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Hummels, Bayern, BVB
Mats Hummels erlebte die Rückkehr nach Dortmund mit gemischten Gefühlen © Getty Images

Dortmund - Bei seiner Rückkehr zum BVB fühlt sich Ex-Kapitän Mats Hummels nicht so "abgezockt" wie erhofft. Die Pfiffe des schwarzgelben Anhangs stoßen vor allem Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge sauer auf.

Die neuen Kollegen mussten warten: Kurz noch ein Foto mit einem jugendlichen Fan, dann bestieg Mats Hummels um 23:28 Uhr als Letzter den Bayern-Bus in Richtung Flughafen.

Schon nach dem 2:0-Erfolg des FC Bayern München im Supercup bei Borussia Dortmund war der Nationalspieler nach allen anderen Akteuren vom Platz gekommen, um Duschen zu gehen.

Davor stand zunächst ein ausgiebiger Besuch in der alten Kabine. Es schien ein bisschen, als könne sich der 27-Jährige von seiner alten Wirkungsstätte nicht losreißen (Mehr zur Hummels-Rückkehr nach Dortmund in Bundesliga aktuell ab 18.30 Uhr im TV auf SPORT1).

Seltsam, ungewohnt, aufgewühlt

"Es war sehr seltsam, auf jeden Fall", sagte der Ex-Borusse über seine Rückkehr in den Signal Iduna Park als Bayern-Spieler.

"Das war ein ungewohntes Gefühl und hat mich auf keinen Fall kalt gelassen. Das kann ich nicht behaupten, auch wenn man gerne über sich behaupten würde, dass man so abgezockt ist."

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Beim Betreten des Stadions sei er "emotional erwischt und aufgewühlt gewesen". "Das hatte ich zum ersten Mal so", offenbarte der 196-malige Bundesliga- und 39-malige Nationalspieler.

Pfiffe ohne Hass

Innerhalb der 90 Minuten pfiff ein Großteil der schwarzgelben Fans im mit 81.360 Zuschauern ausverkauften Fußball-Tempel den letztjährigen BVB-Kapitän bei jedem Ballkontakt aus.

Doch es waren keine Unmutsbekundungen, die unter die Gürtellinie gingen oder aus denen Hass klang, wie er einst Mario Götze entgegengeschlagen war.

Das darf der Rückkehrer Hummels durchaus als Kompliment verstehen.  

Rummenigge sauer

Bayern-Boss Karl-Heinz Rummenigge wertete die Pfiffe der BVB-Fans dennoch als grobe Unsportlichkeit.

"Das ist eine Katastrophe. Undank ist der Welten Lohn. Da hat er acht Jahre seine Knochen hingehalten, und das ist der Dank", zürnte der Vorstandsboss des FC Bayern.

Hummels selbst wollte diese Einschätzung seines neuen Chefs nicht weiter kommentieren.

Stattdessen stellte er lieber die bejahenden Stimmen heraus: "Es gibt auch viele, die immer noch sehr positiv sind. Die sind halt nur ein bisschen leiser als diejenigen, die das weniger positiv sehen."

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Erstes Spiel, erster Titel, erste Torvorlage

Leistungsmäßig ist bei dem EM-Fahrer nach erst neun Tagen im Training naturgemäß noch Luft nach oben.

Sein Nationalelfkollege Mario Götze, der den genau umgekehrten Weg von Bayern zurück nach Dortmund gegangen war, spielte jedoch überhaupt keine Rolle und musste von der Bank zusehen.

Mats Hummels im Duell mit seinen Ex-Kollegen © Getty Images

Pfiffe für Götze blieben ebenfalls aus. Stattdessen gab es beim Warmmachen vor der Südtribüne sogar vereinzelte "Mario Götze"-Rufe.

Unterdessen hat Hummels mit seinem ersten Bayern-Pflichtspiel bereits ein Zwischenziel erreicht: Mit den Bayern Titel zu holen. Das dürfte ihm vom Start weg ein gutes Gefühl bescheren.

So wie seine Kopfballverlängerung, die Thomas Müller elf Minuten vor Schluss zum 2:0 verwertete. Diesen Assist darf der Rückkehrer Hummels für sich durchaus als "abgezockt" verbuchen.

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