Erster Tiefschlag für Klopp!
Hier macht sich das DFB-Team auf den Weg ins Stadion
Jürgen Klopp verliert sein erstes Heimspiel als Bundestrainer. Es ist ein erster Rückschlag für das neue DFB-Team.
So hat sich Jürgen Klopp sein Heimdebüt sicher nicht vorgestellt! Gegen Griechenland musste der neue Bundestrainer der deutschen Nationalmannschaft die erste Niederlage einstecken. Deutschland verlor am 2. Spieltag der Nations League mit 0:1.
In der Augsburger WWK-Arena avancierte Dimitrios Kourbelis zum Mann des Abends. Joshua Kimmich fälschte einen Schuss des Griechen unglücklich ab und ließ so Alexander Nübel im Kasten keine Chance mehr (74.).
Die auf fünf Positionen veränderte DFB-Elf hatte zwar viel Ballbesitz und kämpfte leidenschaftlich, wirkte aber über weite Teile der Partie ideenlos. So schafften sie es in der letzten Konsequenz nicht, sich genügend Torchancen zu erspielen oder gefährliche Szenen in Tore umzumünzen. So gab es den ersten Rückschlag für Klopp. „Die Aufstellung und die vielen Wechsel gehen zu 100 Prozent auf meine Kappe. Verlieren darfst du das Spiel natürlich nicht“, erklärte Klopp nach der Partie am ARD-Mikrofon.
„Natürlich sind wir enttäuscht und sauer, wenn wir ein Spiel verlieren und es war kein einfaches Spiel. Um ehrlich zu sein, haben wir es einfach nicht gut genug gemacht“, gab Jonathan Tah in der ARD zu. Der Innenverteidiger ergänzte: „Wir hatten natürlich ein paar Möglichkeiten, wo wir gefährlich werden und wenn wir die nutzen, sieht das Spiel vielleicht auch anders aus.“
Für Klopp war es in der ersten Woche als Bundestrainer „alles top, außer jetzt natürlich Großteile dieses Spiels“. Er stellte aber auch klar: „Mir ist ein schlechter Start lieber als ein schlechtes Ende.“
Deutschland gewillt – doch ohne Erfolg
Was dem DFB-Team fehlte? „Wir haben es nicht genug genutzt, was sie uns gegeben haben. Wir haben nicht genug die Räume gezogen, wir haben nicht genug die Box bedroht, das Tor bedroht, oder auch mal aus der zweiten Reihe versucht abzuschließen. Dann ist es einfach eine Mannschaft, die es im Umschalten gut macht, die genügend Spieler vorne hat, die international auf Top-Niveau spielen. Das haben sie dann gut genutzt“, erklärte Tah.
Griechenland deutete offensiv nur an, warum es als Mannschaft der Zukunft gilt. Klopp coachte sehr aktiv, er schnappte sich erst Vagnoman, der Arsenal-Star Christos Tzolis die Stirn zu bieten hatte, und dann Kimmich, um mit Erfolg nachzuschärfen.
Vorne tat sich bei viel Ballbesitz besonders auf den Flügeln wenig, Karim Adeyemi (27./32.) allerdings war mit mehreren guten Gelegenheiten auffällig. Ebnoutalib wurde kaum brauchbar angespielt, die Lieferwege waren dicht. Immerhin: Die deutsche Mannschaft zeigte sich stabil, wach und gewillt, sie war aufmerksam bei zweiten Bällen. Das honorierten die Fans – erstmals seit 25 Jahren waren bei einem deutschen Heimspiel wieder Stehplätze geöffnet.
Nach der Pause sollte auf die Pflicht die Kür folgen: Klopp schickte sein Team mit neuem Biss auf den Platz. Der gute Conté nach starker Balleroberung (49.) und Nathaniel Brown (51.), dessen Zuspiel Ebnoutalib verpasste, näherten sich dem Tor. Kimmich (53.) versenkte beinahe einen Freistoß direkt. Die vermisste Spritzigkeit war plötzlich da, Griechenland kickte mehr oder weniger lustlos mit.
Historische Premiere zwischen Deutschland und Griechenland
Klopp ergriff seine Chance, Florian Wirtz und Jonathan Burkardt sollten den Riegel der gut organisierten Gäste doch noch knacken. Aber nach einem Kimmich-Ballverlust stand dann urplötzlich Fotis Ioannidis alleine vor Nübel, er schob den Ball links vorbei (67.). Wenig später traf Kourbelis.
Zudem war es die erste Niederlage einer DFB-Elf überhaupt gegen Griechenland. In den zehn vorherigen Duellen gab es sieben Siege und drei Unentschieden. Schon in einer Woche (4.10.) steht das Rückspiel in Thessaloniki an. Zuvor wartet noch das Duell mit Serbien (1.10.).
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Mit Sport-Informations-Dienst (SID)