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Basel - Jürgen Klopp ärgert sich nach der Finalniederlage gegegn Sevilla über die Leistung der Schiedsrichter. SPORT1 fasst die Reaktionen zusammen.

Jürgen Klopp haderte nach der Niederlage mit dem FC Liverpool im Endspiel der UEFA Europa League- gegen den FC Sevilla (1:3) mit der Schiedsrichterleistung.

"Ich habe jetzt zwölf Interviews gegeben und jeder hat mir von zwei Handspielen in der ersten Halbzeit berichtet. Es gab insgesamt vier sehr offensichtliche Entscheidungen gegen uns", sagte der deutsche Teammanager während der Pressekonferenz in Basel am späten Mittwochabend.

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Inzwischen hat Klopp seine letzten fünf Endspiele verloren - doch er will weiter kämpfen.

"In allen Finals gab es keine Fehlentscheidung zu meinen Gunsten. Das wird sich auch mal ändern, irgendwann. Wir müssen wohl noch mehr Endspiele erreichen", sagte er: "Dafür werde ich alles tun."

SPORT1 fasst die Stimmen und Reaktionen der Beteiligten zusammen.

Jürgen Klopp (Trainer FC Liverpool) zur Schiedsrichter-Leistung: "Mir haben jetzt schon diverse Journalisten gesagt, dass es zwei klare Handelfmeter für uns hätte geben müssen. Ich selbst habe es an der Seitenlinie gar nicht gesehen. Wir wissen ja, dass ich schon einige Finals verloren habe. Und ich kann sagen, dass von all den Fehlentscheidung keine zu meinen Gunsten war. Und auch heute waren alle Fehlentscheidungen zugunsten Sevillas. Und das macht das Ding natürlich nicht leichter. Doch damit kann ich nicht arbeiten. Ich kann nicht in die Kabine gehen und sagen: So Jungs, wir können überhaupt nichts dafür. Das waren die Fehler der Schiedsrichter. Das hat natürlich keinen Sinn. Ich weiß, dass die Liverpool-Fans komplett niedergeschlagen sind. Aber wenn du verlierst, dann mit Klasse. Das fällt natürlich umso schwerer, wenn du weißt, dass es zwei Elfmeter hätte geben müssen. Nichtsdestotrotz ist es jetzt rum, wir müssen damit leben. Wir haben uns dieses Finale verdient und wir haben uns natürlich auch diese Niederlage selbst eingebrockt. Wäre schon cool gewesen, mit 2:0 in die Pause zu gehen."

Zu seinem persönlichen Final-Fluch: "Ich glaube nicht, dass es Gottes Plan ist, mich ständig in Endspiele zu schicken und mir dann einen drüber zu geben. In allen fünf Finals, die ich verloren habe, gab es keine einzige Fehlentscheidung zu meinen Gunsten, aber auch das wird sich irgendwann ändern. Ich werde für weitere Endspiele kämpfen, mit allem, was ich habe."

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Zum Umgang seines Teams mit dem Ausgleich: "Unsere Reaktion auf den Ausgleich war sehr bescheiden. Wir haben jede Kompaktheit verloren und das Zutrauen in unsere Spielweise. Wir haben unser Passspiel von schnell und einfach auf langsam und kompliziert umgestellt. Man hat richtig gesehen, wie das Gegentor bei jedem Einzelnen eingeschlagen hat. Das zeigt einfach, dass wir noch nicht weit genug sind, um sowas wegzustecken. Gerade in einem Finale passieren natürlich Fehler – du musst dann richtig damit umgehen. Und das haben wir dann nicht getan."

Zur Zukunft seines Teams: "Wir müssen die Niederlage nutzen. Unglücklicherweise haben wir in der nächsten Saison einen Haufen Zeit, um zu trainieren – und diese Zeit müssen wir nutzen. Und dann werden wir stärker sein. Jetzt haben wir nächste Saison Mittwoch und Donnerstag Zeit. Wie gesagt, die Zeit müssen wir nutzen. Ist doch klar. Es ist ja nicht so, dass wir mit dem Verein eine Trümmertruppe zusammengestellt haben. Das ist auch eine Mannschaft, die Geld kostet. Wir haben ganz tolle Zeichen gegeben in den sieben Monaten. Darauf werden wir aufbauen. Es wird den Moment geben, wenn alle in Liverpool denken: Basel war ein ganz entscheidender Moment für unsere positive Entwicklung. Daran schrauben wir jetzt."

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Zur verpassten Champions-League-Qualifikation: "Ich habe heute Abend nicht so sehr an die Champions League gedacht. Ich habe den Cup gesehen und dachte mir: Darum gehts jetzt hier. Da hatte ich die Champions League nicht so sehr auf dem Rechner."

Unai Emery (Trainer FC Sevilla): "Wir lieben die Europa League und wollten den Titel unbedingt gewinnen - das ist einfach unser Wettbewerb. Liverpool ist eine großartige Mannschaft. Aber spanische Teams spielen immer mit Leidenschaft, wir können ein Spiel aber auch auf höchstem Niveau lesen. Wir mussten heute allerdings auch an uns selbst glauben. Ich freue mich sehr für unsere Fans."

James Milner (Mittelfeldspieler FC Liverpool): "Wir sind bei Weitem nicht an unsere Leistungsgrenze gekommen. Das ist die größte Enttäuschung für mich. Es ist doppelt bitter, nächste Saison nicht in Europa vertreten zu sein."

Fredi Bobic (SPORT1-Experte): "Der FC Sevilla hat in der zweiten Halbzeit klar dominiert und deshalb verdient gewonnen. Liverpool hat zu stark nachgelassen, um die Führung zu halten. Besonders der frühe Ausgleich hat die Reds geschockt. Sevilla wollte den Titel unbedingt haben."

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