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Hansi Flick ist seit September 2014 DFB-Sportdirektor © Getty Images

DFB-Sportdirektor Hansi Flick sieht die Nationalteams im Sturmzentrum gut aufgestellt. Die Torflaute habe andere Gründe - an denen man seit längerem arbeite.

Drückende Überlegenheit, aber keine Tore: Was der deutschen A-Nationalmannschaft bei der EM in Frankreich zum Verhängnis wurde, verfolgte auch die DFB-Junioren bei ihrem Auftakt in die U19-EM im eigenen Land.

DFB-Sportdirektor Hansi Flick erklärte nach dem 0:1 gegen Italien bei SPORT1: "Die Mannschaft hat meiner Meinung nach sehr gut gespielt, hat leider die Tore nicht gemacht. Am Ende des Tages wirst du dann bestraft."

So wie es dem Team von Bundestrainer Joachim Löw im EM-Halbfinale gegen Frankreich und eine Runde zuvor fast schon gegen Italien gegangen war. Auch Flick hat den Trend erkannt.

"Das haben wir schon länger im Blick. Wir müssen genau gegen so eine kompakte Defensive dann auch ein Mittel haben", forderte der 51-Jährige - und sagte damit auch, dass die Torflaute in seinen Augen nicht nur mit der Position im Sturmzentrum zusammenhänge, wo es gerade auch in den U-Nationalmannschaften "viel Qualität" gebe.

Im Gegensatz zu den Vereinstrainern haben die DFB-Verantwortlichen mit ihren Aufgeboten über das Jahr verteilt aber nur eine sehr begrenzte Zahl an Trainingseinheiten zur Verfügung - und damit deutlich weniger Zeit, um Automatismen einzuschleifen als es in anderen Ländern wie Kroatien oder Portugal der Fall ist.

Blockbildung als Vorteil

"Bei uns ist die ganze Struktur etwas anders aufgebaut", sagte Flick bei SPORT1 über das deutsche Modell mit zahlreichen Nachwuchsleistungszentren: "Gerade in Lissabon gibt es zwei herausragende Akademien, von daher ist es klar, dass da auch viele Spieler hinkommen."

Während beispielsweise in Portugals U19 gleich zehn Spieler von Sporting und Benfica stehen, stellt im deutschen EM-Kader kein einziger Verein mehr als zwei Spieler.

Der deutsche U19-Coach Guido Streichsbier erklärte auf SPORT1-Nachfrage, dass diese Blockbildung mit Blick auf ein Turnier "schon ein Vorteil" sei: "Das sind natürlich schon ein paar Prozesse, die einfach eingeschliffen sind, wenn man sich jeden Tag sieht."

Flick schwärmt über Portugals Nachwuchs

Auf der anderen Seite sei es "das Pfund des deutschen Fußballs, dass wir so gute Nachwuchsleistungszentren haben - und deshalb sind halt die Talente etwas verteilt".

Am Donnerstag (ab 19 Uhr im LIVETICKER) treffen diese beiden Modelle aufeinander, wenn es die DFB-Junioren in ihrem zweiten Gruppenspiel mit dem Nachwuchs des frischgebackenen Europameisters Portugal zu tun bekommen.

"Die Aufgabe wird für uns noch etwas heikler", prophezeite Flick bei SPORT1 und schwärmte: "Die Portugiesen sind im U-Bereich sehr stark, sind spielerisch stark, haben eine tolle Spielidee. Gucken wir mal, was wir da entgegenzusetzen haben."

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