vergrößernverkleinern
Juventus Turin Real Madrid Champions League
Juventus' Spieler feiern den 2:1-Heimerfolg über Real Madrid © Getty Images

Turin - Juventus Turin gewinnt das Hinspiel in der Champions League dank einer starken Leistung und mit etwas Glück. Real enttäuscht über weite Strecken.

Real Madrid steht mit dem Rücken zur Wand, einen Wunschgegner fürs Finale hätten Toni Kroos & Co. für den Fall der Fälle aber schon.

"Bei uns im Lager wird eher Bayern die Daumen gedrückt als Barcelona", sagte der deutsche Mittelfeld-Stratege nach dem Spiel bei Sky.
(Zum Nachlesen: Die Stimmen zum Spiel)

Kurz zuvor hatte Real Madrid ein sehr intensives und hochklassiges Halbfinal-Hinspiel der Champions League bei Juventus Turin mit 1:2 (1:1) verloren.

Im Rückspiel am 13. Mai müssen die Königlichen das Blatt wenden, um Historisches im Blick zu behalten: Die erste erfolgreiche Titelverteidigung in der Königsklasse - am 6. Juni im Berliner Olympiastadion gegen Bayern München oder den FC Barcelona.

Die Zeichen stehen jedoch schlecht. Achtmal verlor Real Madrid ein Halbfinal-Hinspiel in der Champions League, nie gelang danach der Finaleinzug.

"Juve ist stark"

"Es war ein sehr intensives Spiel, und Juve ist eben stark", sagte James Rodriguez bei Sky: "Das Rückspiel wird schwierig, aber wir haben so viel Qualität."

Selbst ein Rekordtor von Cristiano Ronaldo genügte Madrid vor 41.011 Zuschauern im ausverkauften Stadion in Turin nicht für eine bessere Ausgangsposition. Der Weltfußballer traf nach der Führung der überraschend druckvoll angreifenden Italiener durch den ehemaligen Real-Stürmer Alvaro Morata (8.) per Kopf zum 1:1 (27.).

"Es war ein besonderes Spiel gegen die ehemalige Mannschaft. Aber auf dem Platz gibt es keine Freunde", sagte der Torschütze und ehemalige Königliche Morata, dem aber auch fürs Rückspiel nicht bange ist: "Es liegt jetzt eine harte Woche vor uns. Real Madrid ist das beste Team der Welt, aber wir wollen auch im Bernabeau gewinnen."

Reals Trainer Carlo Ancelotti war sichtlich geknickt: ""Es ist eine sehr schwierige Niederlage", sagte er. 

Juventus beginnt dominant

Kroos stand in der Startelf, vom ehemaligen Juventus-Trainer Carlo Ancelotti mit der Aufgabe versehen, die Zulieferungswege für die Real-Offensive zu öffnen.
James Rodriguez, Ronaldo und Gareth Bale versuchten, die enorm starke Turiner Abwehr zu überlisten - der eigentliche Wunschsturm war gesprengt, da Karim Benzema noch verletzt ist. Juve fehlte dafür Paul Pogba, ebenfalls ein Schlüsselspieler. Juventus, seit Samstag zum 31. Mal italienischer Meister, spielte dominant, war ganz offensichtlich nicht darauf bedacht, nur ein Unentschieden mit nach Madrid zu nehmen.

Eine Chance des überragenden Ex-Leverkuseners Arturo Vidal vereitelte Reals Torhüter Iker Casillas (1.) noch, sieben Minuten später aber ließ er einen Schuss von Tevez zur Seite prallen, und Morata schob ein. Es war Madrids erstes Auswärtsgegentor in der Königsklasse nach 451 Minuten. Vor dem Tor stellte Juventus nebenbei noch einen Champions-League-Rekord für diese Saison auf. 27 Pässe gingen dem Treffer voraus, ohne dass ein Gegenspieler am Ball war.

Ausgleich fällt überraschend

Real schaffte es anfangs kaum, seine gewaltige Offensivklasse aufblitzen zu lassen, blieb zugleich auf den defensiven Außenpositionen anfällig. Doch als die Königlichen ihren ersten Angriff zu Ende spielten, lag der Ball im Tor von Gianluigi Buffon: Ronaldo hatte nach schöner Vorarbeit von Carvajal und Rodriguez seinen 54. Pflichtspieltreffer der Saison erzielt. 

In der Folge lullte Real, defensiv nun stabiler, den Gegner mit Ballstafetten ein, um plötzlich in die Tiefe zu spielen. Einer dieser Pässe landete auf der linken Seite bei Isco, der maßgenau auf Rodriguez flankte. Dessen Kopfball flog jedoch nur an der Latte, die mögliche Vorentscheidung zugunsten Reals war dahin.

"Real kann immer ein Tor machen"

Nach der Halbzeitpause fand Juventus zu anfänglicher Stärke zurück. Am Ende eines mustergültigen Konters foulte Dani Carvajal den stets aktiven Tevez, der anschließend selbst Casillas vom Elfmeterpunkt in die falsche Ecke schickte.

Juves Verteidiger Stephan Lichtsteiner warnte jedoch: "Das 2:1 ist ein gutes Resultat, das wird noch ein hartes Stück Arbeit. Diese Mannschaft von Real kann immer ein Tor machen."

Der deutsche Nationalspieler Kroos war gewohnt passsicher, blieb aber unauffällig und ohne offensive Akzente - wie auch sein Gegenüber Andrea Pirlo, dem einige unnötige Ballverluste unterliefen. Was dessen Laune nach Spielende keinen Abbruch tat: "Wir haben unsere Botschaft geschickt: Wir sind da, wir wollen in dieses Finale!", sagte Pirlo. "Wir müssen diese starke Leistung in Madrid wiederholen."

Welchen Wunschgegner Juve fürs Finale hat, sagte Pirlo nicht.

Video
teilentwitternsammelnE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel