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München und Madrid - Cristiano Ronaldo steht in der Kritik, beim Sieg gegen Bilbao sorgt vor allem eine missverständliche Geste des Real-Stars für Wirbel. SPORT1 erklärt die Hintergründe.

Es läuft nicht bei Cristiano Ronaldo.

Nach sechs Einsätzen in der spanischen Liga stehen für den Superstar von Real Madrid nur zwei mickrige Treffer zu Buche. In "seinem" Palast, dem Estadio Santiago Bernabeu, wartet der Europameister nunmehr seit vier Partien auf ein persönliches Erfolgserlebnis.

Frust bei Fans und Mitspielern

Beim knappen Arbeitssieg gegen Athletic Bilbao (2:1) versuchte es Ronaldo auf Biegen und Brechen - und handelte sich dabei nicht nur den Groll der eigenen Fans, sondern auch den Unmut seiner Mitspieler ein.

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Sogar der sonst so introvertierte Toni Kroos fluchte, als der dreimalige Weltfußballer kurz vor Schluss allein auf Bilbaos Keeper Gorka Iraizoz zulief und diesen anschoss, anstatt seinen besser postierten Sturmpartner Alvaro Morata zu bedienen.

Zidane sieht "kein Problem"

Der Ärger legte sich intern schnell, schon in der Mixed Zone nach Spielende sprach sich das Starensemble einstimmig für Ronaldo aus. "Wenn jemand das Recht hat, zu versagen, dann er", sagte Morata.

Trainer Zinedine Zidane beschwichtigte zudem am Dienstag: "Natürlich wäre es mir lieb, wenn Cristiano zwei oder drei Tore macht. Aber es ist kein Problem, wenn ihm das mal nicht gelingt. Er wird wieder treffen, daran gibt es keine Zweifel."

Geste löst Debatte aus

Eine Aktion Ronaldos blieb seit dem Bilbao-Spiel dennoch in aller Munde: Beim erlösenden Siegtor durch Morata hob der 31-Jährige den Arm nach oben, als wollte er wie ein Verteidiger auf Abseits reklamieren. Daraufhin hagelte es in den Sozialen Netzwerken massive Kritik an Ronaldo.

Selbst Real-Fans warfen dem verbissenen Goalgetter, immerhin seit 2009 im Verein, Egoismus und fehlende Mannschaftsdienlichkeit vor.

Diese Vorwürfe sollen Ronaldo laut übereinstimmenden spanischen Medienberichten zutiefst enttäuscht und verärgert haben. Denn hinter der verwirrenden Geste steckt wohl alles andere als Frust über den eigenen Misserfolg.

"Gefreut wie jeder andere"

Wie Bilder aus vergangenen Partien belegen, streckt Ronaldo regelmäßig den Arm in die Höhe, wenn Real ein wichtiges Tor erzielt. So war es beispielsweise in den beiden Champions-League-Endspielen, als Sergio Ramos per Kopf traf.

"Cristiano hat sich genauso über den Sieg gefreut wie jeder andere. Es gab intern von niemandem Beschwerden über diese Geste. Er hat sich nach dem Spiel sogar bei Morata für die drei Punkte bedankt. Manche suchen ein Problem, wo keines ist", erklärte Reals Ex-Profi und heutiger A-Jugend-Trainer Guti in der TV-Sendung El Chiringuito.

Wie auch immer man die Geste auslegt: An Reals Plan, langfristig auf Ronaldo zu bauen, hat sich nichts geändert. Seine Vertragsverlängerung bis 2021 soll nach Informationen der Marca im November offiziell bekanntgegeben werden.

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