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FC Bayern Muenchen v Hannover 96 - Bundesliga
Oliver Kahn zählt zu den Vereinslegenden des FC Bayern © Getty Images

München - Oliver Kahn kündigt vor einem Bayern-Logo eine neue Aufgabe an. Kehrt der einstige Titan in offizieller Funktion nach München zurück? SPORT1 beleuchtet mögliche Thesen.

Es ist ja nichts Neues, dass der FC Bayern gerne ehemalige Größen als Funktionäre in seine Vereinsstruktur integriert.

Mit seiner höchst enthusiastischen und unterhaltsamen Twitter-Ankündigung vor einem Wandlogo des Rekordmeisters hat Oliver Kahn nun für Spekulationen gesorgt, dass sich hinter dem neuen Job des einstigen Torwart-Titans ein Engagement bei den Münchnern verbirgt.

Was steckt hinter dem Auftritt von Kahn, der von 1994 bis 2008 zwischen den Pfosten des FCB stand?

Bis zum nächsten Dienstag, wenn laut Kahn die Auflösung erfolgen soll, darf kräftig gerätselt werden.

Fünf heiß diskutierte Thesen

Beerbt Kahn den aus gesundheitlichen Gründen abgetretenen Matthias Sammer als Sportvorstand? Vertritt er den FCB künftig als Markenbotschafter? Bindet ihn der Klub in die zuletzt alles andere als erfolgreiche Jugendarbeit ein? Bereichert er gar den Trainerstab von Carlo Ancelotti, schult künftig die Torhüter? Oder - was auch möglich erscheint - handelt es sich um eine Ankündigung für den Wettanbieter Tipico, für den Kahn als Markenbotschafter tätig ist?

Letzteres wäre ein cleverer Schachzug, denn mit seinem Twitter-Auftritt vor dem Bayern-Logo hat Kahn bereits enorme Aufmerksamkeit geschaffen.

Dass der 47-Jährige noch einmal die Fußballschuhe schnürt und täglich an der Säbener Straße mit der Mannschaft zusammen arbeitet, ist ohnehin fast schon auszuschließen.

Zumindest würde dieses Szenario vollkommen gegen den Weg sprechen, den Kahn in den vergangenen Jahren eingeschlagen hat. Aus dem früheren Hitzkopf ist ein sachlicher, kompetenter Geschäftsmann geworden.

2011 erwarb Kahn an der Privatuniversität Schloss Seeburg den akademischen Grad Master of Business Administration; als TV-Experte beim ZDF lernte er, sich seriös vor der Kamera zu präsentieren - ohne seinen Sinn für Humor und Ruf als Verbalakrobat einzubüßen.

Lahm abgeraten

Doch jetzt, acht Jahre nach seinem Karriereende, sieht sich Kahn womöglich bereit, zum FC Bayern zurückzukehren.

Philipp Lahm hatte er unlängst im kicker noch abgeraten, sofort in eine verantwortliche Position zu wechseln: "Erst durch den nötigen Abstand bekomme ich einen klaren Blick auf das, was ich nach der aktiven Zeit wirklich möchte."

Doch was möchte Kahn? Die Sammer-Nachfolge erscheint auf den ersten Blick am logischsten, denn der Posten ist frei. Prädestinierter ist auf den zweiten Blick aber die Rolle als Markenbotschafter, die offiziell noch Paul Breitner innehat.

Gut möglich, dass Kahn den mittlerweile 65-Jährigen unterstützt oder ablöst. Er ist nicht nur ein Aushängeschild des Klubs, sondern des Fußballs und verfügt als einer der besten Torhüter aller Zeiten über internationale Bekanntheit.

Wie Ronaldo und Roberto Carlos?

Und der FCB will es den europäischen Spitzenklubs nachmachen und weiter expandieren, um mehr Fans im Ausland zu gewinnen. Real Madrid macht es derzeit beispielsweise mit den beiden brasilianischen Ikonen Roberto Carlos und Ronaldo vor, die den Verein auf Werbe- und Charity-Veranstaltungen in aller Welt repräsentieren.

Dass sich Werbeträger Kahn fortan nur noch im stillen Kämmerchen um die sportlichen Belange kümmert und zu Kurzinterviews vor die Kamera tritt, passt eigentlich nicht zu ihm. Gerade, wenn man ein Comeback so speziell und pfiffig ankündigt wie er.

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