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München - Die Euphorie über das Comeback von Bastian Schweinsteiger hält sich bei der englischen Presse in Grenzen. Eine Zeitung reagiert sogar spöttisch. Jose Mourinho schweigt.

Die Leidenszeit von Bastian Schweinsteiger bei Manchester United ist vorüber.

Im Viertelfinale des englischen Ligapokals kam der Weltmeister zu seinem ersten Einsatz nach acht Monaten. Beim 4:1 gegen West Ham United wurde der 32-Jährige in der 86. Minute für Anthony Martial eingewechselt - und von den Zuschauern im Old Trafford mit Standing Ovations empfangen.

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"Er lebt noch"

Die Euphorie bei den englischen Medien über das lang herbeigesehnte Schweinsteiger-Comeback hielt sich dagegen in Grenzen. Die meisten Blätter nahmen die Einwechslung der Nummer 31 als Randnotiz zur Kenntnis - außer der Daily Mirror.

"Er lebt noch. Aber manchmal kommen eben gewisse Dinge zusammen", relativierte die Zeitung spöttisch und führte zehn weniger ernst gemeinte Gründe an, die die Rückkehr des monatelang degradierten Weltmeisters ermöglichten. Beispielsweise die Abwesenheit des gesperrten Teammanagers Jose Mourinho.

"Mourinho wird vor Wut schäumen, wenn er herausfindet, dass Rui Faria (Co-Trainer; Anm. d. Red.) Schweinsteiger eingewechselt hat", scherzte auch ein Journalist der Manchester Evening News auf Twitter.

Keine Lust mehr auf Hoeneß-Seitenhiebe?

Der Mirror nannte neben den Ausfällen von Paul Pogba und Marouane Fellaini unter anderem noch die Kälte im Stadion als Faktor für die Schweinsteiger-Begnadigung. Man habe den Mittelfeld-Routinier bei einem bereits entschiedenen Spiel gegen "ein grauenhaftes West Ham" einfach ein bisschen laufen lassen wollen, damit dieser sich aufwärme und sich keine Erkältung einfange.

Einer der wichtigsten Gründe aber: United habe keine Lust mehr auf Giftpfeile aus München gehabt. Bayern-Präsident Uli Hoeneß war jüngst für Schweinsteiger öffentlich in die Bresche gesprungen und hatte diesen aufgefordert, sich bei den Red Devils bis zu seinem Vertragsende ausbezahlen zu lassen.

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Schweinsteiger wird herzlich egal sein, warum er wirklich wieder spielen durfte. Hauptsache er durfte. "Es war ein fantastischer Abend mit einem perfekten Ergebnis", twitterte er und bedankte sich für "den warmen Empfang" der Fans.

Mourinho hüllt sich in Schweigen

Ob es für mehr Einsätze reicht, ist unklar. Mourinho hüllte sich nach der Schweinsteiger-Rückkehr in Schweigen. Sein Lob galt einem anderen alten Bekannten aus der Bundesliga: Henrikh Mkhitaryan.

"Er kommt immer besser rein. Wir wissen, warum wir diesen Spieler verpflichtet haben", sagte Mourinho über den Ex-Dortmunder, der von Beginn an gespielt und das frühe 1:0 durch Zlatan Ibrahimovic sehenswert per Hacke vorbereitet hatte.

Mkhitaryan war zuletzt nicht über Kurzeinsätze hinausgekommen. Er musste sich reinkämpfen. Ähnlich könnte es Schweinsteiger ergehen.

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