Alarmierendes Zeichen für Lipowitz

Hitzeschlacht bei der Tour de France
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Hitzeschlacht bei der Tour de France

Florian Lipowitz und Remco Evenepoel sind auf der 9. Etappe der Tour de France plötzlich komplett auf sich alleine gestellt. Was ist mit den Helfern passiert?

Das hat man sich bei Red-Bull-BORA-hansrohe vermutlich ganz anders vorgestellt: Die 9. Etappe der Tour de France mussten die beiden Teamkapitäne Florian Lipowitz und Remco Evenepoel über weite Strecken ohne Helfer absolvieren.

Ihre sechs Teamkollegen konnten das Tempo des Hauptfeldes nicht mitgehen und kamen rund 15 Minuten nach den beiden Topfahrern ins Ziel. Nach dem Rennen stellte sich natürlich die Frage: Wie konnte das passieren?

Florian Lipowitz und Remco Evenepoel vom Team Red Bull-BORA-hansgrohe waren auf der 9. Etappe der Tour de France auf sich alleine gestellt
Florian Lipowitz und Remco Evenepoel vom Team Red Bull-BORA-hansgrohe waren auf der 9. Etappe der Tour de France auf sich alleine gestelltFlorian Lipowitz und Remco Evenepoel vom Team Red Bull-BORA-hansgrohe waren auf der 9. Etappe der Tour de France auf sich alleine gestellt© IMAGO/Photo News

Tour de France: Ratlosigkeit bei Lipowitz-Team

„Wir wollten eigentlich mit Maxim (Van Gils, Teamkollege, Anm. d. Red.) heute in die Gruppe gehen, er hat dann viele Körner am Anfang liegen lassen. Und es war einfach ein superharter Tag“, erklärte Lipowitz kurz nach der Etappe und war bemüht, zu beschwichtigen: „Da kann man keinem einen Vorwurf machen. Jeder ist super gefahren. Das ganze Team, schon die ganze Woche, hat einen guten Job gemacht.“

Sportdirektor Francisco Villa schilderte bei Eurosport: „Bei der Etappe war es nicht das große Problem, aber ich werde bei den Jungs noch einmal nachfragen, was los war. Die Positionierung war nicht richtig und dann hat die Energie gefehlt.“

Es bleibt ein durchaus alarmierendes Zeichen, dass andere Teams wie die UAE-Mannschaft des Gesamtführenden Tadej Pogacar noch mit zahlreichen Helfern präsent waren, während Red Bulls Co-Kapitäne schon auf dieser – vom Profil her – vergleichsweise leichten Etappe komplett isoliert wurden.

DEINE MEINUNG

„Es ergibt keinen Sinn, in Panik zu verfallen“

Ex-Radprofi Rolf Aldag meinte: „Wenn das der schlechte Tag der Mannschaft war, haben sie Glück gehabt und sind ohne Schaden davongekommen, weil nichts passiert ist. Wenn du dir einen Tag aussuchen kannst, dann so einen, wo kein Schaden angerichtet wurde. Aber wenn es so weitergeht, dann ist es bitter.“

Gleichzeitig betonte er: „Es ergibt keinen Sinn, jetzt in Panik zu verfallen. Die Jungs müssen gefragt und dann die Lehren daraus gezogen werden.“

Besondere Szene zwischen Lipowitz und Evenepoel

Dadurch, dass Lipowitz und Evenepoel keine Unterstützung ihrer Teamkollegen bekamen, mussten sie sich auch selbst um ihre Versorgung kümmern. Während der Etappe ließ sich der Deutsche zwischenzeitlich zurückfallen, um Getränke und Gels vom Teamfahrzeug für sich und Evenepoel zu holen – eine Szene mit besonderem Charakter, nachdem es in den vergangenen Tagen Stunk zwischen beiden Red-Bull-Kapitänen gegeben hatte.

„Wir haben uns vorne gut verstanden, wir haben genug Flaschen und Eis gehabt, deshalb war es dann absolut gar kein Problem. Aber jeder ist happy, dass morgen ein Ruhetag kommt“, erklärte Lipowitz und sagte abschließend: „Wir haben die Leute, um auch Etappen zu gewinnen. Wenn man am Anfang zu viele Körner verschießt, ist man am Ende nicht bei dem Move dabei, wo die Gruppe sich dann bildet.“