vergrößernverkleinern
War schon vor seinen zwei Toren im DFB-Pokal-Finale Kult bei den Borussen-Fans, Norbert Dickel © Imago

München - Dortmunds Norbert Dickel erinnert sich bei SPORT1 an das Pokalfinale zurück, in dem er zur BVB-Legende wurde - und erklärt, warum der BVB für große Emotionen steht.

Norbert Dickel erinnert sich gerne an jenen Abend. Es war der 24. Juni 1989.

Und es war das Berliner Olympiastadion, wo er zum Helden wurde. Borussia Dortmund gewann im Pokalfinale gegen Werder Bremen 4:1 und Dickel hatte mit zwei Toren maßgeblichen Anteil am Titelgewinn.

"Diese beiden Tore haben mein Leben nachhaltig beeinflusst - im positiven Sinn", sagte der 54-Jährige im Gespräch mit SPORT1.

Dickel "total froh"

"Ohne das Finale würde ich heute keine Interviews geben. Ich bin total froh, dass alles so gekommen ist, wie ich es erleben durfte."

Er kann es am Samstag gegen den FC Bayern (ab 20 Uhr LIVE in unserem Sportradio SPORT1.fm und im LIVETICKER) wieder erleben, wenn auch nicht als Spieler auf dem Rasen, aber immer noch als Angestellter des BVB.

Video

Vielen Fußballanhängern ist Dickel nur als Stadionsprecher bekannt, dabei macht er noch einiges mehr im Verein.

"Stadionsprecher ist der kleinste Teil meiner vielen Jobs beim BVB", so Dickel. "Ich bin im Marketing tätig, bin bei 'BVB-Total', unserem Klub-Fernsehkanal, als Anchorman aktiv und moderiere auch beim Net-Radio mit."

Borussia ist für Dickel keine Arbeit

Er habe viele Aufgaben, "aber Stadionsprecher ist nun mal die bekannteste". Dass der Verein echte Liebe für ihn ist, ist bei Dickel nicht nur so daher gesagt, denn "ich habe noch nie gesagt: ‚Ich gehe zur Arbeit, sondern ich gehe zur Borussia.'"

Dank dieser Leidenschaft genießt er längst Kultstatus beim schwarz-gelben Anhang. Und natürlich mache ihn das "unendlich stolz".

Und Dickel weiß auch, warum das so ist. "Ich bin dem Klub nach meiner aktiven Karriere erhalten geblieben, und durch den Pokalsieg 1989 und meine Krankheitsgeschichte davor habe ich offenbar die Herzen der Fans erreicht. Das passte einfach zusammen. Ich bin sehr froh darüber."

Damals spielte er im Finale trotz eines Knorpelschadens.

Video

Nervosität steigt

Vor Samstag steigt langsam die Nervosität. "Noch hält es sich in Grenzen", sagte Dickel, doch es werde „von Stunde zu Stunde deutlich mehr. Das ist auch gut und wichtig so." 
Keine Frage, der Pokalsieg damals war Dickels schönster Moment im BVB-Trikot.

"Es war ja zum ersten Mal, dass sich 80.000 Schwarz-Gelbe auf den Weg ins damalige West-Berlin machten", sagte der frühere Stürmer.

Das sei für den ganzen Klub "etwas ganz Besonderes“ gewesen. "Herzklopfen pur bei jedem. Und das haben wir Spieler natürlich sehr genossen. Für uns alle war das ein unbeschreibliches Erlebnis."

Erinnerung an Pokal-Party

Dickel erinnerte sich noch an die Party danach. "Natürlich haben wir schön gefeiert. Wir sind sonntags nach Dortmund zurückgekommen, sind dann noch mit dem Wagen durch die ganze Stadt gefahren, und es war außergewöhnlich schön“, so Dickel.

"In der Größe hat es das beim BVB vorher nie gegeben, weil wir nach 23 Jahren wieder einen Titel nach Dortmund geholt haben.“

Video

Inzwischen kamen jedoch noch einige Trophäen dazu: fünf Meistertitel (1995, 1996, 2002, 2011 und 2012), ein Pokalgewinn 2012 und der Champions League-Sieg 1997.

Dickel hätte nichts dagegen, wenn am Samstagabend ein weiterer Titel hinzukäme. "Noch steht es 0:0 und die Chancen stehen 50:50. Wir sind durchaus in der Lage, die Bayern zu schlagen", sagte er. Die Favoritenrolle schiebt er aber dem Rekordmeister zu.

"Die Münchner spielen eine überragende Saison und sind Meister geworden. Sie gehen als Favorit in das Finale, aber wir wollen auch den Pokal gewinnen. Wir fahren doch nicht mit 50.000 Menschen nach Berlin, um zu verlieren."

Fehlende Spannung?

Dass in den vergangenen Tagen Kritik aufkam, weil es der Mannschaft zuletzt an der nötigen Spannung fehlte, ist für Dickel erklärbar.

"Wir sind seit vier Wochen fest für die Champions League qualifiziert und hatten Platz zwei inne. Es ist da auch nicht ganz einfach, die Spannung hochzuhalten. Vielleicht ist es gar nicht schlecht, dass die beiden letzten Spiele nicht so überragend waren."

Video

BVB-Sportchef Michael Zorc hob dennoch mahnend den Finger und forderte mehr Konzentration ein. Doch Dickel ist zuversichtlich, was den Samstag angeht. "Weil wir einfach ein geiler Verein sind. Du brauchst keinem von unseren Spielern zu sagen, um was es geht. Die Fokussierung ist absolut da. Es ist das Finale und wir fahren nach Berlin. Da mache ich mir überhaupt keine Gedanken." 

teilentwitternteilenE-MailKommentare
Bitte bewerten Sie diesen Artikel