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Mit seiner nur mit Gelb geahndeten Tätlichkeit im Supercup ruft Franck Ribery bei den Dortmundern ein Deja-vu-Erlebnis hervor. Thomas Tuchel und seine Spieler reagieren genervt.

Franck Ribery hat seinem Ruf als Hitzkopf wieder einmal alle Ehre gemacht.

Es lief die 28. Minute des Supercups zwischen Borussia Dortmund und dem FC Bayern München, als der französische Offensiv-Star nach einem Zweikampf mit Felix Passlack seinen Ellbogen ausfuhr und den 18 Jahre alten Rechtsverteidiger im Gesicht traf. Passlack ging sofort zu Boden, doch der fällige Platzverweis für Ribery blieb aus.

Schiedsrichter Tobias Welz beließ es bei der Gelben Karte für beide Akteure - und rief damit erneut ein Gefühl der Benachteiligung im Lager des Vizemeisters hervor (Mehr zu Riberys Ausraster in Bundesliga aktuell ab 18.30 Uhr im TV auf SPORT1).

Tuchel genervt, Schmelzer sarkastisch

"Es war ein Deja-vu-Erlebnis", sagte Thomas Tuchel nach dem 0:2 im Signal Iduna Park mit Verweis auf das vergangene Pokalfinale, als Ribery Gonzalo Castro ins Auge gegriffen hatte. "Damals hat der vierte Offizielle Riberys Finger aus Castros Auge geholt."

Auch diesmal gelte: "Die Bilder anschauen - dann gibt es keine Zweifel. Heute standen Linienrichter, vierter Offizieller und Schiedsrichter im Dreieck aus 15 Metern Entfernung, um die Situation zu beurteilen. Der gleiche Spieler, die gleiche Aktion. Heute wieder."

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"Das war ganz klar Rot", meinte auch Passlack. BVB-Kapitän Marcel Schmelzer sah in der Aktion aber auch einen positiven Aspekt:

"Ein besseres Kompliment kann Felix gar nicht bekommen, als wenn so ein Spieler eine Tätlichkeit gegen ihn begeht. Aber es ist das dritte Mal, dass Ribery das gegen einen von uns macht."

BVB-Profis wurden extra über Regeln informiert

Nicht nur im Pokalfinale Ende Mai, sondern schon im Champions-League-Endspiel 2013 war Ribery mit einer unsportlichen Aktion gegen einen Dortmunder negativ in Erscheinung getreten.

Damals bekam Robert Lewandowski ebenfalls den Ellbogen seines heutigen Bayern-Mitspielers ins Gesicht. Referee Nicola Rizzoli ließ Gnade walten - genau wie Welz im Supercup am Sonntag.

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Besonders bitter für die BVB-Profis: Unter der Woche waren sie noch in einer extra anberaumten Schiedsrichtersitzung über die Regeln und deren Auslegung informiert worden.

"Eine Stunde wurden wir zugequatscht", erklärte Castro. Inhalt unter anderem: "Wenn eine Hand ins Gesicht schlägt, ist es eine Rote Karte", berichtete Schmelzer. "Und ich verstehe nicht, warum das zum wiederholten Male nicht passiert."

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Bayern-Coach Carlo Ancelotti verzichtete auf eine Äußerung zu Riberys erneutem Vergehen - vorerst. Bereits während des Spiels im International Champions Cup gegen Inter Mailand hatte der 33-Jährige seinen neuen Vorgesetzten mit einem Tritt gegen Felipe Melo in Rage gebracht.

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