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David Alabas kurioses Eigentor war die meistdiskutierte Szene in Österreichs Testspiel gegen Malta. Marcel Kollers Team hat vor der EM noch Steigerungsbedarf.

"Ja, bist du deppert", das ist David Alabas Lieblingsspruch. Diesen typisch österreichischen Ausdruck hat der Star von Bayern München sogar seinem französischen Kumpel Franck Ribéry beigebracht. Am Dienstagabend dürften sich dies beide gedacht haben, als Alaba beim 2:1 der österreichischen Fußball-Nationalmannschaft gegen Malta mit einem Slapstick-Eigentor für eine Lachnummer sorgte.

Alaba nimmt Fehler auf eigene Kappe

Der 23-Jährige wollte beim Test in Klagenfurt anderthalb Wochen vor dem EM-Start in der 89. Minute einen Rückpass zu Torwart Ramazan Öczan spielen. Doch dass der Ingolstädter Keeper noch neben seinem Tor stand, bemerkte Alaba zu spät. "Wir wollten rausspielen, ich wollte mich drehen, dann sind zwei Gegenspieler auf mich zugelaufen. Ich dachte, dass Rambo im Tor steht. Er hat nichts gesagt, ich habe nicht geschaut", schilderte der Münchner mit einem Schmunzeln seinen "dummen Fehler". Er nehme das "zu 100 Prozent voll auf meine Kappe".

Und wer den Schaden hat, braucht für den Spott nicht zu sorgen. "Es war ein herrliches Tor - eines der schönsten von David", witzelte Martin Hinteregger über den Blackout seines Kollegen, um ernsthaft hinzufügen: "David hat eine unheimlich lange Saison hinter sich, dann kommt er her und spielt einen Test gegen Malta. Vielleicht war er in dieser Szene etwas unkonzentriert. Aber wir wissen alle, was er leistet."

Sobald Alaba auf dem Platz stehe, "ist eine unheimliche Sicherheit im Team zu spüren", lobte Hinteregger den Bayern-Profi. Auch Teamchef Marcel Koller hakte die kuriose Szene schnell ab: "Ich mache mir keinen Kopf darüber. Das kann passieren, weiter geht's."

Und das schon am Samstag, wenn in Wien die EM-Generalprobe gegen die nicht für Frankreich qualifizierten Niederländer ansteht. "Wir haben noch Luft nach oben", meinte Alaba, nachdem es gegen Malta nur in der Anfangsphase rund gelaufen war. Da hatten der Ex-Bremer Marko Arnautovic (4.) und der Schalker Alessandro Schöpf (18.) für ein schnelles 2:0 gesorgt.

Österreich mit vielen Deutschland-Legionären

Schöpf ist einer von 15 Bundesliga-Legionären, die Koller in seinen 23-köpfigen Kader für die EM-Endrunde (10. Juni bis 10. Juli) berufen hat. Dazu kommen weitere fünf Profis mit Deutschland-Erfahrung.

In die EM startet Österreich, das am 8. Juni sein Quartier in Mallemort bezieht, am 14. Juni mit der Partie in Bordeaux gegen Ungarn. Zudem sind in Gruppe F  Portugal (18.6.) und Island (22.6.) die Gegner. Nach einer starken Qualifikation traut Alaba seinem Team "einiges zu. Wenn wir unsere Leistung bringen, dann ist viel möglich."

Dazu bedarf es aber in Frankreich einer deutlichen Steigerung. Doch Koller, früher in Bochum und Köln tätig, blieb trotz der durchwachsenen Leistung gegen Malta gelassen: "Wir haben gesehen, dass noch nicht alles geklappt hat. Wir müssen unsere Chancen konsequenter verwerten. Ich bin noch nicht nervös. Wir sind auf einem guten Weg."

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