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VfL Osnabrück gegen RB Leipzig
Der VfL Osnabrück hat sich für den Spielabbruch entschuldigt © Imago

Nach dem Spielabbruch in der Erstrundenpartie des DFB-Pokals gegen Zweitligist RB Leipzig hat sich Drittligist VfL Osnabrück für den Wurf eines Feuerzeugs durch einen Zuschauer auf Schiedsrichter Martin Petersen entschuldigt.

"Ich wünsche Herrn Petersen gute Besserung und entschuldige mich für das, was er körperlich erlitten hat. Ich entschuldige mich auch bei RB Leipzig. Und ich entschuldige mich bei unserer Mannschaft, die um die Früchte ihrer Leistung gebracht worden ist", sagte Präsident Hermann Queckenstedt am Mittwoch. Bei Abbruch in der 71. Minute lag der VfL 1:0 in Führung.

Das Angebot von RB-Trainer Ralf Rangnick, ein Wiederholungsspiel zu veranstalten, würdigte der VfL als sportlich faire Geste. Queckenstedt äußerte allerdings "begrenzte Erwartungen, dass es dazu kommen wird". Darüber zu befinden, liegt allein im Ermessen des Sportgerichts des Deutschen Fußball-Bundes (DFB).

Legt einer der beiden Klubs Einspruch gegen den schriftlichen Einzelrichterentscheid des Sportgerichts ein, würde es zu einer mündlichen Verhandlung in der DFB-Zentrale in Frankfurt/Main kommen. Entscheidet das Sportgericht für Leipzig, würde die Partie laut Rechts- und Verfahrensordnung des DFB mit 2:0 für den Zweitligisten gewertet werden.

Die Aktion, die zum Abbruch geführt habe, bezeichnete VfL-Geschäftsführer Jürgen Wehlend als "unentschuldbar": "Es handelt sich hier um eine Straftat. Wir werden mit aller Konsequenz gegen den Täter vorgehen, wenn er gefunden ist, und Regressionsansprüche stellen."

Der VfL ist zunächst aufgefordert, bis Donnerstag, 14 Uhr, seine Stellungnahme beim DFB-Kontrollausschuss einzureichen. Dabei gehe es Wehlend zufolge in erster Linie um die Schilderung der Ereignisse aus Osnabrücker Sicht. Desweiteren gelte es, Maßnahmen zu dokumentieren, die zur Identifizierung des Täters führen.

So ist das Feuerzeug bereits am Montagabend der Polizei zur Untersuchung übergeben worden. Wehlend geht davon aus, dass es "anhand der Augenzeugenberichte und des im Internet veröffentlichten Bildmaterials möglich ist, den Täter zu finden".

Dem Schuldigen hatte in die Karten gespielt, dass das Fangnetz hinter der Osttribüne schon vor Spielbeginn beschädigt worden war.

"Das war eine Verkettung unglücklicher Umstände", meinte Wehlend dazu. Beim Abbau einer Choreographie vor Anpfiff seien einzelne Fans in das Fangnetz gefallen. Dieses sei so befestigt, dass es Bewegungen in Richtung Spielfeld abfange.

"Durch den Sturz der Fans ist eine unübliche seitliche Zugbewegung entstanden, die zwei Träger hat einknicken lassen", erklärte Wehlend. Der Bereich habe sich allerdings durch Feuerwehr und Sicherheitskräfte schnell sichern lassen. Es habe keine Gefahr für die Zuschauer bestanden. "Dazu haben wir über die Jungs mit den Megaphonen Durchsagen machen lassen."

In der Halbzeit habe dann die Feuerwehr das Fangnetz durch Spanngurte noch weiter stabilisiert. "Gemeinsam haben wir mit dem DFB-Verantwortlichen und den Einsatzleitern von Polizei und Feuerwehr beschlossen, dass die Sicherheitsmaßnahmen ausreichend sind", schilderte Wehlend.  

Für die Fanaktivitäten bei VfL-Heimspielen wird das Vorkommnis ihm zufolge dennoch einschneidende Folgen haben:  "Wir werden in den Dialog mit der organisierten Fanszene treten, um zu beraten, was wir gemeinsam tun können, um solche Ereignisse zu verhindern. Das kann bis zu einem zumindest vorübergehenden Verbot von Choreographien führen."

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