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FC Bayern Arjen Robben Thiago Carlo Ancelotti
Bayern-Trainer Carlo Ancelotti (r.) steht nach dem Aus in der Champions League unter Druck © SPORT1-Grafik: Marc Tirl/Getty Images/Picture Alliance

München - Nach dem Champions-League-Aus hängen die Münchner auch in der Liga durch. Im Pokal will der BVB den Spielverderber geben. Verspielt der Rekordmeister noch das Double?

Zum Glück ist Thomas Müller Fußballer geworden. Man stelle sich vor, er hätte seine berufliche Erfüllung als Meteorologe gefunden. Die Sache wäre vermutlich in einem Fiasko geendet.

"Der April", sagte der Stürmer des FC Bayern vor kurzem zur Großwetterlage, "ist ein heißer Monat. Warten wir mal ab, wie wir durch das Feuer kommen". 

Der Tag, an dem sich Müller als Wetterfrosch versuchte, war der 1. April. Soeben war der FC Augsburg böse mit 6:0 von den Münchnern vermöbelt worden

Gut drei Wochen sind seitdem vergangen. Inzwischen wissen Müller und seine Teamkollegen, wie tückisch Vorhersagen sein können.

Der April war bislang ein einziger Reinfall für Bayern - nicht nur meteorologisch.

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Nur ein Sieg in den letzten sechs Spielen

Nur eines von sechs Pflichtspielen hat der Rekordmeister in diesem Zeitraum gewonnen. In der Champions League sind die Münchner an Real Madrid gescheitert.

In der Liga vermochte RB Leipzig zwar die Münchner Schwächephase nicht zu nutzen, weshalb die Meisterschaft wohl entschieden ist.

Aber im Pokal droht am Mittwoch der nächste K.o. gegen Borussia Dortmund (Mi., ab 20.30 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER).

"Wir müssen jetzt die Brust raus tun und zeigen, dass wir da sind. Gegen Dortmund muss man alles aus dem Tank rausbekommen", fordert derselbe Müller nun.

Und Kapitän Philipp Lahm meinte am Montag: "Halbfinale im Pokal gegen Dortmund ist die größte Motivation, die man haben kann. Wer da keine hat, hat den Beruf verfehlt."

Dortmund will Bayerns Double-Träume zerstören

Denn ansonsten droht der FC Bayern auf der Zielgeraden der Saison womöglich das Double zu verspielen. So wie 2015, als man unter Pep Guardiola schon einmal im Halbfinale vor heimischer Kulisse am BVB scheiterte.

Und die Borussia sinnt nach der klaren 1:4-Pleite vor zwei Wochen in der Liga nun auf Revanche. Trainer Thomas Tuchel tönt bereits: "Jetzt wollen wir den Bayern die Saison ein Stück weit vermiesen!"

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Während die Dortmunder nach dem 3:2 in Mönchengladbach am Samstag wieder Morgenluft wittern, schwächelten die Bayern beim 2:2 gegen Abstiegskandidat Mainz.

"Dieses Spiel war ein Weckruf für die ganze Saison", meinte Mats Hummels danach. "Wir haben mit dem BVB eine knallharte Aufgabe vor der Brust. Das wird ein ganz harter Kampf."

Reif kritisiert Ancelotti 

Doch dazu muss Carlo Ancelotti auf die selben überspielten und angeschlagenen Stammkräfte wie bei den Begegnungen gegen Real und Mainz setzen. Denn Alternativen sind unter dem Trainer Mangelware.

Entsprechend wird die Kritik lauter. "Ancelotti ist ohne Frage ein großer Trainer. Aber auch er muss sich nach dem Aus hinterfragen, ob er bei seinen Spielern alles richtig gemacht hat - besonders bei denen, die häufiger auf der Bank sitzen", schreibt Marcel Reif in seiner SPORT1-Kolumne.

Als Sinnbild für den Leistungsabfall steht Douglas Costa. Über ihn sagte Reif im Volkswagen Doppelpass: "Die Körperhaltung, seine hängenden Schultern. Das ist eine Unverschämtheit. Er wirkt unbeteiligt."

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Robben mahnt: "Es gibt niemals Ausreden"

Stattdessen müssen es die Alten richten wie Arjen Robben und Philipp Lahm (beide 33), obwohl sie eine Verschnaufpause angesichts der Dauerbelastung gut vertragen könnten.

Der nimmersatte Niederländer richtete daher eine Warnung an seine Mitspieler. "Da muss ein bisschen mehr kommen", sagte er nach dem Spiel gegen Mainz.

"Wir wissen alle, wie schön das Finale in Berlin ist. Da müssen wir hin. Es gibt niemals Ausreden."

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