ManCity-Whistleblower sorgt sich um seine Sicherheit

von SID
ManCity-Whistleblower sorgt sich um seine Sicherheit

Rui Pinto brachte unter anderem das Gebaren von Manchester City ans Licht. Da nun das Zeugenschutzprogramm endet, warnen seine Anwälte.

Er trug maßgeblich zur Aufdeckung der Finanzaffäre von Manchester City bei – nun sorgt sich Whistleblower Rui Pinto um seine Sicherheit. Seine Anwälte kritisierten am Freitag das nahende Ende des Zeugenschutzprogramms für den 37 Jahre alten Portugiesen, der hinter den Enthüllungen der „Football Leaks“ über das Fußballgeschäft steckt. Man sei darüber informiert worden, dass dieses am 10. Oktober auslaufen werde, hieß es.

Zeugenschutz für Pinto in Gefahr

„In wenigen Tagen würde er, ohne zuvor angehört worden zu sein, wie es das Gesetz vorschreibt, die ihm zugewiesene geschützte und vertrauliche Unterkunft verlieren und wäre gezwungen, dringend eine neue Bleibe zu finden – ohne Garantie dafür, dass der polizeiliche Schutz aufrechterhalten wird“, schrieben seine Anwälte. Sie warnten vor einer „Entscheidung mit dramatischen Folgen“.

Bedrohungen gegen ihren Mandanten, der 2019 festgenommen worden war und über ein Jahr später ins Zeugenschutzprogramm aufgenommen wurde, seien „keineswegs rein theoretischer Natur“.

Die Enthüllungen hätten „mächtige Persönlichkeiten mit umfangreichen finanziellen Mitteln belastet, und zahlreiche daraus hervorgegangene Gerichtsverfahren sind noch immer anhängig“, schrieben die Anwälte.

Rui Pinto war zugleich Angeklagter und geschützter Zeuge. Außerdem arbeitet er mit Ermittlern anderer europäischer Länder zusammen.

DEINE MEINUNG

Erneuter Freispruch im Cybercrime-Fall

Im April war er in einem zweiten Verfahren der portugiesischen Justiz von allen Anklagepunkten freigesprochen worden, nachdem er im September 2023 wegen ähnlicher Taten verurteilt worden war. Damals erhielt er eine vierjährige Bewährungsstrafe wegen einer Reihe von Cyberkriminalitätsdelikten sowie des Versuchs, einen Sportinvestmentfonds zu erpressen.

In seinem ersten Prozess hatte er eingeräumt, illegal in Computersysteme eingedrungen zu sein, um Millionen von Dokumenten zu erlangen. Mit deren Veröffentlichung im Internet hatte er Ende 2015 begonnen.

Die Informationsflut wurde anschließend an ein europäisches Konsortium investigativer Medien weitergegeben. Dadurch kam unter anderem der „Fall Manchester City“ ins Rollen.

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