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F1 Grand Prix of Brazil - Qualifying
Nico Rosberg und Co. droht am Sonntag ein Regenrennen © Getty Images

München - Dank der Dominanz von Mercedes scheint Nico Rosberg sein erster WM-Titel nicht mehr zu nehmen zu sein. Doch im Rennen warten zwei große Herausforderungen auf ihn.

Es würde wohl niemanden verwundern, wenn Weltmeister Lewis Hamilton vor dem Schlafengehen noch einen Regentanz aufführt.

Denn ein Regenschauer in Brasilien (Rennen ab 17 Uhr im LIVETICKER) ist wohl seine letzte Chance, Mercedes-Teamkollege Nico Rosberg den WM-Titel doch noch abzuluchsen - falls bei dessen Auto keine technischen Probleme auftreten.

Pole-Setter Hamilton weiß, dass ihm zwei Siege in den letzten beiden Rennen wenig nützen, wenn Rosberg hinter ihm bequem auf Rang zwei ins Ziel fährt. Dass die Konkurrenz aus eigener Kraft dem Briten Schützenhilfe leisten kann, muss nach dem Qualifying aber mehr denn je bezweifelt werden.

Mercedes im Trockenen zu stark

Dabei hatten Hamilton und Co. gerade in Interlagos einen geringeren Vorsprung erwartet: "Weil der Kurs kurz ist, sind die Abstände so klein. Der kleinste Unterschied zählt", sagte Hamilton. Umso erstaunlicher ist es, dass Mercedes die Konkurrenz dennoch um knapp sieben Zehntel distanzierte.

Nun ist es allgemein bekannt, dass die Silberpfeile bei der Zeitenjagd immer noch etwas Extra-Leistung zur Verfügung haben. Doch das letzte Mal, dass Mercedes im Qualifying einen so großen Vorsprung hatte, war auf der Motorenstrecke in Monza. (SERVICE: So wird Rosberg Weltmeister)

Auch beim wohl härtesten Konkurrenten Red Bull weiß man, dass man an diesem Wochenende nur bei nassen Bedingungen eine echte Siegchance hat. "Mercedes war im Qualifying ein ganzes Stück vorne und im Rennen sind sie es sicher auch noch etwas. Aber wenn es regnet, haben wir bessere Chancen", sagte Max Verstappen.

Rosberg schwächelt im Regen

Dies gilt ganz besonders im Duell mit Rosberg, der seine schwächsten Rennen in dieser Saison bei nassen Bedingungen zeigte.

So wurde Rosberg in Monaco sogar dazu aufgefordert, Hamilton passieren zu lassen, da ihm der Speed fehlte. Am Ende wurde er Siebter. Auch beim Regenrennen in Silverstone war Rosberg chancenlos gegen seinen Teamkollegen.

Rosberg gilt im Vergleich zu Hamilton als (zu) vorsichtiger Regenfahrer. Das weiß auch Hamilton, der damals lachend auf die Frage, warum er im Regen der bessere Fahrer sei, antwortete: "Größere Eier."

Red Bull rechnet sich Siegchancen aus

Genau diese muss Rosberg jetzt aber im Rennen in Interlagos beweisen, sollte es tatsächlich regnen.

Keine leichte Aufgabe für den WM-Leader, der sicher seine 19 Punkte Vorsprung im Hinterkopf hat und diese nicht durch zu viel Risiko wegwerfen will. Doch wer im Regen zu vorsichtig unterwegs ist, verliert schnell mehr als nur ein, zwei Plätze.

Besonders wenn die Konkurrenz beim Setup für das Qualifying bereits ein mögliches Regenrennen im Hinterkopf gehabt hatte. "Wir haben den besten Kompromiss für beide Szenarien gesucht", sagte Daniel Ricciardo. Red-Bull-Motorsportberater Helmut Marko ist sich deshalb sicher: "Sollte es wirklich regnen, fahren wir um den Sieg mit."

Verstappen will weiterhin angreifen

Rosbergs zweitgrößter Feind auf der Jagd nach seinem ersten WM-Titel dürfte Verstappen sein. Der Niederländer ist im Regen ähnlich angriffslustig unterwegs wie Hamilton und unterscheidet bei seinen Attacken nicht zwischen Titelkandidaten und Hinterherfahrern.

Dies hatte er mit seinem harten Manövern gegen Rosberg in Mexiko unter Beweis gestellt, was Mercedes-Motorsportchef Toto Wolff dazu veranlasste, Vater Jos Verstappen anzurufen. Der Erfolg des Anrufs scheint sich in Grenzen zu halten, denn Verstappen kündigte nach dem Qualifying an: "Ich werde meinen Ansatz nicht verändern."

Rosberg wird im Rennen also nicht nur mit Regen, sondern auch mit einem angriffslustigen Verstappen rechnen müssen. Besteht der Deutsche diese Herausforderungen, hätte er sein Meisterstück abgeliefert und sich den WM-Titel wahrlich verdient.

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