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Gerard Pique (l.) bestrafte einen Patzer von Yann Sommer eiskalt © Getty Images

Mönchengladbach - Eine starke Halbzeit reicht den Fohlen nicht, um für eine Überraschung gegen den FC Barcelona zu sorgen. Marc-Andre ter Stegen und Co. drehen das Spiel in Hälfte zwei.

Die Weltstars geärgert, einen Prestigeerfolg aber verpasst: Borussia Mönchengladbach steht trotz eines denkwürdigen Champions-League-Abends gegen Neymar und Co. vor dem K.o. in der Gruppenphase.

Die Mannschaft von Trainer Andre Schubert unterlag bei der Rückkehr von Marc-Andre ter Stegen dem FC Barcelona 1:2 (1:0) und braucht nach der Lehrstunde bei Manchester City (0:4) zum Auftakt nun ein Fußball-Wunder, um doch noch das Achtelfinale zu erreichen.

Hazard lässt Gladbach nur kurz hoffen

Thorgan Hazard (34.) ließ die Borussia mit seinem siebten Tor im zehnten Pflichtspiel zunächst auf eine Sensation hoffen, doch als bei den Gastgebern die Kräfte schwanden, schlug der Favorit eiskalt zu.

Der eingewechselte Arda Turan (65.) und Gerard Pique (74.) rissen den fünfmaligen deutschen Meister aus allen Träumen. Bei Piques Treffer machte Torhüter Yann Sommer eine schlechte Figur. (Das Spiel zum Nachlesen im Ticker)

© iM Football

"Die Mannschaft hat alles in die Waagschale geworfen. Wir haben gesagt, wir wollen nicht nur Autogramme holen, sondern auch dagegenhalten. Das haben wir. Wir sind unglaublich viel gelaufen, haben uns gegen einen übermächtigen Gegner sehr gut aus der Affäre gezogen", sagte Gladbachs Sportdirektor Max Eberl bei Sky

Schubert, der seinen Vertrag am Dienstag bis 2019 verlängert hatte, konnte gegen das Starensemble der Katalanen nach überstandener Adduktorenzerrung wieder auf Kreativspieler Raffael zurückgreifen.

Warmer Empfang für ter Stegen

Barcelona musste auf Weltfußballer Lionel Messi (Leistenverletzung) verzichten, dafür stand ter Stegen zwischen den Pfosten. (Statistiken der Champions League)

Vor seinem Wechsel nach Spanien für zwölf Millionen Euro im Sommer 2014 hatte der Nationaltorhüter 18 Jahre lang das Trikot der Borussia getragen. Von den 46.283 Zuschauern im seit Wochen ausverkauften Borussia-Park wurde er mit viel Applaus begrüßt.

"Natürlich ist es schön, wenn man wieder Zuhause ist. Die Leute hier wissen, dass ich die Raute immer noch im Herzen habe", sagte ter Stegen nach der Partie im ZDF.

Die Gladbacher zeigten keinen Respekt vor dem großen Gegner und begannen offensiv. Besonders Hazard veranstaltete in der Anfangsphase viel Wirbel. Nach einer Hereingabe des Belgiers bekam Pique den Ball an den Arm, die Pfeife des slowenischen Schiedsrichters Damir Skomina blieb aber stumm (3.).

Barca vergibt Top-Chancen

Danach warf der Favorit langsam seine gefürchtete Passmaschine an und für den fünfmaligen deutschen Meister wurde es sofort gefährlich. Der bei jeder Ballberührung ausgepfiffene Neymar scheiterte an Sommer (7.), Luis Suarez verzog knapp (11.).

Im ersten Pflichtspiel gegen Barca hielt Borussia aber dagegen und versteckte sich keineswegs. (Ergebnisse und Spielplan der Champions League)

Schubert hatte eine etwas defensivere Taktik als gewöhnlich gewählt und ließ seine Spieler erst ab der Mittellinie attackieren. Die Gäste, die im ersten Spiel Celtic Glasgow mit 7:0 vom Platz gefegt hatten, fanden dennoch Lücken und blieben gefährlich.

Julian Korb rettete aber in der 21. Minute vor dem einschussbereiten Messi-Ersatz Paco Alcacer bärenstark. (Torjäger der Champions League)

Raffael muss wieder verletzt vom Platz

Als sich beide Mannschaften eine kleine Verschnaufpause gönnten, schlug Gladbach mit einem schulbuchmäßigen Konter zu.

Raffael setzte Mahmoud Dahoud in Szene, der Hazard glänzend freispielte. Ter Stegen hatte keine Abwehrchance. Auf der anderen Seite rettete Sommer seiner Mannschaft gegen Suarez (39.) die Pausenführung.

Die zweite Halbzeit begann für die Borussia mit einem Schock: Antreiber Raffael musste bereits in der 48. Minute vom Platz, die alte Verletzung war offenbar wieder aufgebrochen.

Sportdirektor Eberl bedauerte den Ausfall des 31-Jährigen: "Er hat in der ersten Halbzeit sensationell gespielt. Man sieht, dass er den Unterschied mit seinen Qualitäten macht. Aber er hat eben wieder etwas im Oberschenkel gespürt und dann macht es keinen Sinn, ihn weiterspielen zu lassen."

Barcelona wurde jedoch nicht nur aufgrund der Auswechslung des Brasilianers im Laufe der zweiten Hälfte immer dominanter.

Barca schlägt eiskalt zu

Gladbach zog sich weit zurück und stemmte sich aufopferungsvoll den Angriffen des ehemaligen Champions-League-Siegers entgegen. (Tabellen der Champions League)

Barcelona übte zwar viel Druck aus, klare Chancen erspielten sich die Katalanen zunächst nicht. Dann aber war es um die Borussia geschehen.

Erst traf der sechs Minuten zuvor eingewechselte Turan nach Zuspiel von Neymar, dann sorgte Pique für die endgültige Wende. Sommer hielt einen Schuss von Suarez nicht fest, Pique stand goldrichtig und schob den Ball über die Linie.

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