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München - Der Österreicher Martin Stranzl ist der Chef der Gladbacher Defensive. Im Rückspiel gegen den FC Sevilla setzt er bei SPORT1 aber voll auf Angriff.

Arjen Robben vom FC Bayern, Kevin De Bruyne vom VfL Wolfsburg und Zlatko Junuzovic vom SV Werder Bremen haben eines gemeinsam. Sie sind seit Monaten die herausragenden Figuren in ihren Teams und bestimmen die Schlagzeilen.

Auch Martin Stranzl liefert in dieser Saison Bestwerte ab. Und dennoch steht der Innenverteidiger von Borussia Mönchengladbach nicht im Fokus. Dabei ist er unumstrittener Chef der Defensive im Team von Trainer Lucien Favre.

Wenn Stranzl fehlt, dann nur verletzungsbedingt. Auch dank ihm haben die Gladbacher nach 22 Spieltagen mit nur 18 Gegentoren die zweitwenigsten nach den Bayern kassiert. Bei drei der vier Saisonniederlagen fehlte Stranzl, er ist der Unersetzbare bei den Niederrheinern. 

"Bisher sehr stabil aufgetreten"

Mit den Gladbacher Leistungen in der Liga ist der Österreicher zufrieden. "Wir haben mit drei Siegen aus fünf Spielen einen guten Rückrundenstart hingelegt, sind bisher sehr stabil aufgetreten und das wollen wir auch in die kommenden Spiele mitnehmen", sagt Stranzl im Gespräch mit SPORT1

Er will mit seiner Mannschaft auch in Europa weiter für Furore sorgen.

Und da muss die Borussia am Donnerstagabend zu Hause gegen den FC Sevilla ein 0:1 aus dem Hinspiel wettmachen, um in das Achtelfinale einzuziehen (ab 18.45 Uhr LIVE im Sportradio auf SPORT1.fm und im LIVETICKER).

Stranzl geht gelassen in das Spiel. "Es ist gar nicht so kompliziert. Wir müssen jetzt zu Hause gewinnen und dürfen eigentlich kein Gegentor bekommen. Sonst müssen wir schon drei Treffer erzielen. Bei einem Tor für uns gäbe es Verlängerung und Elfmeterschießen. Das ist immer Glückssache. Also müssen wir eigentlich schon auf zwei Tore spielen", sagte der Gladbacher.

1860, VfB, Moskau

Aus Stranzl spricht die Erfahrung aus 16 Profijahren: 1999 begann für ihn alles bei 1860 München. Schnell machte er sich einen Namen bei den "Löwen". 2004 wechselte Stranzl zum VfB Stuttgart und entwickelte sich in zwei Jahren zu einem gestandenen Bundesligaspieler.

Spartak Moscow v CSKA Moscow - Premier-Liga
Martin Stranzl (r.) im Duell mit Seydou Doumbia im Derby gegen ZSKA Moskau © Getty Images

Danach ging es ins Ausland. 2006 wechselte Stranzl zu Spartak Moskau und blieb dort vier Jahre.

"Ich habe dort das internationale Geschäft kennengelernt und in Russland einen großen Schritt nach vorne gemacht mit einem neuen Land, einer neuen Kultur und einer neuen Sprache", sagt der zweifache Familienvater. "Ich wollte mich da unbedingt durchsetzen und wurde dort unter tollen Trainern zum Führungsspieler. Man entwickelt sich irrsinnig weiter, man muss es aber auch annehmen."

2011 kehrte er nach Deutschland zurück und heuerte in Mönchengladbach an. Ein Glücksfall für den Verein. Und für Stranzl. "Mit Gladbach habe ich einen Verein gefunden, der sehr traditionell ist. Als ich kam, lief es nicht so gut, aber ich habe mich der Herausforderung gestellt."

Lob von Eberl

Und wie sieht es um seine Zukunft aus? Stranzl hat in Gladbach noch einen Vertrag bis 2016. Sportchef Max Eberl lobte den Abwehrchef zuletzt im "Volkswagen Doppelpass" auf SPORT1 in höchsten Tönen. "Du musst Lob richtig einordnen können und darfst nicht anfangen abzuheben", meint Stranzl. "Mit der Erfahrung kann man das richtig einschätzen."

Er kommt überall gut an, habe mit Jedem im Verein "ein offenes und ehrliches Verhältnis." Er sei zudem keiner, "der Parolen raushaut", wichtig sei, "dass man intern gut kommuniziert. Die jungen Spieler sind heute ein immer größerer Teil eines Teams, das war früher ganz anders. Die Jungs nehmen meinen Rat an und so macht es Spaß."

"Das tut richtig gut"

Für Eberl bekommt Stranzl jetzt die verdiente Anerkennung zuteil. "Das tut richtig gut, auch, wenn man so lange dabei ist, wie ich", sagt der 1,90 Meter große Defensivspezialist. Gladbachs Fans hoffen, dass in anderthalb Jahren noch nicht Schluss ist.

"Mich muss man zu nichts überreden oder überzeugen zu verlängern", stellt Stranzl klar. "Das wäre der falsche Ansatz. Wenn die Leistung nicht mehr passt, dann hat es keinen Sinn mehr. In den letzten zwei Jahren lief es jedoch sehr gut für mich und da gab es keinen Grund für einen Schlussstrich."

Karriereende in Gladbach

Den zieht Stranzl hingegen unter seine Pläne nach der Karriere in die Heimat zurückzukehren. "Ich will nicht zurück nach Österreich, ich wollte nur die Schul-Situation meines Sohnes geklärt wissen. Wir werden wohl für immer in Mönchengladbach bleiben, wegen der Kinder."

Und weiter: "Auch 2016 muss das Kapitel bei Borussia für mich nicht zu Ende sein. Ich habe mir hier mit meiner Familie ein sehr gutes Umfeld aufgebaut." Das werden Eberl und die Fans gerne hören.

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