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Southampton v Arsenal - Premier League
Per Mertesacker (l.) und seine Kollegen haben genug © Getty Images

München - Per Mertesacker kassiert vernichtende Kritiken, Trainer Wenger erstaunt nach der Pleite in Southampton: Mal wieder implodiert Arsenal in einem wichtigen Moment.

Arsene Wenger erklärte, wie ein 0:4 eine unglückliche Niederlage sein kann: "Wir hatten ein bisschen Pech, denn alle Tore waren diskussionswürdig. Vor allem das zweite, und vor dem dritten war es kein Eckball."

90 Minuten plus eine Pressekonferenz des Trainers reichten dem FC Arsenal, um schon wieder die Insassen der Pubs in ganz England zu unterhalten. Aber natürlich nicht auf die Weise, die sich die Nord-Londoner wünschen.

Long foult Koscielny

Beim zweiten Treffer des FC Southampton hatte Wenger Recht, Shane Long stellte Verteidiger Laurent Koscielny das Bein und hatte so freie Bahn zum Tor. Die Botschaft ist aber: Wenger liefert wilde Ausreden für Arsenals mit Abstand schlechteste Leistung der laufenden Saison in der Premier League.

Nach drei Siegen in Folge hätte Arsenal mit einem Sieg zum ersten Mal nach fast zwei Jahren wieder die Tabellenspitze übernehmen können, Leicester hatte in Liverpool verloren. Wenger und seine Mannschaft waren kurz davor, wieder ernst genommen zu werden.

Doch Arsenal ist ein Ferrari, dessen Räder an Zahnstochern stecken. Knick knack, schon liegen die Turbospieler hilflos da. Und Mesut Özil, in dieser Saison eigentlich glänzender Vorbereiter, war gegen Southampton schlichtweg unsichtbar.

Mertesacker heftig kritisiert

Defensiv zeigte Weltmeister Per Mertesacker seine desaströse Seite. "Ich muss sagen, gegen hohe Geschwindigkeit war Mertesacker heute Abend furchtbar. Schrecklich", befand TV-Experte Robbie Savage.

Die Daily Mail urteilte: "In den letzten vier Monaten bildeten Per Mertesacker und Laurent Koscielny eines der beeindruckendsten Innenverteidiger-Duos der Premier League. Gestern Abend spielten sie so, als hätten sie sich zum ersten Mal auf dem Parkplatz des Pubs Slug & Lettuce getroffen, fünf Minuten die Straße runter vom St. Mary's Stadium."

Southamptons Treffer aufgelegt

Mertesacker war komplett überfordert gegen Southamptons Doppel-Torschützen Long, legte zudem den ersten Treffer durch Cuco Martina per Kopf auf.

Einen Tag zuvor hatte er sich noch auf deutlich komischere Weise blamiert, zumindest aus Sicht der Arsenal-Fans, als er zum Fest ziemlich schief "Stille Nacht, Heilige Nacht" krächzte.

Leichtigkeit und Leichtsinn verbrüdern sich bei diesem Verein seit Jahren.

Wenger liefert Ausreden

Insofern helfen Wengers Aussagen seinen Spielern kaum weiter. Seine Kritik am Schiedsrichter verschluckt schließlich Sätze wie: "Gratulation an Southampton, Entscheidungen gingen vielleicht in ihre Richtung, weil sie es mehr wollten als wir."

Und an "Wir haben zu viele Zweikämpfe verloren, um das Spiel zu gewinnen" hing Wenger an: "Shane Long hat das Spiel sehr körperlich gemacht. Er ist mit zu viel davongekommen."

Zumindest kommt so das irre Tempo zwischen den Jahren in England Arsenal entgegen: Am Montag folgt gegen Bournemouth der nächste Anlauf.

Und die Chance, an Neujahr nicht mehr das Gespött der Liga zu sein.

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