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Wolfsburg - Pep Guardiola und der FC Bayern München entwickeln sich aktuell zu Dieter Heckings schlimmsten Alptraum. Die Taktik des VfL-Trainer geht vollkommen nach hinten los.

Von Constantin Eckner

Pep Guardiola und Bayern München entwickeln sich aktuell zu Dieter Heckings schlimmsten Alptraum.

Nach der 1:5-Pleite in der Bundesliga vor fünf Wochen gab es für den VfL Wolfsburg nun im DFB-Pokal eine eindeutige 1:3-Niederlage. Insbesondere in der ersten Halbzeit wurden die "Wölfe" im eigenen Stadion vorgeführt. Über weite Strecken der Partie wirkte es nicht wie das Duell zwischen amtierendem Meister und amtierendem Pokalsieger.

Hecking analysierte nach dem Spiel: "Wir wollten aggressiv spielen, aber das hat überhaupt nicht geklappt. Wir waren viel zu passiv."

Doch der 51-jährige Cheftrainer sollte sich von der Kritik keinesfalls ausschließen. Denn die taktische Herangehensweise der Wolfsburger erschien von Anfang an auf Reaktion ausgerichtet zu sein.

Heckings Taktik geht nicht auf

Im tiefen 4-4-2 attackierten die Niedersachsen erst ab der Mittellinie den Spielaufbau des FC Bayern. Bas Dost und Julian Draxler, die beiden Spitzen, versuchten vornehmlich die Passwege auf Xabi Alonso zuzustellen.

Alonso aber ließ sich in diesem Spiel selten zwischen die Innenverteidiger fallen, sondern positionierte sich im Mittelfeldzentrum.

Da Dost und Draxler meist in der Nähe Alonsos blieben, wurden wiederum Thiagos Vorstöße über den linken Halbraum ermöglicht. Denn keiner traute sich nach außen zu rücken, um den 24-Jährigen unter Druck zu setzen.

Die Bayern legten in der ersten Halbzeit ihr Hauptaugenmerk auf ihre eigene linke Seite. David Alaba zeigte in dieser Partie einmal mehr, dass er eben nicht nur ein starker Innen- oder Halbverteidiger ist, sondern auch weiterhin als eher "klassischer" Außenverteidiger ein Spiel bestimmen kann.

Der Österreicher bereitete so Dribblings von Linksaußen Kingsley Coman vor. In einigen Szenen lief Alaba diagonal in Richtung Abseitslinie und band die Verteidiger. Coman ließ sich etwas zurückfallen und wurde beispielsweise von Thiago angespielt.

Wolfsburg ohne Mut

Anschließend dribbelte der Franzose auf die Wolfsburger Abwehr zu. Insgesamt funktionierte das Zusammenspiel von Alaba und Coman hervorragend, was gerade vor beiden Müller-Toren deutlich wurde.

Interessanterweise agierte Thomas Müller vermehrt als Rechtsaußen und in dieser Rolle als häufiger Abnehmer für Flanken auf den zweiten Pfosten. Douglas Costa hingegen durfte sich erneut im Mittelfeldzentrum versuchen. Sein wunderbares Dribbling sowie der anschließende Distanzschuss vor dem 1:0 waren der Dosenöffner für die Bayern.

Mit ihrer Passivität machten es sich die Wolfsburger derweil selbst schwer. Selten traute sich ein Spieler aus einer der beiden Viererketten heraus. Selten wurde aggressiv nach vorn gerückt. Die Wölfe hofften ausschließlich darauf, dass sie mit vielen Akteuren am und im eigenen Strafraum die Angriffe des Gegners abwehren könnten. Doch dies misslang in Halbzeit eins.

Offensiv gab es zudem keinerlei Entlastung. Die Flügel waren quasi nicht besetzt, Draxler und Dost selten wirklich anspielbar. Da sich Rechtsverteidiger Philipp Lahm oftmals tief positionierte, hatten die Bayern eine Drei-gegen-Zwei-Überzahl an ihrer Verteidigungslinie und folglich alles unter Kontrolle.

Wenngleich die Pokalpartie in der zweiten Halbzeit offener wirkte und Wolfsburg auch gefährlicher vor das Tor von Manuel Neuer kam, hatte Heckings Team das Spiel eigentlich bereits in den ersten 45 Minuten verloren. Der VfL-Trainer brachte es auf den Punkt: "Wenn Bayern in der ersten Hälfte noch zwei Tore mehr macht, hätten wir uns nicht beschweren dürfen."

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