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David Alaba jubelt über sein Tor gegen den FC Arsenal
David Alaba feiert seinen Treffer zum 3:0 beim Münchner 5:1 gegen Arsenal © Getty Images

München - David Alaba ist beim 5:1 gegen Arsenal der alle überragende Akteur einer sehr guten Bayern-Mannschaft. Seine Flexibilität ist unglaublich, seine Leichtigkeit unheimlich.

Vergesst alles, was ihr in den letzten Jahren mühsam über falsche Neuner, abkippende Sechser oder spielmachende Innenverteidiger gelernt habt! Der neueste Trend im Fußball ist die Triple-Drei - und David Alaba ihr Erfinder, Lehrer, Botschafter.

Oder, wie es Pep Guardiola sagen würde: ihr Gott.

Einmal drei ist drei: die klassische Rückennummer der Linksverteidiger, die Nummer von Andreas Brehme und Paolo Maldini.

Zweimal drei ist sechs: die Nummer des zentralen, defensiven Mittelfeldspielers, die Nummer des Antreibers, Motors und Taktgebers des Spiels.

Dreimal drei ist neun: die Nummer des Torjägers.

Außenverteidiger, Sechser, Neuner in Personalunion

All das war Alaba, der Mann mit der 27 auf dem Rücken (übrigens: drei hoch drei) beim triumphalen 5:1 des FC Bayern in der Champions League gegen den FC Arsenal.

Alaba war am Mittwochabend wie immer tadelloser Linksverteidiger mit Offensivdrang, Passverteiler und Spielmacher im Mittelfeld, genialer Vorlagengeber für Robbens 4:0 und Autor des wunderschönen Treffers zum 3:0 kurz vor der Pause.

Außenverteidiger, Sechser, Neuner: Alaba, die Triple-Drei.

93 Prozent seiner Pässe kamen an

Spaß beiseite: In Wahrheit war Alaba gegen Arsenal natürlich noch viel mehr. Nämlich zusätzlich noch Linksaußen, hängende Spitze, Antreiber und Ausputzer. Harte Zahlen statt Zahlenspiele gefällig? Alaba war starke 94-mal am Ball (Philipp Lahm auf rechts: 78 Ballkontakte), gab zwei Torschüsse ab und legte zwei Schüsse vor (Lahm: null), eroberte sieben Bälle (mehr als jeder andere), außerdem kamen 93 Prozent seiner Pässe an.

Kurz: Alaba war der Beste von gar nicht so wenigen sehr gut agierenden Spielern. Er war der ÜberAl(l)aba, dessen Leichtigkeit beinahe unheimlich wirkt. 

Pep Guardiola hat während seiner Amtszeit bei vielen Spielern Fähigkeiten entdeckt, die die Spieler selbst vorher noch nicht einmal erahnten. Fast alle Bayern wurden noch flexibler, das Spiel von fast allen wurde unter Guardiola variabler.

Doch bei niemandem ist die Entwicklung so offensichtlich wie beim 23-Jährigen. Philipp Lahm wanderte unter Guardiola von der Rechtsverteidiger-Position ins Mittelfeld und wieder zurück. Lahm hat bewiesen, dass er überall spielen kann. David Alaba tut es.

Alaba spielt immer

Bis auf das 0:0 in Frankfurt letzten Freitag, bei dem er eingewechselt wurde, spielte Alaba in dieser Saison jede Minute für den FC Bayern. Für ihn (und Douglas Costa, der wettbewerbsübergreifend nur 91 Minuten weniger gespielt hat als Alaba) hat Guardiola sogar die van-Gaal-Doktrin ("Müller spielt immer") umgeschrieben.

Alaba "hat schon fast alle zehn Positionen gespielt. Er ist unser Gott", sagte Guardiola vor zwei Wochen. Das war selbst für ihn, beim Loben seiner Spieler manchmal wie ein Superlative spuckender Vulkan, bemerkenswert. Mit Gott macht Guardiola keine Witze. Vor allem nicht auf Kosten des tiefgläubigen Alabas. Wenn Guardiola sagt, Alaba sei für die Mannschaft der Gott, dann meint er das auch so.

Als der Trainer kurz nach Saisonbeginn verkündete, Alaba könne "ohne Zweifel einer der besten Innenverteidiger der Welt werden", machte das den einen oder anderen Beobachter durchaus stutzig. Hatte er das gerade wirklich gesagt?

"Sein Horizont ist offen"

Doch Alaba behielt die ungewohnte Position, auf die er wegen Verletzungen der Kollegen gespült worden war, bis Ende Oktober - und gab einen sehr dynamischen Innenverteidiger mit Spielmacherqualitäten.

Im Schnitt war er während seiner Spiele in der Innenverteidigung 99-mal pro Spiel am Ball und erreichte eine überragende Passquote von 94 Prozent. Dass er nur 59 Prozent seiner Zweikämpfe (vor allem bei Luftduellen kann er sich verbessern) gewann - geschenkt! Jerome Boateng war ja auch noch da.

"Er ist ein Spieler, dessen Horizont offen ist. Das ist das Wichtigste. Er akzeptiert alles. Alles, was für die Mannschaft das Beste ist", sagt Guardiola über ihn.

Am wertvollsten ist Alaba aber, wenn er so spielen darf wie in den letzten drei Spielen: Als Triple-Dreier, als ÜberAl(l)aba.

Am Montag, 9. November, trifft der FC Bayern auf eine Auswahl an Hobby-Fußballern - die Paulaner-Traumelf. In der Regensburger Continental Arena steigt das Finale des Paulaner Cup 2015. Dabei treten Amateurkicker aus Europa, China und den USA gegen Stars wie Philipp Lahm, Xabi Alonso und Thomas Müller an.

SPORT1 überträgt die Partie ab 18 Uhr LIVE im TV.

Mehr als 41.000 Hobby-Kicker aus aller Welt hatten sich für das Fußballcasting beworben. Eine Jury mit Bayern-Legende Paul Breitner, Ex-Torwart Raimond Aumann und dem Moderator Waldemar Hartmann wählte 30 Spieler für die Traumelf-Mannschaft aus.

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