei der DFL-Tagung am 2. Dezember alle Trümpfe in der Hand. Bayern könnte die Solidargemeinschaft aufkündigen und sich selbst vermarkten - oder sich die weitere Solidarität mit den anderen Klubs durch ein noch größeres Stück am TV-Geld-Kuchen erkaufen. Egal, was Rummenigge zu diesem Thema sagen sollte am Freitag - der frenetische Jubel der Mitglieder wäre ihm gewiss.

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Sechzig raus aus der Arena:

Spitzen gegen die nationale Konkurrenz in der Bundesliga verbietet angesichts des Mega-Vorsprungs der Anstand.

Doch ein wenig Spott über den Lokalrivalen geht immer, auch und gerade bei Jahreshauptversammlung. Die Löwen haben ja gerade bei ihrer Mitgliederversammlung den Auszug aus der Allianz Arena zur Saison 2016/2017 beschlossen. Der Antrag hat rechtlich wohl eher symbolischen Wert für die Löwen-Führung.

Aber vielleicht bestellt Rummenigge auf der JHV schon mal die Blaskapelle für den Defiliermarsch - oder noch besser: Hoeneß macht's, sollte er kommen und reden wollen.

1860 Muenchen v Karlsruher SC  - 2. Bundesliga
Die Löwen wollen raus aus der Allianz Arena, die Bayern würde es freuen. © Getty Images
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